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„Holy Spirit Night“ kurzfristig abgesagt

Das Ordnungsamt Stuttgart hat die für vergangenes Wochenende geplante „Holy Spirit Night“ unterbunden. Die Behörde stufte die Veranstaltung als Unterhaltungsveranstaltung ein – und die sind in Baden-Württemberg verboten.
Von Norbert Schäfer
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Foto: Holy Spirit Night
Ohne Zuschauer vor Ort: Die „Holy Spirit Night“ mit Lobpreis, Gebet und Verkündigung wurde 2021 als Stream im Internet übertragen

Das Ordnungsamt der Stadt Stuttgart hat die „Holy Spirit Night“ (HSN), die eigentlich am vergangenen Freitag und Samstag im Gospel Forum Stuttgart als Präsenz-Veranstaltung stattfinden sollte, unterbunden. Die Veranstaltung konnte jedoch ohne Publikum im Internet übertragen werden.

„Wir hatten die HSN-Gottesdienste schon vor mehreren Wochen wie von der Coronaverordnung verlangt beim zuständigen Ordnungsamt angezeigt“, teilten die Verantwortlichen am Freitag auf der Website des Vereins mit, und weiter: „Müssen die Holy Spirit Night Gottesdienste vor Ort nun dennoch absagen!“

Für den 12. und 13. März hatte der Veranstalter, der Holy Spirit Night e.V., zur gleichnamigen Veranstaltung ins Gospel Forum nach Stuttgart eingeladen. Der Veranstalter erhielt eigenen Angaben zufolge am Freitag der vergangen Woche, also dem Tag der ersten Veranstaltung, Post vom Ordnungsamt der Stadt. Darin verbot die Behörde die „Holy Spirit Night“ (HSN).

Das Ordnungsamt der Stadt hatte sich nach Schilderung der Veranstalter in seinem Schreiben auf Regelungen der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg berufen und darauf verwiesen, dass „Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen“ untersagt seien. „Insbesondere handelt es sich nicht um eine religiöse Veranstaltung oder einen Gottesdienst“, teilte das Ordnungsamt den Veranstaltern mit, und weiter: „Eine Einordnung unter den Begriff der Religionsausübung ist ausweislich des Formats und des Inhalts nicht zulässig.“

In dem Schreiben wies das Ordnungsamt darauf hin, dass die „Veranstaltung als Event unter der Teilnahme verschiedener Musiker“ beworben worden sei. „Ein solches Veranstaltungsformat ist nach den aktuell geltenden Einschränkungen für Veranstaltungen nicht zulässig. Insofern kann die Veranstaltung insgesamt nicht stattfinden und ist durch den Veranstalter abzusagen.“

Unterhaltung oder Gottesdienst?

Auf Anfrage erklärte der Pressesprecher der Stadt, Martin Thronberens, am Montag: „Die Veranstalter hatten vor einiger Zeit zahlreiche Gottesdienste bei uns angemeldet. Aus dieser Meldung war nicht ersichtlich, dass es sich um ein Format dieser Größenordnung handelt.“ Dies habe die Behörde erst am Freitag morgen erfahren.

„Die Veranstaltung mit bis zu 650 Teilnehmern haben wir als Unterhaltungsveranstaltung eingestuft“, erklärte Thronberens am Montag gegenüber pro und verwies auf YouTube-Videos vergangener Veranstaltungen sowie auf den Eintrittspreis von 30 Euro und die zahlreichen Bands und Künstler der Veranstaltung.

Daher habe die Behörde die Veranstaltung „für dieses Wochenende erst einmal untersagt“. Die Veranstaltung habe „dann ohne Publikum als reines Streaming-Event stattgefunden“. Thronberens: „Den Veranstalter haben wir aufgefordert, uns ein umfangreiches Veranstaltungs- und Hygienekonzept vorzulegen wenn er beabsichtigt, so etwas nochmals als Gottesdienst stattfinden zu lassen. Hier warten wir nun auf Rückmeldung.“

Ein Hygienekonzept habe dem Ordnungsamt vorgelegen, erklärte der Veranstalter am Montag auf pro-Anfrage. Das „Hygienekonzept Gottesdienste”, demach gültig am dem 11. Februar 2021, sieht unter anderem einen Mindestabstand von 1,5 Meter zu anderen Personen sowie das Tragen von medizinischen Masken auf dem gesamten Gelände des Gospel Forum Stuttgart und den Verzicht auf Gemeindegesang vor. Eine konkrete Anzahl Gottesdienstteilnehmer sei bei der Anmeldung nicht erfolgt. Das sehe die Corona-Verordnung nicht vor.

Auf die Frage, ob es aus Veranstaltersicht nicht absehbar gewesen sei, dass coronabedingt eine Präsenz-Veranstaltung mit vielen Teilnehmern nicht stattfinden könne, erklärte der Verein: „Aktuell ist bei allen Veranstaltungen damit zu rechnen, dass sie coronabedingt nicht stattfinden können.“ Die Veranstaltung sei als Online-Gottesdienst konzipiert worden, woran auch wenige Gäste in Präsenz hätten teilnehmen können. „Für den Freitag Abend haben wir 200 Personen zugelassen“, erklärte der Verein. „Das sind weniger Besucher, als gerade im Baumarkt in unserer Nachbarschaft einkaufen gehen.“ Zu dem ganzen Vorgang erklärte der Veranstalter gegenüber pro: „Wir wollen mit der Absage unserer Veranstaltung nicht polarisieren.“

Motivation der „Holy Spirit Night“ ist nach eigenen Angaben „die Leidenschaft für den Heiligen Geist“. Die Veranstaltung hat sich zum Ziel gesetzt, dass die Teilnehmer dem Heiligen Geist begegnen können. Eigenen Angaben zufolge sind die Holy Spirit Nights „geprägt durch Lobpreis, Gebet, Verkündigung sowie der Freiheit, den Heiligen Geist wirken zu lassen“.

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