Thomas Bellut ist seit 2012 Intendant des ZDF

Thomas Bellut ist seit 2012 Intendant des ZDF

ZDF-Intendant bittet um Entschuldigung

Ein Plüschhase statt Jesus am Kreuz – so hatte die Satiresendung „heute-show“ das Passionsgeschehen gezeigt. In einer offiziellen Reaktion hat ZDF-Intendant Thomas Bellut jetzt Verständnis für eine Programmbeschwerde des Christlichen Medienverbundes KEP geäußert – und um Entschuldigung gebeten.

Auf seine Programmbeschwerde zu einem Beitrag der Satiresendung „heute-show“, der die Passionsgeschichte mit einem gekreuzigten Plüschhasen darstellte, bekam der Christliche Medienverbund KEP Antwort vom Intendanten des ZDF, Thomas Bellut. In seinem Schreiben legte Bellut zunächst ausführlich dar, dass es der Redaktion der „heute-show“ darum gegangen sei, eine absurde Islamkritik von AfD-Chef Jörg Meuthen zu widerlegen. In einer satirisch überspitzten Darstellung habe man „die Instrumentalisierung christlich-abendländischer Werte durch die AfD zur Rechtfertigung islamkritischer Ressentiments angeprangert“.

Als verstärkendes Stilmittel seien hierzu „Bilder der Passionsgeschichte satirisch verfremdet“ worden. Wörtlich fügte Bellut hinzu, er könne „sehr gut nachvollziehen, wenn Sie sich über diese Art der Darstellung beschweren“. Eine Herabwürdigung des christlichen Glaubens und seiner Symbole oder eine Verletzung religiöser Gefühle seien „zu keiner Zeit von der Redaktion beabsichtigt oder gar Ziel dieser Satire“ gewesen. Sollten religiöse Gefühle „dennoch verletzt worden sein, bitte ich dies zu entschuldigen“. Zugleich machte er deutlich, dass ihm die Einordnung in den Kontext der von der Redaktion beabsichtigten AfD-Kritik wichtig sei.

Der Geschäftsführer des Christlichen Medienverbundes, Christoph Irion, äußerte Respekt für die differenzierte Antwort des ZDF-Intendanten: „Ich danke Herrn Dr. Bellut für diese Entschuldigung. Sie gilt letztlich allen enttäuschten Zuschauern, die den Eindruck hatten, die Passionsgeschichte Jesu, die der zentrale Dreh- und Angelpunkt des christlichen Glaubens aller Konfessionen ist, sei in der ‚heute-show‘ buchstäblich zur flotten Lachnummer geworden.“ In unserer oft gereizten und überhitzten Debattenkultur seien „ernst gemeinte Entschuldigungen inzwischen eine Seltenheit. Diese Geste verdient Respekt.“

Fernsehrat soll sich mit Beschwerde befassen

Zugleich kritisierte Irion jedoch, dass der Intendant die Programmbeschwerde des Christlichen Medienverbundes KEP argumentativ nicht entkräftet habe. Nach Angaben von Irion hat der Christliche Medienverbund deshalb beantragt, dass der ZDF-Fernsehrat sich mit dem Thema befasst. Den Bestimmungen des Senders zufolge wird die Vorsitzende des Fernsehrates, Marlehn Thieme, die Beschwerde an den zuständigen Programmausschuss weiterleiten. Dieser wiederum soll nach eingehender Prüfung des kompletten Sachverhaltes eine Beschlussempfehlung für den Fernsehrat erarbeiten.

Nach Einschätzung des Christlichen Medienverbundes erscheint die von Intendant Bellut dargelegte ursprüngliche Absicht der heute-show-Macher „glaubwürdig und im Hinblick auf die fragwürdigen Äußerungen der AfD durchaus ehrenhaft“, so Irion. „Sie ist jedoch auf nachvollziehbare Weise offenbar handwerklich nicht überzeugend umgesetzt worden: Denn die satirisch entstellte Präsentation der biblischen Passionsgeschichte und der Person Jesu hat nach unserer Kenntnis viele Zuschauer irritiert. Wer sich die von uns kritisierte Passage in der ZDF-Mediathek anschaut, kann an dieser Stelle der Sendung kaum auf die Idee kommen, hier wird die AfD kritisiert. Gelacht wird über den komischen Osterhasen am Kreuz.“ Der persiflierte Christus, der nach christlicher Glaubensüberzeugung unschuldig zu Tode gefolterte Gottessohn und sein qualvolles Sterben würden hier – bewusst oder unbewusst – der Lächerlichkeit preisgegeben.

Update: Mittlerweile hat sich ZDF-Intendant Bellut gegenüber der Deutschen Presse-Agentur geäußert. „Ich habe mein Bedauern darüber ausgedrückt, dass bei einem kleinen Teil der Zuschauer religiöse Gefühle verletzt wurden.“ Die Satire der „heute-Show“ nannte er eine „nachvollziehbare Reaktion“ auf eine „politische Äußerung der AfD“. Nach Auffassung des ZDF liege kein Verstoß gegen Programmrichtlinien vor.

Von: pro

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