Für eine weihnachtlich-wohlige Atmosphäre ist bei der Produktion von „Coming home“ gesorgt

Für eine weihnachtlich-wohlige Atmosphäre ist bei der Produktion von „Coming home“ gesorgt

Von der Corona-Schockstarre zu neuen Visionen

Der Musikevangelist Waldemar Grab musste wegen Corona Hunderte Aufführungen streichen. Trotzdem erlebte er in den vergangenen Monaten Gottes Führung und Zeitplan. Und so geht im Corona-Winter auf Bibel TV sein neues Projekt an den Start.

„Und dann kam Corona …“ – Waldemar Grab sagt das mit einer gewissen Nonchalance. Er spricht mit der Gelassenheit eines Menschen, der Krisen kennt und durchgestanden hat. Mit Gottes Hilfe, das ist ihm im Rückblick klar und im Ausblick ein Halt. Natürlich, so der Musikevangelist aus dem Westerwald, sei der erste Lockdown im März 2020 „ein Riesenschock“ gewesen. „Zehn Jahre lang hatten wir 200 Veranstaltungen im Jahr.“ In der Bilanz nennt Grab es Segen. Nun musste gestrichen werden, was live geplant war. Und muss es nun, in den Wintermonaten, erneut.

Und doch treibt den musizierenden Missionar das nicht um. Er fühlt sich geführt, wie so oft in seinem Leben, in dem er Verlagskaufmann war und Journalist, Chefsteward der bundesdeutschen Regierungsmaschine unter Helmut Schmidt und schließlich sieben Jahre Pianist auf dem ZDF-„Traumschiff“. 2004 heuerte er von der MS Deutschland ab, ging von Bord und aufs Theologische Seminar.

Zwei Jahre zuvor, erzählt er im Gespräch mit pro, sei er „zum Glauben gekommen“, sei Christ geworden. Es brauchte noch Zeit, um ganz und gar „bei Jesus zu landen“ – mit Leib („Ich hatte 50 Kilo mehr als heute, war von der Völlerei geprägt“) und Seele. Waldemar Grab: „Im Laufe der Jahre bin ich nach Hause gekommen.” Und dann passte es nicht mehr zusammen: der Lifestyle eines Barpianisten und der Lebensentwurf eines Menschen in der Verantwortung vor Gott.

Der Evangelist und Pianist Waldemar Grab möchte Menschen mit Musik das Evangelium nahe bringen

Der Evangelist und Pianist Waldemar Grab möchte Menschen mit Musik das Evangelium nahe bringen

Grab wurde Bibelschüler und als Evangelist „entdeckt“. Sein Mentor war der „Neues Leben“-Gründer Anton Schulte (1925–2010). Er ermutigte Grab, mit einem Missionswerk zu beginnen. Inzwischen ist der Pianist seit fast 15 Jahren unter dem Dach des Hoffnungsträger e.V. unterwegs. „Damit das Evangelium Menschen erreicht.“ Die Freude über diesen Auftrag blieb – auch im Frühjahr 2020, sagt Grab. In einem Blogbeitrag schreibt er: „Nach einer Weile paralytischer Schockstarre und der Frage, wohin mit der überschüssigen Kraft der kreativen und künstlerischen Veranlagung, wachsen die Visionen und Pläne wieder in den Himmel.”

Göttliches Timing

Noch ehe Corona die ganze Welt umtrieb, bot sich für Waldemar Grab eine veränderte Perspektive. „Aus heiterem Himmel“, berichtet er, habe er im November 2019 von der Deutschen Rentenversicherung das Angebot bekommen, „in die Vorrente mit 63 zu gehen“. Er stimmte zu, im Monat darauf kam die Bestätigung. „Und dann rief Bibel TV an …“ – und beschied Grabs Anliegen, das US-amerikanische Musikformat „Homecoming” für die deutsche Fernsehlandschaft zu produzieren, mit einem ernsthaften Interesse. Beate Busch, Executive Vice President und Prokuristin der Bibel-TV-Stiftung: „Wir hatten schon lange ein Format gesucht, das die Zuschauer unterhält und das eine große Bandbreite an Musik für Menschen bietet, die im christlichen Glauben stehen oder an einer guten Musiksendung interessiert sind.“

