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Medien kritisieren bekannten Fernsehpfarrer

Wolfgang Wegert vom Missionswerk „Arche“ in Hamburg ist einer der bekanntesten TV-Pfarrer Deutschlands. Wegen einer Aussage über Opfer von Flugzeugabstürzen sprechen Medien nun von einer „Schock- und Skandalpredigt“.
Von PRO
Wolfgang Wegerts Fernsehpredigten erreichen Woche für Woche zahlreiche Zuschauer. Nun steht er in der Kritik

Foto: Gemeinde- und Missionswerk Arche / Screenshot: pro

Wolfgang Wegerts Fernsehpredigten erreichen Woche für Woche zahlreiche Zuschauer. Nun steht er in der Kritik
„Wenn Menschen sterben, ob im Altersheim oder bei einem Flugzeugabsturz, sterben sie, weil sie schuldig sind.“ Wegen dieses Satzes aus einer Predigt vom 19. April steht der 72-jährige Pastor Wolfgang Wegert vom Hamburger Gemeinde- und Missionswerk „Arche“ seit Freitag in der Kritik. „Eventuell muss das aus der Sendung noch herausgestrichen werden“, hatte Wegert noch unmittelbar nach dem nun kritisierten Satz ergänzt. Das ist offenbar nicht passiert. Aus dem Kontext der gesamten Predigt wird deutlich, dass Wegert sich nicht auf den Absturz der Germanwings-Maschine in Frankreich bezog, sondern das Konzept der Erbsünde aller Menschen zu erklären versuchte. Fast 9.000 mal wurde bis Samstagmittag ein YouTube-Video mit einem Audiomitschnitt der betreffenden Predigtstelle angeklickt. Hochgeladen hat den Clip eine Gruppe namens „Atheist Media Blog“, der Titel führt in die Irre: „TV-Pastor Wegert: Germanwings-Opfer haben den Tod verdient.“ Das hat Wegert so nun freilich weder gesagt noch gemeint. Dennoch prangte am Samstag auf der Startseite von Bild.de: „Schock-Predigt in Hamburg: TV-Pfarrer bezeichnet Absturzopfer als schuldig“. Das bayerische Nachrichtenportal rosenheim24.de übernahm für seine Überschrift gar die Lesart der Atheisten auf YouTube: „TV-Pastor: Germanwings-Opfer verdienen den Tod“. Die Berliner Zeitung schreibt von einer „Skandalpredigt“.

Gemeinde entschuldigt sich für „Missverständnis“

Wegert entschuldigte sich gegenüber der Nachrichtenseite Huffington Post für seine umstrittenen Äußerungen: „Mir war nicht bewusst, was meine Formulierung auslösen könnte. Ich möchte mich entschuldigen, wenn dieser Teil der Predigt bei Mitmenschen falsch angekommen ist.“ In seiner Predigt habe er die biblische Sintflut bildlich in die Gegenwart übertragen wollen. „Den Flugzeug-Vergleich hätte ich jedoch nicht wählen sollen“, sagte Wegert. Das Gemeinde- und Missionswerk „Arche“ spricht auf seiner Homepage von einem „Missverständnis“ und bedauert die Reaktionen der Medien: „Leider wurde die Erwähnung ,Flugzeugabsturz‘ von Medienvertretern so gedeutet, als ob Pastor W. Wegert sich speziell auf die Germanwings Katastrophe fokussiert und gesagt hätte, die Absturzopfer seien an ihrem Tod selbst Schuld und dass er sie und ihre Angehörigen auf diese Weise hätte verhöhnen wollen. Es tut Pastor W. Wegert sehr leid, dass ein solches Missverständnis geschehen konnte und er betont, dass er absolut so nicht verstanden werden wollte“, schreibt die Gemeinde. Wegert habe den Satz nun aus der Predigt-Aufzeichnung entfernen lassen. „Auch er und mit ihm die Arche Gemeinde insgesamt sind ebenso von dem Absturz erschüttert, fühlen mit den Angehörigen mit und beten für sie“, erklärte die Gemeinde. Auf Wegerts Facebook-Seite häufen sich indes beleidigende Kommentare, die sich auf Wegerts Person und den christlichen Glauben im allgemeinen beziehen – sie sind wegen ihrer derben Sprache oftmals nicht zitierfähig. Wegerts Gottesdienste werden seit den späten 1980er-Jahren unter dem Titel „Die Fernsehkanzel“ auf verschiedenen Fernsehsendern, darunter heute Tele 5 und Bibel TV, übertragen. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/detailansicht/aktuell/wenn-ein-pfarrer-ploetzlich-predigt-91139/
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Eine Antwort

  1. Hier ist ein typisches Beispiel einer ausgesprochenen Verleumdungs-Champagne, inzininiert durch die Medidien festzustellen.
    Ich bin der Meinung, daß der Mensch allgemein nicht fehlerfrei ist und versehentliche Vermittlungs- Fehler aus Missverständnissen resultieren.
    Ich verfolge die TV-Sendungen aus der Arche Hamburg seit ihrem Bestehen u. durfte auch eine persönliche Begegnung mit Pastor Wolfgang Wegert haben.
    Daher meine heutige Meinung zu diesen öffentlichen Beledigungen und Diskriminierungen:
    All die sich diesbezüglich schuldig gemacht haben, sollten sich auf Gottes Wort besinnen und bei Woflgang Wegert entschuldigen.
    Seine Worte sind stets auf Gott bezogen und nicht auf Niederträchtigkeiten!!!
    Mit Dank und Anerkennung für die super Vermittlung von Gottes Worten aus die Bibel,
    sowie mit freundlichen Grüßen aus Werne,
    Rolf-Dieter Schulze

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