Rekordtief bei Eheschließungen

Das Statistische Bundesamt meldet ein Rekordtief bei Eheschließungen in Deutschland. Im Jahr 2024 gaben sich so wenige Paare das Ja-Wort wie seit Beginn der statistischen Zeitreihe 1950 nicht mehr.
Von Norbert Schäfer
Eheringe

Noch nie seit 1950 haben so wenige Menschen in Deutschland geheiratet: 2024 wurden 349.216 Ehen geschlossen – der niedrigste Stand seit Beginn der Erhebungen. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag anlässlich des Welttags der Ehe am 8. Februar mit.

Den Angaben zufolge heirateten mehr als drei Viertel der Eheleute zum ersten Mal, waren also zuvor weder geschieden noch verwitwet. Der Anteil gleichgeschlechtlicher Ehen – die seit der Einführung der „Ehe für alle“ im Jahr 2017 seit 2018 statistische erfasst werden – lag bei knapp drei Prozent.

Durschnittliche Dauer: 14,7 Jahre

Der Rückgang bei den Eheschließungen ist Teil eines längerfristigen Trends. Zwar beeinflussen die alternde Bevölkerung und der demografische Wandel die Zahl, aber auch das spätere Heiratsalter, die zunehmende Akzeptanz von nichtehelichen Lebensgemeinschaften und veränderte Lebensentwürfe tragen dazu bei, dass weniger Paare heiraten.

2024 wurden in Deutschland 129.337 Ehen geschieden. Damit lag die Zahl der Ehescheidungen nach Behördenangaben ungefähr auf dem Niveau von 2023 (129.008), als der niedrigste Stand seit der deutschen Vereinigung (122.869) erreicht wurde. Durchschnittlich hielt 2024 eine Ehe 14,7 Jahre bis zur Scheidung. Von den Ehescheidungen waren 1.545 gleichgeschlechtlich.

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