Die politischen Konflikte zwischen Jemen und Saudi-Arabien werden auf den Schultern der Zivilbevölkerung ausgetragen

Die politischen Konflikte zwischen Jemen und Saudi-Arabien werden auf den Schultern der Zivilbevölkerung ausgetragen

Jemen droht der Hungertod

Die humanitäre Lage im Jemen spitzt sich immer mehr zu. Saudi-Arabien verhindert durch eine Blockade, dass Hilfe ins Land gelangen kann. Jemen droht nach Einschätzung der Vereinten Nationen die größte Hungersnot seit Jahrzehnten.

Die Hungerkatastrophe im Jemen droht zu eskalieren, wie die Vereinten Nationen (UN) in einer Mitteilung berichteten. Sofern Saudi-Arabien die Blockade von jemenitischen See- und Flughäfen nicht aufhebe, stehe Jemen vor dem Hungertod. Einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge erschwert die Blockade es erheblich, dass humanitäre Hilfe in den Jemen gelangen kann. Laut Mark Lowcock, dem UN-Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten, wäre es die größte Hungersnot der Welt seit Jahrzehnten.

In der letzten Woche hätten Frachter am Hafen von Hodeidah keine Erlaubnis zur Einfuhr bekommen, berichtet die Pressesprecherin der Hilfsorganisation CARE (Cooperative for Assistance and Relief to Everywhere), Sabine Wilke. Wenn diese Situation anhalte, könnten wichtige Vorräte wie Benzin und Medikamente zur Neige gehen. Der Hintergrund für die Blockade ist ein politischer. Der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zufolge griffen vor über einer Woche die jemenitischen Huthi-Rebellen die saudische Hauptstadt an. Saudi-Arabien reagierte daraufhin mit der Blockade von Luft- und Seewegen des Nachbarlandes. Die Huthi-Rebellen werden vom Iran unterstützt, dem Gegenspieler von Saudi-Arabien um die Vormachtstellung im Mittleren Osten. Während des Konfliktes im Jemen haben die Huthi immer mehr Macht im Land übernommen.

Saudi-Arabien befürchtet Waffenschmuggel

Bereits vor dieser Eskalation sei die humanitäre Lage im Land dramatisch gewesen, erklärt Wilke. Laut Welthungerhilfe (WFP) gehörte der Jemen schon vor dem ausgebrochenen Bürgerkrieg zu einem der ärmsten arabischen Länder. Dem nun schon dreijährigen Konflikt seien Tausende Zivilisten zum Opfer gefallen, 3,1 Millionen seien obdachlos geworden. 17 Millionen Jemeniten – 60 Prozent der Bevölkerung – hätten keinen sicheren Zugang zu Nahrung. 3,3 Millionen Kinder und schwangere oder stillende Frauen seien derzeit unterernährt. Zudem sei in diesem Jahr eine Choleraepidemie ausgebrochen, knapp 900.000 Menschen hätten sich bereits infiziert, 2.000 seien seit April gestorben.

Kinder im Jemen leiden häufig an Mangelernährung

Kinder im Jemen leiden häufig an Mangelernährung

Um der drohenden Hungersnot entgegenzuwirken, müsse mit gezielter Aufbaunahrung denjenigen geholfen werden, die schon chronisch mangelernährt sind, betont Wilke. Dafür müssten die Krankenhäuser diese spezielle Nahrung erhalten und die Menschen müssten sicher in die Krankenhäuser gelangen. Außerdem sei es notwendig, die Landwirtschaft zu unterstützen, um die Selbsthilfekräfte zu stärken und das Land weniger abhängig von Importen zu machen. Dazu zählten auch Bargeldhilfen sowie verbesserte Bewässerungssysteme.

Laut der israelischen Tageszeitung Jerusalem Post vom Montag hat die Blockade große internationale Kritik hervor gerufen. Nun kündigte Saudi-Arabien an, die Häfen wieder zu öffnen. Die Vereinten Nationen und mehr als 20 Hilfsorganisationen hätten Saudi-Arabien dazu aufgefordert. Die saudische Militäreinheit habe die UN darum gebeten, Maßnahmen dafür zu treffen, dass keine Waffen über die Häfen ins Land geschmuggelt werden.

Von: Jennifer Adam

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