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Ökumenischer Rat der Kirchen tagt erst 2022

Der Ökumenische Rat der Kirchen verschiebt wegen der Corona-Krise seine Vollversammlung. Eigentlich hätte das Gremium im September 2021 in Karlsruhe tagen sollen. Das auf 2022 verschobene Treffen soll es ermöglichen, alle Kirchen einzubeziehen.
Von PRO
Die Messe in Karlsruhe muss sich noch ein Jahr gedulden, bevor sie die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen willkommen heißt. Die Veranstaltung wurde von 2021 auf 2022 verschoben.

Foto: Beate Paland, Wikipedia

Die Messe in Karlsruhe muss sich noch ein Jahr gedulden, bevor sie die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen willkommen heißt. Die Veranstaltung wurde von 2021 auf 2022 verschoben.

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) kommt nicht 2021, sondern erst ein Jahr später zusammen. Der genaue Termin muss noch mit der Messe Karlsruhe abgestimmt werden. Das haben die Verantwortlichen am Mittwoch mitgeteilt. Die Verschiebung soll allen Kirchen weltweit eine Teilnahme ermöglichen. Insbesondere die nicht kalkulierbaren globalen Risiken im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie seien ein Auslöser für diesen Schritt.

Eingeladen dazu haben die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), die Evangelische Landeskirche in Baden, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) und andere Kirchen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Zu der Vollversammlung werden 800 offizielle Delegierte aus den 350 Mitgliedskirchen des ÖRK sowie andere Teilnehmende und Gäste erwartet.

Das Thema der Zusammenkunft lautet „Christi Liebe bewegt, versöhnt und eint die Welt“ und soll im Sinne der globalen Situation reflektiert werden. Die Vollversammlung ist das höchste Entscheidungsgremium des ÖRK und tagt alle acht Jahre. Sie legt die Grundsätze und Leitlinien für die nächsten Jahre fest und wählt den Zentralausschuss, die wichtigste Instanz zwischen den Vollversammlungen.

Hoffnung auf umfassendere Teilnahme 2022

Die Vorsitzende des Zentralausschusses, Agnes Abuom, wird in einer Pressemitteilung zitiert, dass um diese Entscheidung lange gerungen wurde. Sie hoffe, dass es bis 2022 genauere Erkenntnisse über die Auswirkungen der Corona-Pandemie gebe und eine umfassendere Teilnahme möglich sei. Ihr Stellvertreter, der Metropolit Gennadios von Sassima, sagte, dass die Sicherheit und die Beteiligung aller Kirchen für den ÖRK an erster Stelle stehe: „Wir treffen diese Entscheidung in Fürsorge und Liebe für die Einheit unserer einen menschlichen Familie“.

Die stellvertretende Zentralausschuss-Vorsitzende, Bischöfin Mary Ann Swenson, nimmt die Chancen der Verschiebung in den Blick: „Ich glaube, dass das gemeinsame Beten und Arbeiten unsere Gemeinschaft, unsere Mitarbeitenden und alle unsere Mitgliedskirchen dazu befähigen wird, das Thema der Vollversammlung in unserem Leben und in unserer Arbeit konkret wahrzunehmen: Christi Liebe bewegt, versöhnt und eint die Welt.“

„Sichtbares Zeichen der weltweiten Solidarität“

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm wünschte sich, dass das „ökumenische Großereignis ein sichtbares Zeichen der einen Welt in Solidarität, Frieden und Gerechtigkeit sein“ werde. Der badische Landesbischof, Jochen Cornelius-Bundschuh, erhofft sich eine Inspiration durch das Thema für die einzelnen Kirchen. Der Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup bestätigte die Einladung für das Jahr 2022: „Die gesamte Stadtgesellschaft freut sich sehr, Kirchenvertreter aus aller Welt willkommen zu heißen.“ Ioan Sauca, Interims-Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, wünschte sich, dass durch die „fortdauernde Zusammenarbeit, die Unterstützung der Kirchen und Gottes Segen die Vollversammlung noch intensiver zum Leben, Zeugnis und zur Spiritualität der Christen weltweit beitragen kann“.

Der Ökumenische Rat der Kirchen wurde 1948 in Amsterdam gegründet und gilt seitdem als zentrales Organ der ökumenischen Bewegung. Er ist ein weltweiter Zusammenschluss von etwa 350 Mitgliedskirchen in mehr als 120 Ländern auf allen Kontinenten. Laut eigener Internetseite stützt sich der ÖRK auf eine Mitgliederbasis von mehr als 500 Millionen Christen in Kirchen, Denominationen und kirchlichen Gemeinschaften weltweit.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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