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Mehr Spenden an Protestanten als an Katholiken

Die Deutschen haben dieses Jahr mehr an kirchliche Organisationen gespendet als letztes Jahr. Die Katholische Kirche muss dennoch einen Spendenrückgang hinnehmen. Auch die Anzahl der Spender nimmt deutschlandweit ab. Dennoch bleibt das Spendenniveau stabil.
Von PRO
Pro Spende geben die Deutschen im Schnitt 35 Euro

Foto: M. Schuppich, Fotolia

Pro Spende geben die Deutschen im Schnitt 35 Euro

Etwa 15,7 Millionen Menschen haben im Zeitraum von Januar bis September 2019 rund 3,3 Milliarden Euro an Kirchen oder gemeinnützige Organisationen gespendet. Diese Ergebnisse lieferte die Studie „Trends und Prognosen“, die die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) jährlich im Auftrag des Deutschen Spendenrats durchführt. Das sind so wenige Spender wie noch nie seit 2005, als es die Studie erstmals gab. Doch die gespendete Summe ist das drittbeste Ergebnis. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Gesamtspendenvolumen um 1,3 Prozent gesunken. Der größte Spendenposten ging mit 75,3 Prozent in die humanitäre Hilfe.

Evangelische überholt Katholische Kirche

Der Abwärtstrend bei den Spenden an konfessionelle Organisationen, der sich im Rahmen der Studie in den vergangenen Jahren zeigte, konnte unterbrochen werden. Ihren Anteil an den gesamten Spendeneinnahmen konnten die Konfessionellen von 23,2 Prozent auf 23,7 Prozent steigern. Die Zugewinne entfallen jedoch allein auf evangelische Organisationen wie die Evangelische Kirche, Christoffel Blindenmission, Brot für die Welt, Johanniter, Liebenzeller Mission, ERF Medien und weitere. Sie konnten ihren Anteil am Gesamtspendenvolumen von 11,3 Prozent auf 12,6 Prozent ausbauen. Die katholischen Organisationen mussten hingegen einen Rückgang ihres Anteils von 11,9 Prozent auf 11,1 Prozent hinnehmen. In die Statistik zählen unter anderem die Katholische Kirche, Caritas, Misereor, Kirche in Not, Malteser und Missio.

Der Geschäftsführer des katholischen Hilfswerks Kirche in Not, Florian Ripka, betonte laut einer Pressemitteilung: „Trotz der Herausforderungen für den konfessionellen Bereich ist die Loyalität unserer Spenderinnen und Spender ungebrochen und krisenfest.“ Aufgrund der Hilfen für den Nahen Osten habe die Organisation viele neue Spender dazugewinnen können. Die Herausforderung sei es jetzt, die Menschen weiterhin für kirchliche Hilfsprojekte zu begeistern.

Konfessionelle Spender in der Mehrheit

Der GfK-Studie zufolge nimmt die Konfessionszugehörigkeit in Deutschland seit mehreren Jahren ab. Der Anteil der konfessionell gebundenen Personen an der Gesamtbevölkerung als auch an den Spendern sank im gleichen Maße. Dennoch stellen sie unter den Spendern nach wie vor die Mehrheit. Im Jahr 2013 gaben noch 57 Prozent der deutschen Bevölkerung und 68 Prozent der Spender an, einer Konfession anzugehören. 2018 bekannten sich noch 51 Prozent der Bevölkerung zu einer Konfession und 62 Prozent der Spender.

Laut der GfK-Prognose wird 2019 insgesamt ein erfolgreiches Spendenjahr werden. Das Institut erwartet, dass das Spendenvolumen, wie auch im vorigen Jahr, wieder deutlich über 5 Milliarden Euro liegen wird. Selbst bei leichten Verlusten wird es in etwa auf gleichem Niveau bleiben.

Die Studie ist ein Teilergebnis des GfK-CharityPanels. Sie wird jährlich durchgeführt. Für die Erhebung befragte die GfK 10.000 Deutsche repräsentativ ab ab zehn Jahren.

Von: Stephan Mannl

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