Der Gewinner von „The Voice of Germany“ 2018, Samuel Rösch, will sich zunächst ganz der Musik widmen, aber das Berufsziel Religionslehrer möchte er trotzdem nicht ganz aus den Augen verlieren

Der Gewinner von „The Voice of Germany“ 2018, Samuel Rösch, will sich zunächst ganz der Musik widmen, aber das Berufsziel Religionslehrer möchte er trotzdem nicht ganz aus den Augen verlieren

Samuel Rösch: „Glaube gibt mir Rückhalt und Orientierung“

Mit seinem Sieg bei der ProSieben-Sendung „The Voice of Germany“ hat der 24-jährige Gewinner Samuel Rösch einen Management-Vertrag bekommen. Der Student der Religionspädagogik geht jetzt auf Tour und wird sich irgendwann entscheiden müssen, ob er Musiker oder Religionslehrer werden möchte, sagte er im pro-Interview.

pro: Glückwunsch zum Sieg bei „The Voice of Germany“. Wie soll es nun bei Ihnen beruflich weitergehen?

Samuel Rösch: Ich studiere ja Religionspädagogik, das heißt, ich möchte Religionslehrer werden für die Oberschule und das Gymnasium bis Klasse 10. Aber ich habe jetzt erstmal ein Urlaubssemester beantragt und werde mich mehr der Musik zuwenden. Für den Sieg bei „The Voice of Germany“ habe ich ein Management bekommen, einige erste Konzerttermine stehen schon. Ein großer Wunsch von mir wäre es, nächstes Jahr auch ein eigenes Album rauszubringen. Wir werden sehen.

Und das Ziel, Religionslehrer zu werden, haben Sie noch nicht aus den Augen verloren?

Nein. Mittel- bis langfristig ist das weiter mein Ziel. Das kommt ein bisschen darauf an, wie es mit der Musik läuft. Den Bachelor habe ich schon, in der Grundschule könnte ich also schon Religionsunterricht geben. Für die Sekundarstufe eins und die Oberstufe bräuchte ich noch den Master.

Wie sind Sie zum Glauben gekommen?

Ich bin klassisch christlich aufgewachsen, meine Eltern sind in der Landeskirche sehr aktiv. Meine Mutter ist Küsterin und Haushälterin eines christlichen Freizeitheims. Mein Vater ist auch sehr in der Kirche aktiv, er singt im Kirchenchor mit. Daher war der Weg für mich schon klar. Ich habe dennoch in meiner Jugendzeit in einem Jugendcamp noch mal ein lebendiges und eigenständiges Ja zu Jesus gefunden habe.

Was ist Ihnen am Glauben wichtig?

Für mich ist er eine Lebensgrundlage. Ich finde es unglaublich wertvoll, auf die Fragen „Wo komme ich her?“ und „Wo gehe ich hin?“ eine Antwort zu haben. Und auch in Lebenskrisen gibt er mir Halt und Orientierung. Vor zwei Jahren bin ich ganz plötzlich Diabetiker geworden. Da ist der Glaube eine Stärkung und ein Rückhalt, weil ich nicht auf mich allein gestellt bin, sondern ich weiß, dass ich in Gottes Händen bin, und er führt mich.

In welche Gemeinde gehen Sie?

Im Moment bin ich Mitglied in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Sachsen, dort bin ich auch ab und zu im Gottesdienst. In letzter Zeit war mir das aber wenig möglich, weil ich ständig unterwegs war. Da schaue ich viele andere Gemeinden an.

Sie haben ja auch eine eigene Band – „Paperclip“. Soll es damit weitergehen?

Wir sind mit „Paperclip“ seit sechs Jahren aktiv, und ja, es soll weitergehen, wenn es nach mir geht. Wir werden auf jeden Fall nächstes Jahr wieder Konzerte geben. Das ist mir nach wie vor ein Herzensanliegen.

Was steht jetzt in der unmittelbaren Zukunft, nach dem Sieg bei „The Voice of Germany“ an?

Mit sechs Sängern – vier Finalisten und zwei aus dem Halbfinale der Sendung – sind wir jetzt auf dem Weg an die Ostsee und werden nun zusammen Songs proben. Nach Weihnachten gehen wir zusammen auf Tour durch 20 Städte in Deutschland und Österreich. Darauf bin ich schon sehr gespannt.

Haben Sie bei der Casting-Show noch andere gläubige Kandidaten kennengelernt?

Auf jeden Fall. Mein Coach Patrick Kelly ist auch Christ, er ist Katholik, der seinen Glauben lebendig lebt. Wir haben vor Auftritten zusammen gebetet; das war für mich eine Zeit, in der ich zur Ruhe kommen konnte. Das war immer sehr schön. Dieses Jahr waren sehr viele Kandidaten dabei, die ebenfalls gläubig sind und öffentlich dafür einstanden. Wir waren auch gemeinsam bei einem Gottesdienst in Berlin.

Vielen Dank für das Gespräch!

Die Fragen stellte Jörn Schumacher

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