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Pandemie wird genutzt, um Religionsgemeinschaften zu diffamieren

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) warnt: Manche Staaten nutzen die Corona-Krise, um gegen Gläubige vorzugehen. Direktor Ulrich Delius berichtet von Phänomenen, bei denen Christen zum Sündenbock auserkoren wurden.
Von PRO
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In etlichen (asiatischen und afrikanischen) Ländern werden die religiösen Minderheiten für die Verbreitung des Corona-Virus verantwortlich gemacht
In etlichen (asiatischen und afrikanischen) Ländern werden die religiösen Minderheiten für die Verbreitung des Corona-Virus verantwortlich gemacht

„In Zeiten von ‚Fake News‘ und einer brodelnden Gerüchteküche in sozialen Medien ist schwer zu differenzieren, wer wo religiöse Minderheiten auf der Basis des Glaubens ausgrenzt.“ Das hat der Direktor der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Ulrich Delius, auf pro-Anfrage erklärt. Die GfbV habe in den vergangenen Monaten mehrfach darauf hingewiesen, wie problematisch die Rolle sozialer Medien bei der Ausgrenzung von Minderheiten ist.

Delius ist auch klar, dass soziale Medien Minderheiten dabei helfen können, ihren Glauben auszuüben. Als Negativbeispiel nennt er Somalia. Dort seien Christen ins Fadenkreuz der muslimischen Mehrheit im Land geraten. Die radikal-islamistische Terrorgruppe Al Shabaab habe das Gerücht gestreut, Christen seien für die Verbreitung von Covid-19 verantwortlich: „Das ist natürlich vollkommen haltlos und hat in dem Land, in dem die wenigsten Menschen Christen im Alltag begegnen, kaum konkrete Folgen.“

Tragen religiöse Großveranstaltungen zur Verbreitung bei?

Darüber hinaus thematisierten Indien, Südkorea, China, USA, Frankreich und Brasilien in ihren Medien, inwieweit religiöse Großveranstaltungen zur Verbreitung des Virus beigetragen haben: „Gefährlich ist dabei vor allem die Pauschalisierung und der Narrativ, dass Glaubensausübung Gesundheit gefährden könnte.“

Der indische Staat nutze dies geschickt, um pauschal Muslime zu diffamieren. Auch in Südkorea habe es massive Kritik und polizeiliche Ermittlungen gegen eine Glaubensgemeinschaft gegeben. Ihr wurde vorgeworfen, das Virus aus dem chinesischen Wuhan eingeschleppt zu haben. Infizierte hätten an Gottesdiensten teilgenommen, obwohl sie von ihrer Erkrankung gewusst hätten.

In verschiedenen Ländern gebe es Konflikte, weil lokale Gemeinden Gottesdienst-Verbote missachteten: „Daraus ist aber keine generelle Stimmung entstanden, dass Religionsgemeinschaften zum Beispiel in den USA pauschal als Sündenböcke hinsichtlich der Verbreitung der Pandemie dargestellt werden.“

„Wir beobachten besorgt, dass Staaten die Pandemie gezielt nutzen, um Religionsgemeinschaften zu verfolgen“, sagt Delius. In China erfasse der Staat die Bewegungsprofile der Gläubigen anhand ihrer Mobiltelefone: „Selbst Pastoren staatlich anerkannter christlicher Religionsgemeinschaften werden offen verfolgt, wenn sie auf soziale Medien wie WeChat ausweichen, um Gottesdienste zu feiern.“

Chinesische Hauskirchen, die im Untergrund operieren, leiden darunter, dass Internet-Auftritte systematisch von den Zensurbehörden geahndet werden. In China werde den Religionsgemeinschaften über die Medien noch nicht gezielt vorgeworfen, zur Ausbreitung des Virus beizutragen: „Das passt nicht in das von der Kommunistischen Partei verbreitete Narrativ, dass man das Virus erfolgreicher als sonst in der Welt bekämpft habe und es nun noch aus dem Ausland eingeschleppt werde.“

Von: Johannes Blöcher-Weil

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