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Rückzug, Rassismus und Sterbehilfe-Debatten: Das war der Februar 2020

Der Vorsitzende der Deutschen Katholischen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, kündigte seinen Rückzug an. Außerdem kündigte der Fernsehsender RTL ein mediales Großereignis an. Unterdessen fiel mit dem Abbruch des WillowCreek-Kongresses die erste christliche Großveranstaltung Corona zum Opfer.
Von PRO
Das Attentat in Hanau bestimmte Anfang Februar die Schlagzeilen

Foto: pro/Nicolai Franz

Das Attentat in Hanau bestimmte Anfang Februar die Schlagzeilen

Ein Reformer tritt nicht mehr an

Reinhard Kardinal Marx kündigte seinen Rückzug als Vorsitzender der Deutschen Katholischen Bischofskonferenz an. Spekuliert wurde auch darüber, ob die teils harsche Kritik an seinen Reformen und an seinem Umgang mit dem Missbrauchsskandal ein Grund dafür gewesen sein dürften. Marx hatte immer wieder betont, dass er die katholische Kirche in Deutschland moderat, aber entschlossen öffnen wollte. Im Laufe des Jahres wurde der Limburger Bischof Georg Bätzing als sein Nachfolger gewählt.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz: Reinhard Kardinal Marx Foto: pro/Norbert Schäfer
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz: Reinhard Kardinal Marx

Rassismus im Herzen einer Kleinstadt

Die rassistischen Morde von Hanau Mitte Februar versetzten eine ganze Stadt in Trauer. Die Kirchen öffneten ihre Türen, um Trost zu spenden. Bei einem Terroranschlag waren elf Menschen gestorben, darunter der mutmaßliche Täter. Tausende Menschen trafen sich auf dem großen Marktplatz zur Mahnwache. Religiöse Vertreter kamen dabei nicht zu Wort. Ein ökumenischer Gottesdienst in den Räumen der Freien evangelischen Gemeinde gedachte der Opfer.

Ein rassistischer Anschlag versetzte im Februar die hessische Stadt Hanau in Trauer Foto: pro/Nicolai Franz
Ein rassistischer Anschlag versetzte im Februar die hessische Stadt Hanau in Trauer

Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe gekippt

Das Bundesverfassungsgericht kippte am 26. Februar das Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe. Es argumentierte in seiner Begründung vor allem mit dem Recht auf persönliche Selbstbestimmung, das sich in der Menschenwürde gründe. Für die Richter gehört dazu, dass ein Mensch auch über sein Lebensende entscheiden und dafür die nötige Hilfe etwa von Ärzten oder Sterbehilfe-Vereinen in Anspruch nehmen darf. Die Kirchen warnten, dass der soziale Druck auf kranke oder alte Menschen wächst, ihr Leben zu beenden, um anderen nicht zur Last zu fallen.

Um zu sterben, dürfen Menschen die Hilfe von Ärzten oder Sterbehilfe-Vereinen in Anspruch nehmen, entschied das höchste deutsche Gericht Foto: Volodymyr Hryshchenko/unsplash
Um zu sterben, dürfen Menschen die Hilfe von Ärzten oder Sterbehilfe-Vereinen in Anspruch nehmen, entschied das höchste deutsche Gericht

Monika Deitenbeck-Goseberg gestorben

Abschied nehmen musste die evangelikale Welt am 7. Februar von der Theologin Monika Deitenbeck-Goseberg. Die Pfarrerin aus Lüdenscheid starb wenige Tage nach ihrem 65. Geburtstag. Sie war eine leidenschaftliche Zeugin für Jesus und ein Gesicht der jährlichen Allianzkonferenz in Bad Blankenburg. In ihrer Stadt baute die Pfarrerin eine Obdachlosenhilfe auf. Mit ihrer Gemeinde engagierte sie sich auch in der Flüchtlingshilfe. Zudem war sie Vorsitzende von „gott.net“, einem Verein, der mit Flyern und Plakaten christliche Botschaften in die Öffentlichkeit brachte.

Monika Deitenbeck-Goseberg verstarb im Februar kurz nach ihrem 65. Geburtstag Foto: pro/Anne Klotz
Monika Deitenbeck-Goseberg verstarb im Februar kurz nach ihrem 65. Geburtstag

Willow-Creek-Kongress abgebrochen

Das Corona-Virus stoppte als erste christliche Großveranstaltung den Willow-Creek-Leitungskongress. Die Veranstaltung wurde am 28. Februar aus Sicherheitsgründen abgebrochen, da einer der geplanten Referenten erkrankt war. Er sei nicht auf dem Kongress gewesen, teilten die Veranstalter mit. Jedoch habe er im Vorfeld Kontakt mit einzelnen Mitarbeitern gehabt. 7.400 Menschen hatten den Kongress in Karlsruhe besucht.

Ab Freitagnachmittag waren die Bühnen leer beim diesjährigen Willow-Creek-Kongress: Grund dafür war das Corona-Virus. Foto: Marc Gilgen, Willow Creek Deutschland
Ab Freitagnachmittag waren die Bühnen leer beim diesjährigen Willow-Creek-Kongress: Grund dafür war das Corona-Virus.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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