Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben die meisten Kirchenmitglieder die AfD gewählt. Zu diesem Ergebnis kommt die „Forschungsgruppe Wahlen“. Demnach haben 33 Prozent der Protestanten und 32 Prozent der Katholiken die Partei gewählt. Im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren ein Zuwachs von 19, beziehungsweise 15 Prozent. Ebenfalls die meisten Stimmen erhielt die Partei von Konfessionslosen – 47 Prozent. Insgesamt hat die AfD im Vergleich zur letzten Wahl 23 Prozent mehr Stimmen gewonnen.
Trotz des massiven Wählerverlustes von 37,1 auf 17,2 Prozent wählten Katholiken und Protestanten zu jeweils 26 Prozent überdurchschnittlich die CDU. Dennoch entspricht das einem Rückgang von 23 Prozent bei den Katholiken und 21 Prozent bei den Protestanten. Zudem verlor die Partei 19 Prozent der konfessionslosen Wählerstimmen.
Sachsen-Anhalt
In Sachsen-Anhalt leben rund 2,1 Millionen Menschen. Rund 230.000 Menschen gehören der evangelischen Kirche sowie 64.841 Menschen der römisch-katholischen Kirche an. Damit sind 13,8 % der gesamten Bevölkerung Sachsen-Anhalts Mitglied in einer der beiden großen christlichen Konfessionen. (Stand: Zensus 2022)
Grüne und SPD konnten jeweils leichte Gewinne bei Kirchenmitgliedern erzielen. So entschieden sich zwölf Prozent der Katholiken (plus fünf Prozent) und elf Prozent (plus ein Prozent) der Protestanten für die SPD. Für die Grünen stimmten jeweils zwölf Prozent der Mitglieder beider großer Kirchen – ein Plus von vier Prozent bei den Katholiken und sechs Prozent bei den Protestanten.
Christliche Männer wählten häufiger AfD
Die Analyse der „Forschungsgruppe Wahlen“ zeigt zudem, dass evangelische (37 Prozent) und katholische Männer (38 Prozent) deutlich häufiger als kirchlich gebundene Frauen die AfD gewählt haben. Nur 26 Prozent der Katholikinnen und 29 Prozent der Protestantinnen wählten die Partei. Stattdessen haben mit jeweils rund drei Prozent mehr vor allem die Grünen und die SPD von den Stimmen kirchlich gebundener Frauen profitiert.
Auch in den untersuchten Altersgruppen gab es signifikante Unterschiede. In der Altersgruppe bis 34 Jahre wählten Katholiken mit 19 Prozent SPD und mit 18 Prozent die Grünen. Evangelische junge Menschen stimmten mit neun Prozent für die SPD und mit 22 Prozent für die Grünen. Lediglich acht Prozent (evangelisch) und sechs Prozent (katholisch) wählten die CDU.
Die höchsten Werte erzielte die CDU bei den Katholiken, die 60 Jahre und älter sind (40 Prozent). 35 Prozent der über 60-jährigen Protestanten wählten ebenfalls die CDU.