Pastor Gunnar Engel motiviert lädt mit seinem Buch „Follower“ zur Nachfolge ein

Pastor Gunnar Engel motiviert lädt mit seinem Buch „Follower“ zur Nachfolge ein

Tiefgehend und herrlich bodenständig: Pastor Engel motiviert zur Nachfolge

Pastor Gunnar Engel ist einem breiten Publikum durch seinen YouTube-Kanal bekannt. Jetzt hat der junge Pastor aus dem kleinen schleswig-holsteinischen Dorf Wanderup ein Buch geschrieben. „Follower“ bietet ernste und sogar verletzliche Einblicke in das Leben von Engel und motiviert durch seine bodenständige Art auch Kirchenferne, sich auf die Sache mit dem Glauben einzulassen. Eine Rezension von Swanhild Zacharias

„Nachfolger sind keine perfekten Leute, sondern Menschen mit einem krummen Lebenslauf. Sie sind damit Teil von Gottes Strategie, sich der Welt zu offenbaren. Durch unsere Schwächen, mehr als durch unsere Stärken, zeigt Gott, dass er existiert und diejenigen belohnt, die ihm vertrauen und ihn suchen.“ Das schreibt Gunnar Engel in seinem Buch „Follower – Wie Gott dein Leben verändert, wenn du ihn lässt“. Engel ist Pastor der Kirchengemeinde Wanderup, ein kleines Dorf in Schleswig-Holstein nahe der dänischen Grenze. Einem überregionalen Publikum ist er vor allem durch seinen YouTube-Kanal „Pastor Gunnar Engel“ bekannt, auf dem er auf unterhaltsame Weise einen Einblick in seinen Pastorenalltag bietet, Online-Bibelstudium oder - vor allem zu Beginn der Corona-Pandemie – Wohnzimmer-Gottesdienste anbietet. Durch seine manchmal unkonventionellen Aktivitäten ist er so bekannt geworden, dass sogar der NDR ihn schon mal porträtierte. Damals war er mit einem „Hoffnungsmobil“ in seinem Dorf unterwegs, um die gute Botschaft zu den Menschen zu bringen, weil die Kirche coronabedingt geschlossen war.

Die Menschen mit dem Evangelium bekannt zu machen und zur Nachfolge einzuladen, ist Engels Antrieb für seinen Job als Pastor und darüber hinaus. Und das ist auch der Kern seines neuen Buches, das schon der Titel „Follower“ (zu deutsch: Nachfolger) ausdrückt. Außerdem ist der Titel eine kreative Anlehnung an Engels Aktivitäten in den sozialen Medien. Bei Instagram hat er zum Beispiel mehr als 8.000 „Nachfolger“. Ab und zu humorvoll, dabei aber sehr tiefgehend erklärt Engel den Begriff „Nachfolge“ im christlichen Sinn in seinem Buch von Grund auf und legt dar, wie diese Nachfolge praktisch aussehen kann. Dabei greift er auf Beispiele und Erfahrungen aus seinem eigenen Leben zurück und zeigt damit auch seine ernste und verletzliche Seite, die er auf Instagram oder YouTube selten der Öffentlichkeit präsentiert.

„Hier bin ich. Sende mich.“

Denn der Auslöser für ihn, dieses Buch zu schreiben, war ein Tiefpunkt in seinem Leben vor einigen Jahren. Davon schreibt Engel im Vorwort des Buches und liefert damit sozusagen den Einstieg in das Thema Nachfolge. Er war gerade 30 Jahre alt geworden, jung verheiratet und hatte seit einiger Zeit seine erste Stelle als Pastor in der Kirchengemeinde Wanderup inne. Obwohl nach außen alles perfekt wirkte, kämpfte er im Inneren mit Depressionen, Angst, Leere und Hoffnungslosigkeit. Hohe Ansprüche an sich selbst, der Druck, ein guter Pastor zu sein und die Tatsache, dass er in seiner neuen Gemeinde mit vielen Herausfordungen zu kämpfen hatte, führten schließlich dazu, dass er sehr krank wurde und mehrere Wochen im Krankenhaus lag. Sein Immunsystem sei so geschwächt gewesen, dass er sich den Krankenhauskeim MRSA eingefangen habe, gegen den gesunde Menschen eigentlich immun seien, schreibt er. Bis seiner Genesung musste er mehrere Wochen völlig isoliert im Krankenhaus verbringen und buchstäblich um sein Leben kämpfen. Er beschreibt das isolierte Zimmer, in dem er sich befand, als „Gebetskammer mit desinfizierten Plastikwänden“. Viel Zeit verbrachte Engel dort im Gebet mit Gott und erkannte, dass er seine Perspektive und etwas in seinem Leben ändern musste, um gesund zu werden.

