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Kramer: Künftige europäische Friedensordnung muss Russland einbinden

Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche mahnt Friedensverhandlungen im russischen Krieg gegen die Ukraine an. Dabei sei ein Waffenstillstand zentral.
Landesbischof Friedrich Kramer sah die Kirchen auch während des Lockdowns gut aufgestellt

Foto: Anne Hornemann

Kramer sieht Deutschland in der Verantwortung, Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine anzustoßen.

Die Evangelische Friedensarbeit hat eine zunehmende Kriegslogik in Deutschland kritisiert und gefordert, stattdessen den Blick stärker auf eine zukünftige neue europäische Friedensordnung zu richten. Dazu gehöre auch die Frage, wie Russland in diese Ordnung künftig eingebunden werden könne, sagte der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Friedrich Kramer, am Donnerstag in Bonn zum Amtsantritt des neuen Verteidigungsministers Boris Pistorius (SPD).

Bei allem berechtigten Entsetzen über den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine sei aus dem Blick geraten, „dass neue, verstärkte Bemühungen um Völkerverständigung auch mit Russland erforderlich sein werden, selbst wenn diese derzeit kaum möglich erscheinen“.

Kramer mahnte stärkere Friedensbemühungen an: „Deutschland sollte alles dafür tun, dass Wege hin zu einem Waffenstillstand und Friedensverhandlungen eröffnet werden.“ Dazu würde auch gehören, weitere Gesprächsmöglichkeiten über die Vereinten Nationen oder die OSZE auszuloten, „damit dieses schreckliche Sterben auf den Schlachtfeldern in der Ukraine ein Ende findet“, sagte der
Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Die Evangelische Friedensarbeit teile die Einschätzung des neuen Verteidigungsministers Pistorius, dass Deutschland – indirekt – am Krieg in der Ukraine beteiligt sei. Daraus ergebe sich eine große Verantwortung dazu beizutragen, dass der Krieg nicht weiter eskaliere, sondern ein Weg hin zu Friedensverhandlungen beschritten werde, sagte Jens Lattke, Vorstandsmitglied der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) laut Mitteilung.

epd
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7 Antworten

  1. EKD-Friedensbeauftragter
    Kramer: Künftige europäische Friedensordnung muss Russland einbinden. Grundsätzlich ja! Das ist aber “Zukunftsmusik”, die für mich noch von weit, weit her ganz leise ertönt.

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  2. Der Mann ist leider viel zu vernüftig für diese verrückten Zeiten. Das wird noch Ärger geben.

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  3. Absolut richtiger Standpunkt. Wir brauchen ganz schnell zumindest einen Waffenstillstand und dann Verhandlungen um

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      1. Es ist letzten Endes egal wer. Es fehlt vor allem der Wille beider Seiten in dem Krieg zur Verhandlungen. Und dann muss man mit den Beteiligten eben reden immer immer wieder…

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        1. Es müssen die Richtigen miteinander reden. Dass immer wieder Scholz Putin anruft, ist doch eine Lachnummer. Nimmt Deutschland die Verhandlungsposition der Ukraine ein, ist Deutschland dazu beauftragt? Von wem? Die beiden Kriegsparteien müssen verhandeln (wollen). Über Scholz lacht der Putin doch nur.

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  4. Genau so wie die Politiker beider Seiten sich nicht nur um Waffen bemühen, müssen Sie auch die leider viel zu schwache Friedensflamme am glimmen halten. Und auch die Kirchenvertreter die Frieden fordern sollten selbst die ersten Schritte , Briefe und auch Reisen unternehmen und mit den Ostkirchen ( Moskau usw.) auch über Frieden zumindest zu reden und zu beten.

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