In den griechischen Flüchtlingscamps ist die Angst vor dem Coronavirus groß

In den griechischen Flüchtlingscamps ist die Angst vor dem Coronavirus groß

Deutschland nimmt 50 minderjährige Flüchtlinge auf

Die Bundesregierung hat sich bereiterklärt, 50 minderjährige Flüchtlinge aus griechischen Lagern aufzunehmen. Mehr als 50 Mitglieder des Bundestages hatten sich für eine gemeinsame europäische Aufnahme starkgemacht. Sie argumentierten mit „christlichen Prinzipien“ der EU.

Deutschland will in der kommenden Woche 50 minderjährige Flüchtlinge aufnehmen. Das gab das Innenministerium bekannt. Auch das Bundeskabinett stimmte am heutigen Mittwoch dem Vorhaben zu. Die Kinder und Jugendlichen sollen zunächst in eine zweiwöchige Quarantäne kommen, bevor sie auf verschiedene Bundesländer verteilt werden. Das Innenministerium betonte weiterhin, dass die Aufnahme Teil einer europäischen Lösung sei und von der EU-Kommission koordiniert werde. Ziel sei es jedoch, insgesamt zwischen 1.000 und 1.500 Kinder aufzunehmen.

Bereits im März hatte sich der Koalitionsausschuss von CDU und SPD darauf geeinigt, Kinder aufzunehmen, die schwer erkrankt oder unbegleitet und jünger als 14 Jahre sind. Laut Innenministerium werde dieser Beschluss nun umgesetzt.

„Bewährungsprobe für die christlich-humanitären Prinzipien der EU“

In einem Brief wandten sich bereit vergangene Woche mehr als 50 Bundestagsabgeordnete an die Kommissionspräsidentin der Europäischen Union, Ursula von der Leyen. Darin forderten sie eine „umgehende Aufnahme von geflüchteten Kindern“. Angesichts der drohenden Gefahr durch das Coronavirus für die griechischen Flüchtlingslager sei Hilfe „dringend geboten“. Die „katastrophalen Zustände“ in den Lagern stellten eine „ernsthafte Bewährungsprobe für die christlich-humanitären Prinzipien innerhalb der EU dar“. Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören unter anderem Thomas Rachel (Ratsmitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland und Mitglied des Bundestages), Hermann Gröhe, Volker Kauder und Norbert Röttgen (alle CDU).

Neben Deutschland haben sich auch Luxemburg, Frankreich, Irland, Finnland, Portugal, Kroatien und Litauen bereiterklärt, minderjährige unbegleitete Flüchtlinge aufzunehmen. Wegen der Coronakrise machen einige der Länder den Zeitpunkt der Aufnahme jedoch von einem Rückgang der Zahl der Corona-Infizierten abhängig.

Derweil fordert der Verein „Pro Asyl“ eine komplette Räumung aller griechischen Flüchtlingslager. „Es ist völlig abwegig, hierzulande die Seuche einzudämmen und dann wissentlich deren Ausbreitung an anderen Orten in der EU zuzulassen“, sagte Geschäftsführer Günter Burkhardt am Mittwoch. Die jetzt beschlossene Aufnahme von 50 Kindern sei „ein Alibihandeln der Bundesregierung und absolut unzureichend“.

Von: Martin Schlorke

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