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Neue Medien prägen neue Wörter

Die neue Auflage des Dudens enthält 5.000 neue Wörter. Viele davon kommen aus dem technischen Bereich. Die Entwicklung von Smartphones und Sozialen Medien verändert auch die Sprache.
Von Jörn Schumacher
„Selfie“ und „Selfiestick“ gehören zu den neuen Wörtern im Duden. Sie verraten etwas darüber, wie sich die Gesellschaft entwickelt hat.

Foto: Kaspars Grinvalds, fotolia

„Selfie“ und „Selfiestick“ gehören zu den neuen Wörtern im Duden. Sie verraten etwas darüber, wie sich die Gesellschaft entwickelt hat.

Die neue Ausgabe des Rechtschreibe-Dudens, die am Mittwoch erschienen ist, ist um 5.000 Wörter reicher. Die ergänzten Wörter spiegeln wider, was unsere Gesellschaft in den vergangenen Jahren geprägt hat. „Gerade der technische, innovative Bereich ist prädestiniert für neue Wörter“, erklärt Nicole Weiffen, Pressesprecherin des Dudenverlags, auf Anfrage von pro.

Etwa Begriffe aus dem amerikanischen Sprachraum, die rund um das Smartphone und um Soziale Medien entstanden sind, etablierten sich auch im deutschen Sprachgebrauch. Neu im Duden sind jetzt beispielsweise „Selfie“ und „Tablet“, „facebooken“ oder „liken“. Wörter wie diese prägten die Kommunikation heute viel stärker als noch vor zehn Jahren, als es manche Begriffe noch gar nicht gab, sagt Weiffen. Durch die Sozialen Medien würden auch Wörter, die bisher eher als Jugend- oder Umgangssprache bekannt waren, auch in der Erwachsenensprache ankommen.

Schlagworte gesellschaftlicher Debatten im Duden

Auch die Zeitgeschichte bringt neue Wörter hervor, die ihren Weg in den Duden finden. „Hasskriminalität“, „Lügenpresse“, „Willkommenskultur“ oder auch „postfaktisch“ und „Fake News“ sowie „Kopftuchstreit“ und „Drohnenangriff“ können jetzt nachgeschlagen werden. Sie alle sind Schlagworte der gesellschaftlichen und politischen Diskussionen der vergangenen zwei, drei Jahre.

Damit ein Wort in den Duden kommt, muss es mit einer gewissen Häufigkeit über längere Zeit im Sprachgebrauch verschiedener Medien auftauchen. Um das zu prüfen, werden täglich maschinell Tageszeitungen und Magazine durchforstet und Wörter nach ihrer Häufigkeit erfasst. So kann festgestellt werden, ob ein Wort langfristig verwendet wird, oder ob es nur vorübergehend auftaucht und dann wieder weitgehend verschwindet – wie etwa „Groko“, das Wort des Jahres 2013.

Aus einem Korpus von vier Milliarden Wortformen sind so 20.000 als potenzielle neue Kandidaten für den Duden übrig geblieben. 5.000 hat die Duden-Redaktion dann ausgewählt. Ob ein Wort in der Rechtschreibung schwierig ist, ist ein weiterer Aspekt, nach dem die Redakteure entscheiden. Denn der Rechtschreibe-Duden ist ein Nachschlagewerk für die korrekte Schreibung – kein Wörterbuch, das die Bedeutung von Begriffen erklärt. Nur in Einzelfällen, wo die Bedeutung eines Wortes unklar ist, steht sie auch im Duden dabei.

Insgesamt 145.000 Stichwörter hat die neue, 27. Auflage des Rechtschreibe-Dudens. Damit ist er nach Angaben des Verlags „der umfangreichste und aktuellste, den es je gab“. Die vorige Auflage erschien 2013. (pro)

Von: jst

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