Es traf sich, dass just im Frühjahr der einstige Bibelschulkollege Raimund Häveker seine „Klangschmiede“ in Wölmersen neu eröffnete, ein großes, top ausgestattetes und damit bestens geeignetes Tonstudio nicht weit von Hartenfels, wo Grab und seine Ehefrau im alten Pfarrhaus zu Hause sind. Von Gottes „Timing“ spricht der Musikevangelist; zumal auch die Finanzierung des TV-Projekts bis kurz vor Drehbeginn nicht komplett gesichert war. Auch bei der Besetzung der Positionen in Sachen Gesang und Instrumente sieht Grab sich beschenkt. In einem Notizbuch hat er in den Jahren des Unterwegsseins als Evangelist immer wieder vermerkt, wer ihn wann und wo musikalisch besonders beeindruckte. Als sich dann die Idee formte für „Coming Home“, wie die deutsche Fassung des Formats von Bill und Gloria Gaither heißt, habe er viele dieser begabten Menschen angerufen. „Und alle waren sie da.“

Im August entstanden die ersten beiden Staffeln mit insgesamt sieben Sendungen, produziert unter den Bedingungen der damals geltenden Corona-Schutzverordnung des Landes Rheinland-Pfalz. Grab: „Wir haben alle halbe Stunde desinfiziert, regelmäßig Fieber gemessen, die Abstände gehalten. Und wenn wir am Set fertig waren, haben wir die Masken aufgesetzt, sind nach draußen gegangen.“ Hilfreich sei gewesen, dass das „Coming Home“-Team als „homogene Gruppe“ agiert habe, von überschaubarer Größe.

Mitsingen ist unumgänglich

Das Konzept der Sendung will die traditionellen Evangeliumslieder wieder in den Blickpunkt rücken. Über tausend dieser Lieder, „die so ein bisschen in Vergessenheit geraten könnten”, habe er gesichtet. „Tagelang. Lied für Lied.“ Dabei hätten er und sein Team auch danach geschaut, dass die alten Texte in der heutigen Zeit noch verstanden werden können. Im Januar 2021 soll rund ein Dutzend weiterer Folgen entstehen, auch Schwerpunkt-Ausgaben zum Beispiel mit israelischen Liedern, Volksliedern oder Abendliedern. Beate Busch von Bibel TV: „Ich hoffe, dass ,Coming Home‘ langfristig trägt. Ein Programm muss sich ja etablieren, es muss von den Zuschauern angenommen werden.” Dass Waldemar Grab in dieser von der Pandemie geprägten Zeit derart punktgenau seine „Piloten” geliefert habe, betrachte sie mit großem Respekt – und mit Vertrauen: „Wir planen weiter mit ihm.”

Jetzt feiert „Coming Home“ erst einmal Weihnachten. In einem heimeligen Ambiente, das kuschelige Wohnzimmer-Atmosphäre vermitteln soll. Zu hören sind „Jingle Bells“ und „Stille Nacht“, „Go Tell It On The Mountain“ oder „I’m Dreaming Of A White Christmas“, zu sehen ist auch – etwa mit Bianca App („Die Schäfer”) – Prominenz aus dem volkstümlichen Bereich. Zu erleben sind professionelle Laien und musikalische Profis wie Posaunist Markus Lenzing vom Gürzenich-Orchester Köln. Immer ist das Angebot niederschwellig, ist das Mitsingen oder -summen einfach und fast unumgänglich. Zuschauen allein ist bei „Coming Home“ kaum möglich. Wie das kommt? „Das ist die Lässigkeit“, sagt Waldemar Grab. Seine Art zu musizieren, dieser unverkrampfte, gleichwohl hoch konzentrierte Crossover zwischen Klassik und Unterhaltung, dazu eine gute Prise Swing, findet schnell den Weg zum Publikum. Und schlägt vielleicht Saiten an, die auch die Sehnsucht nach einer Begegnung mit Jesus wecken.

Von: Claudia Irle-Utsch

„Coming Home – Die schönsten Weihnachtslieder 1-3“ ist an den Sonntagen 13., 20. und 27. Dezember, ab 16.30 Uhr (Folgen 1 und 2) bzw. ab 14 Uhr auf Bibel TV zu sehen. Nach Erstausstrahlung auch in der Mediathek des Senders und über www.cominghome.tv.

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