Die Österreicher entscheiden Ende September über die Zusammensetzung ihres Parlaments. Dabei spielen auch die Themen der christlichen Wahlprüfsteine eine Rolle.

Die Österreicher entscheiden Ende September über die Zusammensetzung ihres Parlaments. Dabei spielen auch die Themen der christlichen Wahlprüfsteine eine Rolle.

Christliche Wahlprüfsteine: Österreicher haben die Wahl

Ende September wählen die Österreicher ihren Nationalrat. Das konfessionsunabhängige Online-Portal glaube.at hat aus diesem Anlass die zweite Auflage der christlichen Wahlprüfsteine veröffentlicht. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Erzdiözese Wien, den Freikirchen in Österreich und weiteren christlichen Organisationen.

Die Österreicher haben die Wahl. Ende September wählt die Bevölkerung die neue Zusammensetzung des Nationalrats. Deswegen haben mehrere christliche Organisationen die Spitzenkandidaten der Parteien zu 15 relevanten Kernthemen der Politik befragt. Daraus ist die 2. Edition der „christlichen Wahlprüfsteine“ entstanden.

An der Aktion nahmen die Spitzenkandidaten Sebastian Kurz (ÖVP), Pamela Rendi-Wagner (SPÖ), Norbert Hofer (FPÖ), Werner Kogler (Die Grünen) und Beate Meinl-Reisinger (NEOS) teil. Die Kandidaten beantworteten die Frage schriftlich. Werner Pilz (Die Liste Pilz), Mulla Fayad (Wandel) und Hajnal Ivo (KPÖ) standen für ein Interview für die Wahlprüfsteine nicht zur Verfügung.

Orientierungshilfe im Entscheidungsprozess

Die Fragestellungen hatte ein parteiunabhängiges und kirchenübergreifendes Expertengremium erarbeitet. Die Fragen betreffen unter anderem die Bereiche Religionsfreiheit, Außenpolitik, Bildung, Ethik, Ehe und Familie, Kinder und Jugendliche, Glaubens- und Gewissensfreiheit, Lebensschutz, Sterbehilfe und den Schutz für verfolgte Christen.

„Wie stehen Sie zur aktiven Sterbehilfe?“, war eine der Fragen. Die ÖVP, die SPÖ und die FPÖ erklärten, dass sie aktive Sterbehilfe ablehnen. Meinl-Reisinger von der Partei NEOS notierte: „Einer so komplexen und sensiblen Frage stellt man sich nicht mit Denkverboten, sondern in einem breiten gesellschaftlichen Diskurs.“ Kogler von den Grünen sagte, dass seine Partei „zahlreiche Maßnahmen vor[schlage], um individuelle Sterbewünsche zu verhindern beziehungsweise ihnen entgegenzuwirken. Dazu zählt der Ausbau von Betreuungs- und Unterstützungsangeboten, des Hospizwesens und der psychischen Betreuung von schwerkranken Menschen und ihrer Angehörigen“.

Christen sollen für Österreich beten

Die Frage, ob die Parteien die Erzeugung von Mischwesen (Mensch/Tier) befürworten, um Organe für Transplantationen zu züchten, verneinten vier der fünf antwortenden Parteien. Meinl-Reisinger von den NEOS erklärte: „Diese Forschung befindet sich bisher noch in der Nische und ist nicht gerade die zentrale Ethikdebatte, die Österreich im Moment beschäftigt. Sollte das hier ein Thema werden, gilt es natürlich, die ethischen Implikationen solcher Forschung eingehend mit Expert_innen zu beleuchten, bevor hier eine Entscheidung getroffen werden kann.“ Diese und 28 weitere Fragen und Antworten finden sich in dem Dokument.

Die Antworten der Parteien sollen eine Orientierungshilfe im Entscheidungsprozess bieten. Die Organisatoren verbinden mit der Veröffentlichung die Hoffnung, dass Christen für das Land beten und von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen: „In einer demokratischen Gesellschaft zu leben, in welcher Bürgerinnen und Bürger das politische Geschehen ihrer Heimat mitgestalten dürfen, das ist ein besonderes Vorrecht“, schreibt glaube.at-Herausgeber Sven Kühne in dem Vorwort.

Medienkompetenz stärken

Vor allem in der aktuellen Situation sollten Christen nicht polarisieren, „sondern für die Politikerinnen und Politiker unseres Landes und für die bevorstehende Nationalratswahl beten. Gerade jetzt sollten wir niemals vergessen, dass jeder Mensch das Recht hat, seine eigene politische Meinung zu bilden, ohne dafür missachtet oder ausgegrenzt zu werden“.

Offizielle Partner der Initiative, die auch Mitglieder des Expertengremiums stellten, sind unter anderem die Erzdiözese Wien, die Freikirchen in Österreich sowie ERF Medien Österreich und die Christliche Medieninitiative pro. Die Antworten gibt es in dem Leitfaden, in den Medien der Erzdiözese Wien und über den Link glaube.at/wahl2019.

Glaube.at ist ein konfessionsunabhängiger christlicher Mediendienst mit Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, der auf der Glaubensgrundlage der Evangelischen Allianz arbeitet. Sein Ziel ist es, mit Medienangeboten und Partnerschaften, die crossmediale Medienkompetenz christlicher Kirchengemeinden, Organisationen und Initiativen zu fördern und zu stärken.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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