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Mukoviszidose-Bluttest kommt auf den Markt

Im Oktober wird in Deutschland ein Bluttest für Mukoviszidose bei ungeborenen Kindern eingeführt. Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte im September entschieden, dass ein Test auf Trisomie-Erkrankungen Kassenleistung werden soll.
Von Norbert Schäfer
Ein Bluttest kann erkennen, ob bei einem ungeborenen Kind Mukoviszidose vorliegt. Der Test kommt nun auf den deutschen Markt.

Foto: StudioLaMagica, fotolia

Ein Bluttest kann erkennen, ob bei einem ungeborenen Kind Mukoviszidose vorliegt. Der Test kommt nun auf den deutschen Markt.

Bei Schwangeren lassen sich genetische Defekte des werdenden Kindes feststellen. Mitte Oktober wird ein Test auf dem deutschen Markt eingeführt, mit dem im Blut der Mutter die Anlagen für Mukoviszidose beim ungeborenen Kind erkannt werden können. Das berichtet die Welt am Sonntag (WamS). Demnach soll der Test unter dem Namen „Unity-Test“ neben Mukoviszidose noch weitere vererbbare Krankheiten beim ungeborenen Kind erkennen.

Im September hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) entschieden, dass ein Bluttest auf Trisomie-Erkrankungen bei ungeborenen Kindern Kassenleistung werden soll. Dafür wird der schwangeren Frau Blut entnommen. Die Analyse kann das Vorliegen einer Trisomie 13, 18 oder 21 in den Genen des Embryos anzeigen. Das Bundesgesundheitsministerium muss dem Vorschlag noch zustimmen. Mit der Freigabe des Tests auf Kassenkosten wird erst 2021 gerechnet.

Richtung: „Eugenik und Selektion“

Zu dem Mukoviszidose-Test hat sich die behindertenpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Corinna Rüffer, gegenüber der WamS kritisch geäußert. „Es war immer klar, dass dem Trisomie-Test noch viele weitere folgen würden“, erklärte Rüffer gegenüber der Zeitung, und weiter: „Die Entwicklung der Pränataldiagnostik bewegt sich immer mehr in Richtung Eugenik und Selektion.“

Der Präsident des Verbands niedergelassener Pränatalmediziner, Alexander Scharf, hält nicht-invasive Pränataltests für „ein Geschäft mit der Angst“. Der Mediziner erkennt in dem Vorhaben, alles testen zu wollen was möglich sei, eine Art „Vollkasko-Mentalität“. Dabei werde zu wenig darüber nachgedacht, wie mit den Ergebnissen umzugehen sei. Weil die Tests, gerade bei seltenen Krankheiten, auch mit Fehlern behaftet sind, warnt Scharf: „Es steht zu befürchten, dass viele bei einem auffälligen Ergebnis innerhalb der Zwölf-Wochen-Frist die Notbremse ziehen und aus der Schwangerschaft aussteigen – auch wenn es keine medizinische Notwendigkeit dafür gibt.“

Der Mukoviszidose-Test wird rund 700 Euro kosten und muss von den Eltern bezahlt werden. Der nicht-invasive Pränataltest (NIPT) soll nach Angaben des Vertriebsunternehmens in der „Schwangerschaft eine höhere Sicherheit geben“ und kann ab der elften Schwangerschaftswoche eingesetzt werden. Eigenen Angaben zufolge will das Unternehmen Eluthia „werdende Eltern dabei unterstützen, ihre Schwangerschaft zu einem möglichst unbeschwerten Erlebnis werden zu lassen“.

Mukoviszidose ist eine vererbte Stoffwechselerkrankung, bei der die Zusammensetzung der Körpersekrete verändert wird und die in betroffenen Organen zu Funktionsstörungen und damit häufig zu einer eingeschränkten Lebenserwartung führt. In Deutschland sind rund 8.000 Menschen von der Krankheit betroffen.

Von: Norbert Schäfer

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