Trotz Digitalisierung spielen Kinder nach wie vor gerne draußen. Doch: Je älter die Kinder sind, desto wichtiger werden Medien wie Handy und Computer

Trotz Digitalisierung spielen Kinder nach wie vor gerne draußen. Doch: Je älter die Kinder sind, desto wichtiger werden Medien wie Handy und Computer

Kleine Kinder leben offline

Kinder in Deutschland lieben trotz Digitalisierung die Beschäftigung mit klassischem Spielzeug und im Freien. Das hat eine aktuelle Studie deutscher Verlage ergeben. Doch: Mit wachsendem Alter nutzen sie zunehmend digitale Medien.

Wenn Kinder zwischen vier und 13 Jahren Medien nutzen, dann schauen sie vor allem fern, gefolgt vom Musik hören und dem Lesen. Schon 93 Prozent der Vier- bis Fünfjährigen schauen mehrmals pro Woche TV – je älter sie sind, desto häufiger. 77 Prozent der Jüngsten lesen alleine oder gemeinsam mit den Eltern, hier nimmt die Zahl mit zunehmendem Alter leicht ab. Gelesen wird meist von Papier und nicht vom Tablet. Besonders Kinderzeitschriften erscheinen den Eltern vertrauenswürdig, weniger vertrauen Väter und Mütter dem Radio und dem Internet. Trotz aller Medienangebote verbringen über 80 Prozent aller Kinder ihre Freizeit gerne draußen. Erst mit zwölf Jahren nimmt das Interesse an Aktivität im Freien ab. Apps, YouTube oder Internet spielen im Freizeitleben der Vier- und Fünfjährigen so gut wie keine Rolle.

Freizeitbeschäftigung mit Medien (mindestens mehrmals pro Woche)

Das hat eine Studie sechs großer Verlage ergeben, unter ihnen Spiegel- und Zeitverlag sowie Gruner und Jahr. Sie untersucht das Medienverhalten der Vier- bis 13-Jährigen. Dazu haben die Verantwortlichen über 2.000 Interviews mit Kindern und Eltern geführt. Die Ergebnisse wurden am Dienstag in Berlin vorgestellt.

Puppe statt Konsole

Unter den liebsten Spielzeugen rangieren Medien erst auf den hinteren Plätzen. Die Liste führen Kuscheltiere, Fahrrad oder Puppen an. Erst an zehnter Stelle bei den Mädchen und elfter Stelle bei den Jungen folgt die Spielekonsole. Knapp 60 Prozent der 13-Jährigen besitzen einen Computer, über 90 Prozent ein Smartphone. Auch hier gilt: Mit wachsendem Alter steigt die Zahl der Handybesitzer. Unter den den Sechsjährigen sind es 23 Prozent.

Bevorzugte Kommunikationskanäle

Besitz von elektronischen Geräten mit Internetzugang

Um zu kommunizieren, telefonieren Kinder am liebsten. An zweiter Stelle folgt SMS schreiben. Facebook nutzen unter den Zehn- bis 13-Jährigen nur knapp 30 Prozent, von den Jüngeren sind es noch weniger. Die Eltern setzen laut Studie hohes Vertrauen in ihre Kinder. Im Durchschnitt lassen 40 Prozent ihre Sechs- bis 13-jährigen Kinder ohne Aufsicht im Internet surfen oder Apps benutzen. Je älter die Kinder sind, desto unabhängiger sind sie beim Medienkonsum. Fast die Hälfte der befragten Eltern lässt die Kleinen selbst bestimmen, was sie im Fernsehen ansehen. Knapp 70 Prozent der Kinder dürfen ihre Bücher selbst auswählen. (pro)

Von: al

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