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Mindestens 65 Journalisten 2017 getötet

Weltweit ist die Zahl der getöteten Medienschaffenden im Vergleich zu 2016 um 18 Prozent gesunken. Viele Journalisten haben Länder aus Sicherheitsgründen verlassen. Das geht aus dem Bericht der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde.
Von PRO
65 Medienschaffende sind 2017 bei ihrer Arbeit getötet worden, wie „Reporter ohne Grenzen“ dokumentiert
65 Medienschaffende sind 2017 bei ihrer Arbeit getötet worden, wie „Reporter ohne Grenzen“ dokumentiert

Weltweit ist 2017 das Jahr mit der geringsten Zahl getöteter Journalisten seit 14 Jahren, berichtet die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ (ROG). Ein Grund für diese Entwicklung sei, dass viele Medienschaffende Länder verlassen, weil ihr Arbeiten gefährlich geworden sei. Vor allem in Ländern wie Syrien, dem Irak, dem Jemen und Libyen seien kaum noch Journalisten vorzufinden. Teilweise gäben sie ihre Tätigkeit auch ganz auf. Es sei ingsgesamt ein stärkeres Bewusstsein dafür vorhanden, Journalisten besser vor tödlicher Gewalt zu schützen, sodass immer mehr von ihnen vor einem gefährlichen Einsatz geschult werden.

Bereits in den vergangenen sechs Jahren war Syrien das für Journalisten gefährlichste Land. Das hat sich auch im Jahr 2017 nicht geändert. Journalisten – ob professionell ausgebildet oder nicht – seien dort ständig Gefahren wie dem Beschuss durch Heckenschützen, Raketenangriffen, Sprengfallen oder Selbstmordattentaten ausgesetzt. Am stärksten gefährdet seien syrische Journalisten. Auch im Irak und in Afghanistan seien vor allem einheimische Medienschaffende getötet worden – davon neun in Afghanistan und acht im Irak. Syrien wird dicht von Mexiko gefolgt, welches das gefährlichste Land für Journalisten bleibe, in dem kein bewaffneter Konflikt herrscht. Die Philippinen sind das gefährlichste Land Südostasiens. Vier Journalisten kamen bei Mordanschlägen ums Leben.

Die Zahl der getöteten Journalistinnen hat sich verdoppelt, wie der Bericht zeigt. Während es 2016 fünf Frauen waren, waren es 2017 zehn. Ihre Recherchearbeiten zu korrupten Politikern und kriminellen Gruppen kosteten ihnen das Leben.

China bleibt Land mit den meisten inhaftierten Journalisten

Die Zahl der inhaftierten Medienschaffenden ist um sechs Prozent gesunken. Allerdings seien zugleich auch in einzelnen Ländern auffällig viele verhaftet worden – so zum Beispiel in Marokko und Russland. In Marokko etwa sitzen derzeit ein Journalist, vier Bürgerjournalisten und drei Medienmitarbeiter wegen ihrer Arbeit in Haft. In den Regionen von Russland sind fünf Journalisten und ein Blogger derzeit wegen ihrer Arbeit in Haft.

Fast die Hälfte der weltweit inhaftierten Journalisten sitzt in den Gefängnissen von nur fünf Ländern. China bleibt an der Spitze. Die Methoden der Regierung würden ständig weiterentwickelt, um Blogger und Journalisten aufzuspüren. Sie würden so lange im Gefängnis festgehalten, bis sich ihr Gesundheitszustand so verschlechtert, dass sie sterben. In der Türkei sind weltweit die meisten professionellen Journalisten inhaftiert. Willkürliche Gründe erlaubten es, Journalisten wegen Terrorismus-Vorwürfen festzunehmen. Indem die Untersuchungshaft hinausgezögert werde, warteten die meisten Inhaftierten noch auf ihr Urteil. Vietnam liegt nun vor Ägypten, nachdem es mit Zensur, willkürlicher Haft und staatlicher Gewalt die Einschränkung der Pressfreiheit verschärft habe. In den vergangenen Monaten wurden dort mindestens 25 Blogger verhaftet oder des Landes verwiesen.

Die Zahl der entführten Medienschaffenden ist um vier Prozent gestiegen. Darunter seien vor allem Einheimische, die unter gefährlichen Bedingungen arbeiten. Auch Bürgerjournalisten leben gefährlich: Derzeit werden sieben Bürgerjournalisten von bewaffneten Gruppen als Geiseln gehalten, drei mehr als vor einem Jahr. Dieser Zuwachs zeuge von ihrer zunehmenden Bedeutung für die Berichterstattung insbesondere aus Kriegsregionen, die für professionelle Journalisten unzugänglich sind. Der Islamische Staat hält dem Bericht zufolge die meisten Geiseln, gefolgt von den Huthis im Jemen. Syrien sei das Entführungsland Nummer eins für ausländische Medienschaffende. Drei von derzeit sieben Entführten würden seit mehr als fünf Jahren von Geiselnehmern festgehalten.

Von: Jennifer Adam

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