USA: Gesetz gegen Internet-Mobbing erlassen

Der Gouverneur des amerikanischen Bundesstaates Missouri hat ein Gesetz gegen Cyber-Mobbing unterzeichnet. Es soll Minderjährige vor Online-Schikanen schützen. Das neue Gesetz tritt am 28. August dieses Jahres in Kraft.

Hintergrund der Entscheidung ist das Schicksal der 13-jährigen Megan, die in dem sozialen Netzwerk "My Space" von einem vermeintlichen Freund psychisch so drangsaliert wurde, dass sie sich im Oktober 2006 das Leben nahm. Der Fall hatte vor zwei Jahren in den USA großes Aufsehen erregt. Wie das Internetportal "Heise"meldet, steht eine Nachbarin der Familie unter Verdacht, sich unter einem falschen Namen bei "MySpace" angemeldet und dann das Mädchen systematisch drangsaliert zu haben. Die Beschuldigte steht nun in Los Kalifornien, dem Bundessstaat, in dem "MySpace" seinen Sitz hat, wegen Verschwörung und dem widerrechtlichen Zugriff auf geschützte Computersysteme vor Gericht. Sie habe falsche Angaben bei der "MySpace"-Registrierung gemacht und gegen Unternehmensstatuten verstoßen. Die Angeklagte bestreitet die Vorwürfe.

Online-Belästigung gilt als Straftat

Nach dem neuen Gesetz gelten Stalking und Belästigung sowie Verleumdung nun in Missouri auch dann als Straftat, wenn sie über "jegliche Form der Kommunikation" einschließlich des Internets begangen wird. Außerdem sollen Schulen ihre Administratoren dazu anweisen, Online-Belästigungen und -Stalking den Strafverfolgern zu melden.

Missouri könnte damit zum Vorreiter in der Bekämpfung von Bedrohungen für Minderjährige durch moderne Kommunikationstechniken werden. Bisher gibt es laut dem Magazin "Der Spiegel" in den USA keine Rechtsgrundlage, jemanden wegen online kommunizierter Grausamkeit zu verurteilen. Daher verfolgen Rechtsexperten den Verlauf des Prozesses mit großer Aufmerksamkeit.

Internetmobbing ist weltweit ein zunehmendes Problem. Auch Südkorea hat in diesem Jahr ein Gesetz zu Vermeidung von Internetmobbing vorgelegt. Dort sollen Internet-User sich nicht mehr hinter falschen IDs verstecken können. „User werden nun aufgefordert, ihren wirklichen Namen und ihre Sozialversicherungs-Nummer anzugeben, bevor sie neue Beiträge erstellen können", so ein Regierungssprecher.

Von: PRO/EN

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