Einer aktuellen Allensbach-Studie unter dem Titel „Die Vermittlung von Nachrichtenkompetenz in der Schule“ zufolge glaubt rund jede vierte befragte Lehrkraft (26 Prozent) fälschlicherweise, dass man in Deutschland eine Lizenz benötigt, um als Journalist arbeiten zu dürfen.
23 Prozent gehen davon aus, dass ein Bericht über einen Bundesminister nur mit Genehmigung des Ministeriums veröffentlicht werden darf, was ebenso falsch ist. 22 Prozent glauben irrtümlich, das Bundeskanzleramt lege bei der Bundespressekonferenz fest, über welche bundespolitischen Themen die Medien berichten sollen.
Falsch: Keine Trennung von Nachricht und Kommentar
Für die Studie, die am Dienstag in Berlin veröffentlicht wurde, haben die Forscher im Juni unter anderem 533 Lehrkräfte verschiedener Fachrichtungen und 123 Lehramtsstudenten befragt.
Auch was die Trennung von Sachinformation und eigener Meinung der Journalisten angeht, sind viele Lehrkräfte auf dem Holzweg. Fasst ein Viertel (24 Prozent) der befragten Lehrkräfte gab an, dass Journalisten in einer Nachricht die eigene Meinung explizit zum Ausdruck bringen dürfen. Bei der Befragung gaben 32 Prozent der Lehrkräfte an, die Trennung von Kommentaren und Nachrichten intensiv im Unterricht behandelt zu haben.
Lehrkräfte spielen selbst eine zentrale Rolle bei der Vermittlung von Nachrichtenkompetenz. Laut der Studie halten 55 Prozent der Lehrkräfte die Vermittlung dieser Fähigkeit sogar für eine besonders wichtige Aufgabe der Schule. Fast ebensoviele Lehrer gaben an, kritisches Hinterfragen und Einordnen von Nachrichten auch intensiv im Unterricht mit den Schülern behandelt zu haben.
Die Studie zeigt allerdings: Ein Teil der Lehrkräfte soll Schülern Nachrichtenkompetenz vermitteln, verfügt aber selbst offenbar über Wissenslücken bei grundlegenden Fragen zum Journalismus.