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Meinung

Lichtblick in trüber Zeit

Es ist das zweite Weihnachtsfest unter Pandemiebedingungen. Nimmt das kein Ende? „Fürchtet euch nicht“, riefen die Engel damals den verängstigten Hirten zu. Das dürfen wir uns auch heute zu Herzen nehmen.
Von Christoph Irion
Adventsstern, Braunfels, Schloss

Foto: Christoph Irion

Ein Weihnachtsstern vor winterlicher Schlosskulisse: Weihnachten in Braunfels (Mittelhessen)

Wie erleben wir dieses Weihnachten? Oder müsste die Frage eher lauten: Was wird aus Weihnachten? Etliche Familien mit Kindern sagen vielleicht: Heiligabend bleibt unser schönstes Familienfest – wie immer. Einzelhändler dagegen klagen: „Die 2G-Regel verdirbt das Weihnachtsgeschäft.“ Masken tragen, Abstand halten, testen – viele, die reisen müssen, sind noch erschöpfter als sonst. Etliche, die sowieso schon einsam sind, werden auch einsam bleiben – weil keiner zu Besuch kommt. Und tausende Pflegekräfte, die ihre Überstunden gar nicht mehr zählen können, sind zu einer Sonderschicht eingeteilt.

Ist das wirklich Weihnachten? Ja, so oder ähnlich sieht es für Millionen Menschen in diesen Tagen wohl aus. Zum zweiten Mal erleben wir Weihnachten unter Pandemiebedingungen. Anders, als alle gehofft und erwartet hatten, scheint die Lage eher noch bedrückender zu sein als vor zwölf Monaten: Nimmt das kein Ende? Haben wir nichts gelernt? Fieberhaft sucht die Politik nach Mitteln und Wegen. Nach einer Statista-Umfrage sind derzeit viele Deutsche (43 Prozent) „genervt“, aber aus Sicht von Virologen zu wenige „geboostert“. Und ganz im Ernst: Der Streit ums Impfen droht unsere Gesellschaft zu spalten. Unverständnis, Ablehnung, Wut und Empörung reichen tief hinein in unsere Familien, Freundschaften gehen zu Bruch.

Hat Weihnachten ausgedient? Viele, die schon immer wenig mit dem schönsten und traditionsreichsten Fest des Christentums anfangen konnten, mögen sich bestätigt fühlen. Doch Weihnachten ist anders. Die eigentliche Weihnachtsbotschaft bleibt aktuell – unabhängig davon, wie es uns gerade geht.

Die Nachricht, die vor gut 2.000 Jahren von Bethlehem aus um die Welt ging – sie ist zwar uralt, aber zeitlos. Sie strahlt wie ein Licht in der Dunkelheit. Nach dem Bericht des Lukas-Evangeliums sehen Hirten nachts auf freiem Feld einen Engel. Gleißendes Licht umstrahlt ihn. Die Hirten sind schockiert. Und der Engel spricht sie an. Zwei kurze Formulierungen, jeweils drei Worte, sind es, mit denen der Bote Gottes eine universelle, tröstliche, ermutigende Botschaft für die ganze Menschheit auf den Punkt bringt: „Fürchtet euch nicht!“ und „Friede auf Erden!“ Es geht um „große Freude“. Denn Gott, der so fern zu sein scheint, kommt den Menschen nah: Sein Sohn, „Christus der Herr“, kommt als Menschenkind und zugleich als „Retter“ auf die Welt. Für die Menschen aller Zeitalter und Kulturen eröffnet dies eine befreiende, motivierende Perspektive: Trost und Erneuerung, Versöhnung und Heilung sollen immer möglich und für alle Menschen real erfahrbar sein. Deshalb ist auch eine langwierige Pandemie zwar eine riesige Herausforderung – aber nicht das Ende.

Christoph Irion ist Geschäftsführer der Christlichen Medieninitiative pro

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Eine Antwort

  1. Weihnachten hat in den letzten Jahrzehnten immer noch mehr Kommerz
    bedeutet.
    Den eigentlichen Grund von Weihnachten kennen kaum noch jemand.
    Das Gott Mensch wurde und uns das Angebot der Erlösung und der Befreiung von der Bedückung gab.
    Das gibt es in keiner Religion.
    Im Christentum wird es auch oft vergessen.
    Es ist aber auch nicht nur einfach
    immer an den Gott zu glauben, der uns nah ist und sogar in uns wohnen möchte. Das Gott in uns sein Gegenüber
    sieht. Das meint Gott mit jedem Menschen ohne Ausnahme.
    Welch ein Gott. Unser Verstand allein kann das nicht fassen!

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