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Psychiater: Gelassen mit Smartphones umgehen

Smartphone-Nutzung muss für Kinder nicht schädlich sein. Das hat ein Psychologe erklärt, der dramatischen Warnungen seiner Kollegen wenig abgewinnen kann.
Von PRO
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Einsam und depressiv wegen des Smartphones? Diese These ist etwas zu einfach, meint ein Psychologe.
Einsam und depressiv wegen des Smartphones? Diese These ist etwas zu einfach, meint ein Psychologe.

Dass Jugendliche und bereits Kinder gern und häufig Smartphones nutzen, ist bekannt. Uneinig sind sich Experten aber noch über die Konsequenzen: Machen die schlauen Handys dumm und einsam, oder sind sie einfach nur ein modernes Mittel der Kommunikation? Der Psychiater Jan Kalbitzer hat in der Süddeutschen Zeitung die Debatte aufgegriffen und mahnt zur Gelassenheit.

Kalbitzer greift einen viel beachteten Aufsatz der amerikanischen Psychologin Jean Twenge aus dem Atlantic auf, in dem die Autorin behauptet, durch Smartphones verlören Jugendliche ihre sozialen Fähigkeiten, würden einsamer und depressiver. Kalbitzer widerspricht: „Das Dramatische an Warnungen solch charismatischer Wissenschaftler ist, dass sie so verführerisch sind, weil sich viele Eltern in ihren anekdotischen Erzählungen sofort wiedererkennen.“ Schließlich habe jeder schon einmal die Erfahrung gemacht, dass Kinder das Handy ungern wieder abgeben. „Aber es ist ein Fehler, die Schuld daran der Technologie zu geben“, erklärt Kambitzer.

Der Autor des Buches „Digitale Paranoia – Online bleiben, ohne den Verstand zu verlieren“ rät Eltern, mit Kindern über relevante Aspekte wie Datenschutz und Privatsphäre im Zusammenhang mit sozialen Medien und Messengerdiensten zu sprechen. Autoren, die nur negative Konsequenzen der Handy-Nutzung anprangern, widerspricht er, und zitiert die jüngste „Kinder-Medien-Studie“: Kinder seien nach wie vor am liebsten mit ihren Freunden zusammen und läsen genau so gerne, wie sie das Smartphone nutzten. „Nur lesen solche Studien wahrscheinlich deutlich weniger Eltern als dramatische Essays ehrlich besorgt wirkender Wissenschaftler in Medien mit weiter öffentlicher Verbreitung“, bilanziert Kalbitzer. (pro)

Von: mb

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