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Neuer EAD-Vorstand Heinrich: „Nach innen einen, nach außen repräsentieren“

Der ehemalige CDU-Abgeordnete Frank Heinrich wird einer von zwei Vorständen der Evangelischen Allianz in Deutschland. PRO hat ihn gefragt, was nun als erstes zu tun ist.
Von Anna Lutz
Frank Heinrich verteidigt im Interview seinen Parteikollegen Michael Kretschmer und spricht über das Engegement der Christen in Chemnitz

Foto: Susanne Domaratius/frankheinrich.de

Frank Heinrich saß bis zur Bundestagswahl 2021 für die CDU im Bundestag

PRO: Herr Heinrich, Sie waren Abgeordneter des Deutschen Bundestages, sind mit dem Menschenrechtsausschuss durch die ganze Welt gereist. Nun werden sie einer von zwei Vorständen der Deutschen Evangelischen Allianz, die viele außerhalb des frommen Kontextes noch nicht einmal kennen. Warum?

Frank Heinrich: In einer Bewegung zu sein, deren Arbeit ich von meiner Kindheit an verfolgt habe, macht mir Freude. Immerhin war schon mein Vater bei der Evangelischen Allianz engagiert. Er hat humanitäre Hilfe im ehemaligen Ostblock geleistet, Bibeln in den Osten geschmuggelt und Hilfsgüter geliefert. So habe ich von Kleinauf kennengelernt, wie Gemeinden unterschiedlicher Prägung zusammenarbeiten können. Das ist auch eines der Anliegen der Allianz. Und zwei ihrer Hauptthemen sind bis heute der Kampf für Religionsfreiheit und gegen Menschenhandel. Genau das sind zwei Themen, denen ich mich mit viel Kraft auch im Bundestag gewidmet habe. Nun Vorstand zu sein, liegt mir also sehr nah, auch wenn ich mich natürlich erst einmal fragen musste, ob das für mich passt.

Was wird künftig Ihre Aufgabe sein?

Ich arbeite repräsentativ und organisatorisch. Den neuen Vorstand bilden Reinhardt Schink und ich. Wir werden Impulse, die aus dem neu gegründeten Konvent kommen, bündeln und strukturieren. Denn wir haben ja in der Evangelischen Allianz in Deutschland nun eine ganz neue Struktur geschaffen. Es gibt keinen Hauptvorstand mehr wie früher, stattdessen engagieren sich im Konvent 70 Menschen aus allen möglichen Gemeinden. Zudem arbeiten Runde Tische thematisch und aktuell Ergebnisse aus und arbeiten uns diese zu. Es gib eine 15 Personen zählende Mitgliederversammlung, die vorrangig für rechtliche und finanzielle Themen, sowie die inhaltliche Schwerpunktsetzung zuständig sind. Beiden Kreisen stehen übrigens Frauen vor. Repräsentativ ist meine Aufgabe auch, weil ich aus dem Berliner Büro heraus Kontakte in die Politik pflegen werde. 

Wird die Evangelische Allianz dann künftig weiterhin einen Politikbeauftragten in Berlin stellen, wie derzeit in persona Uwe Heimowski?

Uwe Heimowski scheidet auf eigenen Wunsch im nächsten Jahr aus dem Amt, um sich neu zu orientieren. Das Berliner Büro wird weiter bestehen und einen Teil der Aufgaben werde ich selber übernehmen.

Sie waren CDU-Politiker. Uwe Heimowski ebenfalls. Damit tritt das Berliner Büro der Allianz nicht gerade politisch neutral auf.

Wenn man die Stellungnahmen der Evangelischen Allianz zu politischen Themen der letzten Jahre liest, wird deutlich, dass dort mit allen Parteien im Bundestag geredet wurde. Es bestehen gute Beziehungen zu den jeweiligen religionspolitischen Sprechern. Das werde ich auch weiterhin so halten. Ich denke, ich habe in meiner Zeit im Deutschen Bundestag deutlich gemacht, dass ich thematische Arbeit priorisiert habe. Ich habe inhaltliche Schnittmengen mit vielen anderen Kollegen der anderen Parteien. Als ich bei der Heilsarmee in Chemnitz war, musste ich permanent mit allen zusammenarbeiten. Insofern kann mir niemand unterstellen, ich könne nicht neutral sein. Dennoch werde ich nun kein aktives Amt in der CDU mehr übernehmen. Parteimitglied bleibe ich. Es gilt: Ich werde meine Mitgliedschaft nicht verleugnen, aber auch nicht auf der Stirn tragen. 

Zusammen mit Ihrer Anstellung hat die Allianz am Wochenende weitreichende Strukturänderungen beschlossen. Ekkehart Vetter wird nicht länger Vorsitzender sein, stattdessen gibt es zwei Vorstände, Sie und Reinhardt Schink. Was geschieht mit dem Amt des Generalsekretärs und was wird aus Vetter?

Das Amt des Generalsekretärs und des Vorsitzenden wird abgeschafft, stattdessen haben wir künftig zwei Vorstände, Reinhardt Schink und mich. Ekkehart Vetter scheidet zum Ende des Jahres regulär aus dem Amt, das wäre auch ohne die Änderungen passiert. Er hatte mich schon direkt nach der Bundestagswahl im vergangenen Jahr gefragt, ob ich mir nach meinem Ausscheiden aus dem Bundestag eine Rolle bei der Evangelischen Allianz vorstellen könnte. 

Warum hat die Evangelische Allianz die Neustrukturierung beschlossen?

Die Allianz will auf der vereinsrechtlichen Ebene schlanker werden, um in der Zeit, in der wir leben, schneller und wirksamer agieren zu können. Und wir wollen die Basis besser einbinden. Es gibt so viel Kompetenzen und Ideen in den Gemeinden. Die neue Struktur erleichtert den Zugang und die Mitarbeit Im Grunde liefen die Kontakte bisher immer über die Mitglieder des Hauptvorstands. Deshalb haben wir nun eine Struktur geschaffen, die einen direkten Umgang zwischen Basis und Vorstand ermöglicht: durch den Konvent und in Form Runder Tische. Die beiden Vorstände sind dafür zuständig, die Tische zu besetzen, die Arbeit zu organisieren, zu bündeln und in konkrete Anliegen zu überführen. 

Was wird nun Ihre größte Herausforderung sein?

Uns Vorständen muss es gelingen, nach innen einend zu wirken und nach außen darzustellen, was die Evangelische Allianz ist und möchte. Zudem müssen die Netzwerke mit Leben gefüllt werden, gerne auch mit mehr jüngeren und weiblichen Beteiligten. Ich hoffe, dass uns das gelingt. 

Herr Heinrich, vielen Dank für das Gespräch.

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2 Antworten

  1. Ich sag mal lapidar zur Umgestaltung der Spitze: Wenn`s was hilft… Persönlich bin ich skeptisch.

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  2. Jetzt gilt es Frank Heinrich und Dr. Reinhardt Schink mit der Fürbitte zu unterstützen, natürlich auch mit konstruktiven Vorschlägen, wenn mal nötig auch mit konstruktiver Kritik. Gottes reichen Segen den Beiden und auch den neuen Sprecherinnen Daniela Knauz und Maike Sachs.

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Kommentare sind geschlossen.

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