Den Satz „Hier bin ich. Sende mich.“, der in der Bibel sinngemäß sehr oft vorkommt, habe er öfters gebetet als jeden anderen. Für ihn als „Kontrollfreak“ sei dieses Gebet beinahe „gruselig“ gewesen. Doch es führte dazu, dass er seine Perspektive ändern konnte und ganz neu erkannte, was Nachfolge für Gott eigentlich bedeutet. Es bezeugte quasi den Wendepunkt in seinem Leben.

„Hier bin ich. Sende mich.“ ist deshalb auch die zentrale Aussage in „Follower“. Nach dieser Aussage ist das Buch strukturiert. Es teilt sich in die vier Teile „Hier“, „Bin“, „Ich.“ und „Sende mich.“. In jeden Teil steigt Engel mit einer persönlichen Begebenheit ein. Nach seiner Genesung unternahm er eine Bergtour und nutzte die Stille in den Alpen bewusst, um Zeit mit Gott zu verbringen. Die Erkenntnisse zum Thema Nachfolge, die er dort in den Bergen gewann, schildert er in jedem Teil als Einstieg. So schreibt er in Teil zwei beim Thema „Nachfolge ist Gehorsam“ zum Beispiel: „In der vierten Nacht unter dem Sternenhimmel zeigte mir Gott, was es bedeutet, auf seinem Weg zu bleiben.“ In den ersten drei Teilen zieht er außerdem verschiedene biblische Figuren aus dem Alten Testament heran, die für das Thema Nachfolge stehen. In Teil eins sind es Abraham und Mose, in Teil zwei Samuel und Hananias, in Teil drei ist es Jesaja. Schön ist, dass Engel die Geschichten der Personen jeweils in eigenen Worten nacherzählt anstatt Bibelstellen abdrucken zu lassen. So entwickelt der Leser einen viel direkteren Zugang zur Geschichte der einzelnen Figuren.

Seine eigenen Ausführungen zum Thema schmückt Engel immer wieder mit Erlebnissen aus seiner Kirchengemeinde, erzählt Ermutigendes, aber nennt auch ganz klar Missstände beim Namen, die er erlebt hat. So prangert er zum Beispiel die „Gemeinde als Dienstleisterin“ an: „Immer mehr Menschen sind Mitglied einer Gemeinde, weil es irgendwann einmal nützlich sein könnte. Kirchenmitgliedschaft – gerade in der Landeskirche – kann dann schnell zu einer Art Versicherung werden.“ Und weiter: „Wir haben die Aufmerksamkeit und den Applaus, den Menschen uns für punktuelle Kontakte und Dienstleistungen geben, mit dem Dienst am Evangelium verwechselt. Es macht sich in unseren Gemeinden immer wieder neu eine geistliche Leere breit. Diese Leere ist das genaue Gegenteil der Stille, in der wir Gott antreffen können.“

