Hatten ihr Einverständnis gegeben, dass die Entführung ihres Sohnes Mirco verfilmt wird: das Ehepaar Schlitter

Hatten ihr Einverständnis gegeben, dass die Entführung ihres Sohnes Mirco verfilmt wird: das Ehepaar Schlitter

Mord an Mirco verfilmt

Vor sieben Jahren hielt der Fall an dem verschwundenen Mirco Deutschland in Atem. Trotz zahlreicher intensiver Suchaktionen konnten die Ermittler nur die Leiche des zehnjährigen Jungen finden. Der Fall und die Geschichte der gläubigen Familie wird am Freitag in einem Arte-Film ausgestrahlt.

Am 3. September 2010 wurde der zehnjährige Mirco Schlitter missbraucht und ermordet. Immer wieder hat seine Familie betont, dass ihr in dieser Zeit der christliche Glaube geholfen hat. Sieben Jahre später wurde die Geschichte verfilmt. „Ein Kind wird gesucht“ wurde beim Krimifestival „Tatort Eifel“ erstmals gezeigt. Der Film wird am Freitag bei Arte gezeigt. Im Frühjahr soll er im ZDF laufen, heißt es in einem Beitrag von Zeit Online.

Die erste Filmvorführung fand im Beisein von Mircos Eltern und Geschwistern statt. Gegenüber der Zeit betrachten sie ihre Anwesenheit als ein Stück weit Aufarbeitung des Falls. Sie selbst haben ihre Erlebnisse schon in einem Buch „Mirco. Verlieren. Verzweifeln. Verzeihen.“, das im adeo-Verlag erschienen ist, verarbeitet. Das Buch war die Grundlage fürs Drehbuch.

Heino Ferch als Chefermittler

„Der Film ist schon ziemlich realistisch“, sagte Mutter Sandra Schlitter nach der Vorab-Premiere. Die Polizei und die Behörden hatten nach Mircos Verschwinden 145 Tage lang nach dem Jungen gesucht. Eine der größten Suchaktionen in der Geschichte der Bundesrepublik, rund um Mircos Heimatort Grefrath, endet mit dem Fund seiner Leiche.

Der Film ist hochkarätig besetzt. Heino Ferch mimt den Chefermittler Kriminalhauptkommissar Thiel. Die Herausforderung sei eine andere gewesen, als wenn man fiktionale Rollen spiele, sagte Ferch. Johann von Bülow spielt Mircos Vater. Das grausame Wechselspiel zwischen Hoffen und Bangen stellt Silke Bodenbender als Mircos Mutter dar. Auch die Kriminalbeamten finden den Fall in dem 90-minütigen Film realistisch dargestellt.

„Rundum beeindruckt ist das 30-köpfige Team, das den Film auf die Leinwand gebracht hat, von Familie Schlitter. Im Glauben tief verwurzelt und Mitglied in einer Freikirche, hat sie dem Täter verziehen. Sie wolle nicht hassen, um weiter leben zu können, hat sie erklärt“, schreibt Zeit Online.

Gebet für den Mörder

Sandra und Reinhard Schlitter hatten 2012 in dem Buch, gemeinsam geschrieben mit dem Journalisten Christoph Fasel, ihre Erlebnisse und Gefühle ausgedrückt. Darin geht es um die Ungewissheit seit dem Verschwinden des Jungen und der Zwiesprache mit Gott. „Wir beten ununterbrochen“, schrieb Sandra Schlitter, und beschrieb die Zusammenarbeit mit der Sonderkommission um Kriminalhauptkommissar Ingo Thiel. Dass ihnen in dieser dunklen Zeit der Glaube an Jesus Christus Kraft gegeben hat, daraus machen sie kein Geheimnis. Immer wieder sind die Schlitters in Fernsehsendungen zu Gast und bekennen ihren Glauben und den Trost Gottes.

In dem Buch nimmt das Ehepaar Bezug auf die Neugier der Medien, vor der sie sich schützen mussten. Für Aufsehen sorgen sie mit ihrer Haltung, dass sie dem Täter nicht mit Hass gegenübertreten wollen. Beim Gedenkgottesdienst für Mirco hatten sie sogar für den Mörder, der zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt wurde, beten lassen.

„Ein Kind wird gesucht“, Arte, Freitag, den 15. Dezember, 20.15 Uhr

Von: Johannes Weil

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