Die Veranstalter der „Holy Spirit Night“ haben das australische Predigerehepaar Martin und Millicent Sedra wieder ausgeladen. Das wurde vier Tage vor Beginn der Veranstaltung am 3. Oktober über eine Instagram-Story mitgeteilt. Das Festival unter dem Titel „Heaven Now x Fire“ findet nun ohne Beteiligung des Rednerpaares vom 7. bis zum 10. Oktober im Gospel Forum Stuttgart mit mehreren Gastrednern und Musikern statt. Die Veranstalter rechnen mit bis zu 5.000 jugendlichen Teilnehmern.
Auslöser für die Ausladung war ein Instagram-Video von Amos Koch, in dem er scharfe Kritik an den Rednern übt. Der Clip verzeichnete innerhalb weniger Tage mehr als 100.000 Aufrufe. Koch erklärt darin, er könne nicht verstehen, wie der Veranstalter eine solche Sprecherauswahl habe treffen können. Seiner Ansicht nach vertreten die Sedras eine „menschenfeindliche Theologie“. Koch war eigenen Angaben zufolge selbst Prediger und stand bereits auf der Bühne des Gospel-Forums.
In seiner Kritik an den Rednern führt Koch unter anderem Predigtausschnitte an, in denen die Sedras Homosexualität als Sünde verurteilen oder gegen gesellschaftliche Entwicklungen Stellung beziehen. Dabei fällt der teils spöttische Ton auf, mit dem das Predigerpaar über Homosexualität und feministische Positionen spricht. Auch der Tonfall ist, neben den Inhalten, ein Grund für die Kritik Kochs und – das zeigen die Kommentare auf Social Media – auch anderer Kritiker. Ein Instagram-Post macht unter anderem den kontroversen Stil der Sedras im Hinblick auf Homosexualität deutlich. Der Post zeigt einen Feuerregen über einer Stadt mit der Unterschrift „wie Gott PRIDE ‚feiert‘“. In einem anderen Predigtausschnitt wendet sich Martin Sedramit den Worten „Turn or burn!“ (Kehrt um oder brennt!) an homosexuelle Menschen.
Koch prangert zudem die Verbindung der Sedras zur MAGA-Bewegung in den USA an. Das Rednerpaar war in den USA unter anderem auf Events der Organisation „Turning Point USA“ aufgetreten, die von Charlie Kirk gegründet und geleitet wurde.
Markus Wenz, der Vorsitzende der „Holy Spirit Night“, äußerte gegenüber der Nachrichtenagentur „Idea“ kurz vor Veranstaltungsbeginn, dass man die Kritik ernst genommen und mit Martin und Millicent Sedra gesprochen habe. „Theologisch sind wir uns in vielem nah. Aber die Art, wie über Menschen gesprochen wurde, passt nicht zu der Kultur, die wir auf unserer Bühne leben wollen“, erklärt Wenz gegenüber „Idea”. Ursprünglich habe man die Sedras wegen ihrer Lebensgeschichte und „leidenschaftlichen Verkündigung“ eingeladen, berichtet der „SWR“.