Oliver Welke ist Moderator der heute-Show, die den gekreuzigten Osterhasen zeigte

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ZDF-Fernsehrat lehnt Programmbeschwerden ab

Ein Osterhase am Kreuz in der „heute-show“ hatte unter einigen Christen Empörung hervorgerufen. Jetzt hat der Fernsehrat eine entsprechende Programmbeschwerde abgelehnt – nach kontroversen Diskussionen.

Im Frühjahr hatte der Fall für Aufsehen gesorgt: In einem Beitrag der „heute-show“ vom 6. April wurde in einer Nacherzählung der Passionsgeschichte ein Plüschhase statt Jesus ins Bild gesetzt. So war beim letzten Abendmahl der Hase im Kreis der Jünger zu sehen. Auch am Kreuz hing nicht Jesus Christus, sondern der Osterhase.

Einige Christen sahen sich durch die Darstellung in ihren religiösen Gefühlen verletzt. Der Christliche Medienverbund KEP legte Programmbeschwerde ein. Die Satire habe „eklatant gegen den Programmgrundsatz, ‚die sittlichen und religiösen Überzeugungen‘ in der Bevölkerung ‚zu achten‘ und sie nicht herabzuwürdigen“, verstoßen. Der Christliche Medienverbund KEP gibt auch das Christliche Medienmagazin pro heraus.

ZDF-Intendant Thomas Bellut bat darauf in einem Brief um Entschuldigung, falls religiöse Gefühle verletzt worden seien. Gleichzeitig sah er keine Verstöße gegen Programmgrundsätze. Schließlich sei das Ziel der Satire nicht gewesen, das Christentum lächerlich zu machen, sondern auf die wahre Bedeutung von Ostern hinzuweisen. Weil der Christliche Medienverbund KEP seine Beschwerde aufrecht erhielt, landete der Fall im Fernsehrat, dem Selbstkontrollgremium des ZDF. Der 60-köpfige Fernsehrat setzt sich zusammen aus Vertretern verschiedener gesellschaftlicher Bereiche wie Politik, Verbände oder Kirchen.

Grenzen von Satire immer wieder neu ausloten

Am Freitag tagte der Rat in Mainz, um unter anderem über die Programmbeschwerde zu befinden. Zuvor hatte der zuständige Programmausschuss darüber beraten. Kai Klose (Grüne), Staatssekretär im hessischen Sozialministerium, erklärte im Namen des Ausschusses, es habe durchaus intensive Diskussionen gegeben. Dennoch empfehle er, die Programmbeschwerde als unbegründet abzulehnen. Klose folgte in seiner Begründung dem Intendanten Bellut: Der Beitrag sei eine überspitzte Reaktion auf die falsche Behauptung des AfD-Politikers Jörg Meuthen, dass der Lindt-Osterhase – womöglich aus Rücksicht auf Muslime – in „Traditionshase“ umbenannt worden sei. Dies sei legitim. Auch der Christliche Medienverbund KEP hatte in seiner Beschwerde die Ziele der Satire nicht in Frage gestellt, sondern die Wahl der Mittel – den Osterhasen am Kreuz – kritisiert.

Der Fernsehrat folgte dem Votum des Beschwerdeausschusses, wobei sich zwei Mitglieder enthielten – so viele wie bei sonst keiner der am Freitag behandelten Programmbeschwerden. Eine Enthaltung kam von Beate Bäumer, ständige Beauftragte des Erzbistums Hamburg. Sie sprach gegenüber pro von einer „intensiven Diskussion“ im zuständigen Ausschuss, in dem sie Mitglied ist. Satire und Religion stünden häufig in Spannung zueinander. Die Grenzen von Satire müssten daher immer wieder neu ausgelotet werden. „Anders als sonst haben viele Mitglieder des Ausschusses auch persönlich darüber gesprochen, ob sie sich durch die satirische Darstellung des Osterhasen in ihrem Glauben verletzt fühlen.“ Auch sei die Frage aufgekommen, ob man eine solche Satireform auch in Bezug auf den Islam gewählt hätte.

Eine weitere Programmbeschwerde gegen einen Videoclip in den sozialen Medien mit dem Titel „Töten für Jesus“ wurde – wie alle anderen in dieser Sitzung vorgebrachten Beschwerden – ebenfalls abgelehnt. Der kurze Internetbeitrag listet Beispiele von Gewalt im Namen des Christentums auf, unter anderem den Terroristen Anders Breivik oder den Ku-Klux-Klan. Der zuständige Ausschuss erkannte auch hier keine Verstöße gegen Programmgrundsätze. Die Überschrift sei zwar „journalistisch misslungen“, aber auszuhalten, sagte Richard Meng, der bis 2014 Sprecher des Berliner Senats war. Allerdings vermische der Beitrag „sehr pauschal“ verschiedene Dinge miteinander. Insbesondere werde nicht klar, wo das Christentum das eigentliche Motiv für die Gewalt gewesen sei.

Von: Nicolai Franz

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