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Möbelhaus wirbt mit „Zehn Gebote“-Spot: Religiöse Gefühle verletzt

Ein großes Möbelhaus in Österreich wirbt derzeit mit den „Zehn Geboten“ und sorgt mit den Clips für verletzte religiöse Gefühle. Mittlerweile hat der Werberat zahlreiche Beschwerden erhalten. Kommende Woche wird er eine Entscheidung zu dem Fall treffen.
Von PRO
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Werbespots eines großen Einrichtungshauses sorgen derzeit in Österreich für Aufregung. Ein Schauspieler mimt die biblische Figur Mose und präsentiert „Die zehn Gebote des XXXLutz“.

Foto: XXXLutz Österreich, YouTube

Werbespots eines großen Einrichtungshauses sorgen derzeit in Österreich für Aufregung. Ein Schauspieler mimt die biblische Figur Mose und präsentiert „Die zehn Gebote des XXXLutz“.

Das Möbelhaus XXXLutz wirbt in Österreich derzeit mit Spots, in denen ein verkleideter Schauspieler mit Gesetzestafeln in der Hand zum Sparen aufruft. Diese Clips führten zu aktuell mehr als 30 Beschwerden bei Österreichischen Werberat. Die Werbespots mit dem Überthema „Die zehn Gebote des XXXLutz“ besagen unter anderem „Du sollst immer viel sparen“, „Du sollst eine Markenküche besitzen” oder „Du sollst immer gut schlafen“.

„Spot verletzt religiöse Gefühle“

Seit Montag sind die 25-Sekunden-Clips bei YouTube online. In einer Beschwerde beim Werberat heißt es: „Dieser TV-Spot mit biblischen Bildern und den Gesetzestafeln verunglimpft alle drei monotheistischen Religionen, verletzt religiöse Gefühle, verstößt gegen Ethik und Moral, äußert sich beleidigend über alte Menschen und diskriminiert Heimaufenthalte als Strafe. Er ist zudem peinlich, geschmacklos, respektlos und abstoßend.“

Ein anderer Beschwerdeführer schreibt: „Mit der Geschmacklosigkeit des neuen Werbespots wird christliches Gedankengut bewusst ins Lächerlicher verzerrt und entwertet.“ Eine Person fordert in ihrem Schreiben, dass das Unternehmen nicht nur abgemahnt werden, sondern auch eine Geldstrafe erhalte solle.

Pensionistenverband: „Ungeheuerliches Fehlverhalten“

Auch ältere Menschen würden mit der Werbung verunglimpft. Über den Satz „Spar dir den Kommentar, sonst kommst du ins Heim“, den Darsteller Max Putz zu Oma Putz sagt, beschwert sich Pensionistenverbands-Generalsekretär Andreas Wohlmuth. Er schreibt: „Eine skandalöse Entgleisung, eine offene Drohung gegenüber alten Menschen, eine Aussage, wie man sie längst überwunden geglaubt hat!“ Der Pensionistenverband bringe mit dem Schreiben „Klage gegen den Werbespot des Möbelhauses beim Österreichischen Werberat ein“.

Wohlmuth erklärt weiter: „Wehret den Anfängen! Ältere verächtlich machen, zu drohen, sie ins Heim abzuschieben, ist definitiv nicht lustig! Das ist kein Kavaliersdelikt, das ist ein ungeheuerliches Fehlverhalten! Wir erwarten den sofortigen Stopp des Werbespots und eine Entschuldigung der Geschäftsführung gegenüber älteren Menschen!“

Beim Werberat ist das Verfahren derzeit in Bearbeitung. Das Gremiun wird voraussichtlich bis zum 9. November entscheiden, ob es zum Stopp dieser Werbekampagne aufruft, berichtet die Zeitung Der Standard.

Die in Wien ansässige Werbeagentur „Demner, Merlicek & Bergmann“ hat die Spots produzieren lassen. Mariusz Jan Demner erklärt auf Anfrage des Standards: „Wir haben nicht die Bibel, sondern lediglich einen fast 40 Jahre alten Film von Monty Python zitiert – ,Das Leben des Brian‘, beziehungsweise die darin enthaltenen Predigt-Szenen.“ Der Film gehöre „schon längst zu den großen Comedy-Klassikern und hat Generationen unterhalten und geprägt“.

Es sei keinesfalls die Absicht gewesen, religiöse Gefühle zu verletzen. „Die Spots wie der Film bedienen sich eines klar satirischen Tons, der damals wie heute unterhalten sollte – was auch viele positive Reaktionen bestätigen.“ Die Aufregung um die Werbespots bringt dem Möbelhaus auf jeden Fall zusätzliche Aufmerksamkeit.

Von: Martina Blatt

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