Echte Nachfolge ist kompromisslos

Aber auch die humorvolle Komponente, die auch in seinen YouTube-Videos immer mal wieder zum Vorschein kommt, fehlt nicht. So bezeichnet sich Engel zu Anfang seiner Dienstzeit rückblickend als „jungen Pastor mit schrägen Klamotten“ oder ist auch mal ganz ehrlich zum Leser, wenn er schreibt: „Wenn es nach mir ginge, sollte das Leben nicht vor zehn Uhr morgens losgehen. Ein wenig ausschlafen, dann ein Becher Kaffee, der die Gnade Gottes ganz neu erfahrbar macht, und erst danach gemächlich und mit einem Lächeln in den Tag starten – das wäre genau das Richtige für mich.“ Solche Äußerungen lassen Engel sympathisch und nahbar erscheinen. Engel kommt authentisch rüber. Er schreibt auch von seinen eigenen Schwächen, Problemen und Zweifeln. Er belehrt nicht von oben herab. Und er lässt den Leser nicht allein, wenn er zum Beispiel schreibt: „Ich verstehe, dass du manchmal Angst vor dem hast, was Gott dir zu sagen hat. Das ist ganz natürlich. Mir geht es ebenso. Denn je näher Gott sich auf uns zubewegt, umso mehr Platz beansprucht er in unserem Leben.“

„Follower“ macht aber klar: Echte Nachfolge muss kompromisslos sein. „Wenn wir nicht bereit sind, in allen Lebensbereichen auf Gott zu hören, werden wir ihn irgendwann gar nicht mehr hören. Wenn wir seine ermunternde Stimme hören wollen, müssen wir auch seine ermahnende Stimme hören.“ Nachfolge ist für Engel mehr als nur ein Stoßgebet in der Not, „ein kleiner Segen hier und da“, der das gewohnte Leben aber nicht verändert. „In meinem Leben war es schon immer so: Die Bereiche, bei denen ich Gottes Wort am wenigsten hören wollte, brauchten sein Wort am nötigsten“, schreibt er.

„Gottes Treue“ und zwei alte Damen

Engels Buch ist im Prinzip ein Arbeitsbuch, das im besten Fall nicht an einem Stück gelesen wird. Es fordert den Leser heraus, sein eigenes Leben und die Beziehung zu Gott unter die Lupe zu nehmen. Oft baut der Pastor auch konkrete Fragen an den Leser ein: „Was hält dich davon ab, Gottes Stimme zu hören?“ oder „Was musst du opfern, um Gott treu zu sein?“ An anderer Stelle fordert Engel den Leser auf, das eigene Leben im Gebet mit Gott Revue passieren zu lassen. Bei allem geistlichen Inhalt zeichnet Engel aber ein herrlich „normales“ Bild vom Leben eines Christen und wirkt auf Menschen, die dem Glauben nicht so nahe stehen, nicht abstoßend durch fromme Floskeln. So lässt sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, wenn er schreibt: „Die Frauen unserer Gemeinde treffen sich regelmäßig in der Ladies Night und teilen ihre Fragen und Sorgen, studieren die Bibel und beten füreinander. Die Männer treffen sich in der Bar Church. Auch bei uns gibt es einen biblischen Impuls und Gebet, aber wahrscheinlich mehr Bier als bei den Frauen.“

Der Pastor wünscht sich, dass sein Buch das Glaubensleben von Menschen verändert. Wer sich auf diesen Gedanken wirklich einlässt, der kann „Follower“ eigentlich nur mit Gewinn lesen. Es motiviert, sich Zeit für die Stille mit Gott zu nehmen abseits des lauten und vollgepackten Alltags, in dem Gottes Stimme oft untergeht. Und ermutigende Erlebnisse, die Engel schildert und die manchmal sogar zu Tränen rühren, tun ihr übriges dazu. Wie zum Beispiel die Geschichte von zwei alten Damen aus dem Altenheim in Wanderup, die sich während einer Predigt von Engel zum Thema „Gottes Treue“ gegenseitig an an den Händen griffen, sich anschauten und dann eine zur anderen sagte: „Gott ist da. Er ist immer bei uns. Er lässt uns nicht alleine.“

Gunnar Engel: „Follower – Wie Gott dein Leben verändert, wenn du ihn lässt“, 248 Seiten, SCM, 16,99 Euro, ISBN 9783417269574

Gunnar Engel: „Follower – Wie Gott dein Leben verändert, wenn du ihn lässt“, 248 Seiten, SCM, 16,99 Euro, ISBN 9783417269574

Von: Swanhild Zacharias

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