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Meinungen der Kirchen scheiden sich

Seitdem die Kanzlerin vom „Nein" der Union zur „Ehe für alle“ abgerückt ist, überschlagen sich Stellungnahmen. Die Kirchen vertreten unterschiedliche Ansichten über die Ehe.
Von PRO
Über die Bedeutung der Ehe herrscht bei den Kirchen Uneinigkeit
Über die Bedeutung der Ehe herrscht bei den Kirchen Uneinigkeit

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich in einer Veranstaltung am Montag vom klaren Nein der Union zur „Ehe für alle” distanziert und das Thema zu einer „Gewissensentscheidung” erhoben. Die Kirchen sind sich in der Frage uneins und vertreten unterschiedliche Positionen. Während die katholische Kirche ein Festhalten an der traditionellen Ehe fordert, wird die „Ehe für alle” von der evangelische Kirche begrüßt.

Die katholische Kirche äußerte starke Vorbehalte gegen die geplante Ehe für alle. Für die Bischofskonferenz sei die Ehe „die Lebens- und Liebesgemeinschaft von Frau und Mann als prinzipiell lebenslange Verbindung mit der grundsätzlichen Offenheit für die Weitergabe von Leben”, erklärte Kardinal Reinhard Marx am Mittwoch in einer Pressemeldung der Deutschen Bischofskonferenz. „Wir bedauern, wenn dieser Ehebegriff aufgelöst werden soll und damit die christliche Auffassung von Ehe und das staatliche Konzept weiter auseinandergehen.”

EKD: Keine Schmälerung der Ehe

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) kommt in der Frage zu einem anderen Urteil. Sie zeigte sich am Mittwoch wohlwollend gegenüber der „Ehe für alle” und erkennt keine Schmälerung der klassischen Ehe. Der Rat der EKD teilte in einer Pressemeldung mit: „Für die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) sind Vertrauen, Verlässlichkeit und die Übernahme von Verantwortung in der Gestaltung menschlicher Beziehungen von zentraler Bedeutung.” Aus EKD-Sicht biete die Ehe dafür beste Voraussetzungen und sei deshalb ein „Zukunftsmodell”, das auf „lebenslanger Treue” beruhe. „Dass auch für gleichgeschlechtlich liebende Menschen, die den Wunsch nach einer lebenslang verbindlichen Partnerschaft haben, der rechtliche Raum vollständig geöffnet wird, in dem Vertrauen, Verlässlichkeit und Verantwortung durch gesetzliche Regelungen geschützt und unterstützt werden, begrüßt die EKD”, erkennt aber an, „dass in „evangelischen Landeskirchen wie in der weltweiten Kirche unterschiedliche Auffassungen” herrschen, die auch weiterhin ihre Berechtigung hätten.

Bischöfe kritisieren Tempo

Der Bundestag wird voraussichtlich am Freitag, in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause, über die „Ehe für alle” entscheiden. Kardinal Marx bewertet das Tempo bei der Abstimmung über eine „gesellschaftspolitische Grundentscheidung” als „völlig unangemessen” und „überstürzt”. Erst am Mittwoch hatte der Rechtsausschuss des Bundestages den Gesetzesentwurf an den Bundestag verwiesen, der zur Debatte im Parlament den Entwurf noch auf die Tagesordnung nehmen muss. Die Union hat angekündigt, sich der Debatte im Bundestag nicht zu verschließen. Mit einer Abstimmung wird am Freitagnachmittag gerechnet. (pro)

Von: nob

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