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Ordensschwester unter den „100 einflussreichsten Persönlichkeiten“ des Time Magazines

Die amerikanische katholische Nonne Norma Pimentel ist unter die 100 einflussreichsten Persönlichkeiten des Jahres 2020 des Time Magazines gewählt worden. Pimentel ist Leiterin der Hilfsorganisation „Catholic Charities of the Rio Grande Valley“ mit Sitz in Texas. Sie habe den Auftrag Jesu, den Armen und Schwachen zu helfen, in ihrem Leben vorbildlich umgesetzt, heißt es in der Laudatio.
Von Jörn Schumacher
Schwester Norma Pimentel, hier bei einem Vortrag auf der Konferenz TEDWomen 2019 in Palm Springs, Kalifornien
Schwester Norma Pimentel, hier bei einem Vortrag auf der Konferenz TEDWomen 2019 in Palm Springs, Kalifornien

Das Magazin Time hat die Nonne Norma Pimentel unter die 100 einflussreichsten Persönlichkeiten im Jahr 2020 gewählt. Die 67-Jährige ist Ordensschwester der „Missionare Jesu Christi“, eines Ordens, der 1944 in Spanien gegründet wurde. Seit 2008 ist sie Leiterin der Hilfsorganisation „Catholic Charities of the Rio Grande Valley“, die zur Diözese Brownsville im US-Bundesstaat Texas gehört.

„Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen“ (Matthäus 25,35) – diese Worte Jesu seien das Fundament von Leben und Werk Pimentels, schreibt Julián Castro, Politiker der Demokraten, in seiner Laudatio. Castro war von 2014 bis 2017 Wohnungsbau- und Stadtentwicklungsminister im Kabinett von Barack Obama. „Schwester Pimentel stand drei Jahrzehnte lang an der Frontlinie der Barmherzigkeit“, so Castro. „Sie half Migranten, die aus Mexiko kamen und in den USA Schutz suchten. Als Direktorin der Hilfsorganisation ‚Catholic Charities of the Rio Grande Valley‘ hat sie dafür gesorgt, dass Menschen mit Schutz, Essen, einem Unterschlupf und Trost versorgt wurden, die woanders oft kaum wie Menschen behandelt wurden.“ Die Organisation habe weit über 100.000 Menschen an der Grenze zwischen Texas und Mexiko geholfen.

Pimentels habe besonders in der Regierungszeit Donald Trumps große Bedeutung, so Castro. „Er hat sich sehr brutal gegenüber Migranten verhalten, sie hat mit Mitleid reagiert. (…) Er hat Angst verbreitet, sie hat Liebe gezeigt.“ Ihre unermessliche Hoffnung und ihr Einsatz hätten ihr den Beinamen „Lieblingsnonne des Papstes“ eingebracht.

Pimentel wurde 1953 in Texas geboren und ist selbst die Tochter von mexikanischen Einwanderern. Sie hat Trump öffentlich kritisiert. Aber auch den Demokraten wirft sie vor, sich nicht wirklich für die Öffnung der Grenze nach Mexiko einzusetzen – sie gäben diesbezüglich nur Lippenbekenntnisse ab.

Merkel, von der Leyen, Trump

Die Time-Liste der 100 einflussreichsten Personen erschien erstmals im Jahr 1999, seit 2004 erscheint sie jährlich. Über die Personen auf der Liste entscheiden Redakteure des Magazins. Papst Franziskus war von 2013 bis 2017 sowie 2019 auf der Liste, Papst Benedikt XVI. drei Mal (von 2005 bis 2007). Die evangelikale Fernsehpredigern Joyce Meyer stand im Jahr 2005 auf Platz 17.

In diesem Jahr stehen unter anderem US-Präsident Donald Trump, der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden sowie Kamala Harris auf der Liste der 100 einflussreichsten Personen. Harris ist die erste schwarze Frau und erste indischstämmige Amerikanerin, die als Vizepräsidentin einer großen Partei nominiert ist. Ihre Eltern kommen aus Indien und Jamaika, sie wuchs in einer schwarzen Kirche auf, besuchte aber auch den Hindutempel. Heute geht sie in eine Baptistengemeinde.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, gehören in diesem Jahr zu den einflussreichsten Personen. Ebenso der brasilianische Staatspräsident Jair Bolsonaro, der große Unterstützung der Evangelikalen im Land hat.

Von: Jörn Schumacher

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