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Mehr-Konferenz, Franklin Graham, Organspende: Das war der Januar 2020

Da sprach noch kaum einer von Corona: Der Streit um die Organspende-Widerspruchslösung dominierte den Jahresbeginn. Außerdem: 12.000 betende „Mehr“-Teilnehmer, Oscar-Nominierungen für einen Papst-Film – und Aufregung um einen prominenten US-Prediger.
Von PRO
Johannes Hartl, Gründer des Gebetshauses Augsburg, konnte Anfang des Jahres 12.000 Besucher bei der Mehr-Konferenz begrüßen

Foto: Wolfgang Wimmer

Johannes Hartl, Gründer des Gebetshauses Augsburg, konnte Anfang des Jahres 12.000 Besucher bei der Mehr-Konferenz begrüßen

Alles „Mehr“ auf der Mehr-Konferenz

Nach einem Jahre Pause fand im Januar wieder die ökumenische Mehr-Konferenz in Augsburg statt. Die zwölfte Auflage brach alle bisherigen Rekorde. 12.000 Teilnehmer, 170 Aussteller und mehr als 600 Helfer fanden sich vier Tage lang auf dem Augsburger Messegelände ein. Auf dem Programm standen Lobpreis-Zeiten, intensive Vorträge und Momente der Stille. Für den Leiter des Augsburger Gebetshauses, Johannes Hartl, sollte auch die christliche Gemeinschaft einen hohen Stellenwert haben: sowohl mit Gott als auch mit den übrigen Besuchern. Das Abendmahl feierten Katholiken und Protestanten getrennt.

Über 12.000 Teilnehmer waren Anfang des Jahres bei der Mehr-Konferenz in Augsburg Foto: Vic Harster
Über 12.000 Teilnehmer waren Anfang des Jahres bei der Mehr-Konferenz in Augsburg

Franklin Graham: Kommt er oder nicht?

Intensive Debatten gab es um den Auftritt des Evangelisten Franklin Graham, der im Juni 2020 zum „Festival of Hope“ nach Köln kommen sollte. Der Sohn von Billy Graham hatte gleichgeschlechtliche Ehen als „Sünde“ und den Islam als „sehr böse Religion“ bezeichnet. Dies führte dazu, dass der Betreiber des Veranstaltungsortes in Liverpool sein Konferenzzentrum nicht mehr zur Verfügung stellte. Im Rahmen einer Acht-Städte-Tournee sollte Franklin Graham am 12. Juni in Liverpool auftreten. Für den 20. Juni war sein Auftritt beim „Festival of Hope“ in der Kölner Lanxess-Arena geplant. Beide Veranstaltung fielen der Corona-Pandemie zum Opfer und wurden verschoben.

Seine Aussagen waren Stein des Anstoßes, um Auftritte von ihm abzusagen: Franklin Graham Foto: Cornstalker | CC BY-SA 4.0 International
Seine Aussagen waren Stein des Anstoßes, um Auftritte von ihm abzusagen: Franklin Graham

Organspende: Widerspruchslösung fällt durch

Der Bundestag lehnte Mitte Januar die Widerspruchslösung zur Organspende ab. Stattdessen stimmten die Abgeordneten für eine Stärkung der Organspendebereitschaft. Vorab hatte es eine intensive Debatte gegeben. Auch die Kirchen hatten die Widerspruchsregelung kritisiert. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte vorgeschlagen, dass jeder, der nicht ausdrücklich widerspricht, automatisch Organspender sein soll. Eine Mehrheit fand dagegen der Entwurf von Grünen-Parteichefin Annalena Baerbock und weiteren Abgeordneten, der Menschen vermehrt zur Organspende ermutigen soll.

Der Bundestag möchte mit einem Gesetzesvorhaben, die Organspendebereitschaft der Deutschen stärken Foto: Phalinn Ooi, fotolia | CC BY-SA 2.0 Generic
Der Bundestag möchte mit einem Gesetzesvorhaben, die Organspendebereitschaft der Deutschen stärken

RTL plant die Passionsgeschichte

Es sollte eines der ganz großen christlichen Medienereignisse werden. Der Fernsehsender RTL kündigte an, die Passionsgeschichte als multimediales Projekt „Die Passion“ kurz vor Ostern mitten in der Stadt Essen zu erzählen. Mit dabei sein sollten viele Prominente, darunter der TV-Moderator Thomas Gottschalk als Erzähler. Für die Hauptrolle als Jesus von Nazareth war Alexander Klaws vorgesehen. Gottschalk sagte bei der Vorstellung des Projekts, viel zu wenige Menschen wüssten heute noch, was damals eigentlich genau geschah. Aufgrund der Corona-Pandemie entschied sich der Sender, auf die Durchführung zu verzichten.

Mitten in Essen sollte die Passionsgeschichte live inszeniert werden Foto: RTL
Mitten in Essen sollte die Passionsgeschichte live inszeniert werden

Oscar-Nominierungen für den Doppel-Papst

Der Spielfilm „Die zwei Päpste“, der vom Amtswechsel von Benedikt zu Franziskus handelt, war in gleich drei Kategorien für einen Oscar nominiert: für die beste Hauptrolle (Jonathan Pryce), das Drehbuch (Anthony McCartens) und die beste Nebenrolle (Anthony Hopkins). Die Netflix-Produktion erzählt den Wechsel von Papst Benedikt XVI., der 2013 von seinem Amt zurücktrat, zu Jorge Mario Bergoglio, der seitdem als Papst Franziskus Chef im Vatikan ist. Allerdings: Bei den Nominierungen blieb es.

Ein Film mit religiösen Inhalten wurde für den Oscar nominiert Foto: Netflix
Ein Film mit religiösen Inhalten wurde für den Oscar nominiert

Von: Johannes Blöcher-Weil

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