Laut einer Gerichtsjury hat Katy Perry (l.) sich an Rhytmuspassagen des Liedes „Joyful Noise“ von Rapper Flame bedient

Laut einer Gerichtsjury hat Katy Perry (l.) sich an Rhytmuspassagen des Liedes „Joyful Noise“ von Rapper Flame bedient

Katy Perry verliert Prozess gegen christlichen Rapper

Weil sie den Beat aus einem christlichen Rapsong für ein eigenes Lied verwendet hat, wurde die amerikanische Sängerin Katy Perry nun verurteilt. Mit „Dark Horse“ rangierte die Musikerin mehrere Wochen an der Spitze der US-Charts.

Die US-Sängerin Katy Perry hat Teile ihres Liedes „Dark Horse“ von einem christlichen Rapsong abgekupfert. Das hat am Montag ein Gericht in Los Angeles entschieden, berichtet unter anderem billboard.com. Der Beat des Liedes stimme mit dem des christlichen Tracks „Joyful Noise“ von Marcus Gray überein. Der Hip-Hop-Musiker hatte das Stück 2009 unter seinem Künstlernamen „Flame“ veröffentlicht. Bei dem Lied wirkt auch der bekannte christliche Rapper Lecrae mit.

Gray und zwei Kollegen hatten die Klage bereits 2014 eingereicht und erklärt, Perry habe sich bei ihrem Song bedient (pro berichtete). Das Lied brachte der Künstlerin eine Grammy-Nominierung und mehrere MTV-Music-Awards ein. Zudem rangierte sie damit auf Platz eins der amerikanischen Billboard-Charts.

Der Prozess ging am Montag zu Ende. Verurteilt wurden auch Perrys Co-Autoren wie der Produzent Lukasz Gottwald, bekannt als Dr. Luke, und der Songwriter Jordan Michael Houston (Juicy J). Die Anwälte der Verteidigung argumentierten unter anderem damit, dass der Song für eine bestimmte Zielgruppe bestimmt war. Alle Angeklagten gaben an, den christlichen Rapsong „Joyful Noise“ bis zu dem Zeitpunkt der Anklage nie gehört zu haben. Das Album, auf dem das Lied erschienen war, „Our World: Redeemed“, war für einen Grammy nominiert.

Beat ab 0:20 Min.

Perry machte für kurze Zeit christliche Musik

Die Anklageseite führte den Aspekt an, dass Perry kurzzeitig christliche Popmusik in den frühen 2000ern Jahren gemacht habe. Zudem sei sie die Tochter zweier Pastoren. Wegen dieser Vergangenheit habe durchaus die Möglichkeit bestanden, dass Perry auf „Joyful Noise“ gestoßen sein könnte, wurde argumentiert. Die Sängerin erklärte, dass sie „sowieso meistens [...] weltliche Musik gehört“ habe – auch während der Phase ihrer Karriere, in der sie christlichen Pop machte.

Die Jury aus sechs Frauen und drei Männern befand, dass die Angeklagten – entweder wissentlich oder unwissentlich – Rhytmuspassagen von „Joyful Noise“ kopiert haben. Sie muss nun noch entscheiden, wie viel Perry und die anderen Beschuldigten aufgrund der Urheberrechtsverletzung bezahlen müssen.

Neben dem Plagiats-Vorwurf beschwerte sich Flame bereits 2014 darüber, dass sein geistiges Eigentum mit Hexerei, dunkler Magie und Heidentum in Verbindung gebracht werde. Das Musikvideo zeigt Perry als Kleopatra in einem Palast. In ihrem Liedtext warnt sie davor, dass man beim Spiel mit der Magie wissen müsse, worauf man sich einlässt. In dem Video verwandelt Katy Perry an ihr interessierte Männer mithilfe ihrer Zauberkräfte zum Beispiel in einen Hund oder in ein Sandhäufchen.

Religiöse Gefühle verletzt

Zudem fühlte sie ein britischer Muslim wegen einer Szene in dem Video in seinen religiösen Gefühlen verletzt. Weil einer der Abgewiesenen einen Allah-Anhänger umgehängt hat, fühlte sich der Brite diskriminiert und startete eine Online-Petition gegen das Video. Der Kettenanhänger wurde nachträglich digital aus dem Video retuschiert.

Die Pastorentochter Perry hatte ihre Musik-Karriere im örtlichen Gospelchor gestartet. Als Heranwachsende nahm sie 2001 eine CD mit selbstkomponierten christlichen Liedern auf. Nach ihren frühen Jahren als Pop-Ikone distanzierte sie sich vom christlichen Glauben.

Von: Martina Blatt

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