Kirchenvertreter protestieren gegen Hinrichtungen im Iran

Die Theologin Margot Käßmann und der Vorsitzende des Weltkirchenrats Bedford-Strohm haben eine Erklärung gegen politische Hinrichtungen im Iran unterzeichnet. Darin werden auch Christenverfolgungen in der Islamischen Republik angeprangert.
Heinrich Bedford-Strohm, Margot Käßmann, Wolfgang Huber

Drei ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unterstützen eine internationale Stellungnahme von dreißig Kirchenvertretern und Rabbinern gegen die aktuelle Welle politischer Hinrichtungen im Iran. Der Vorsitzende des Weltkirchenrats, Heinrich Bedford-Strohm, der Theologe Wolfgang Huber und die Theologin Margot Käßmann unterzeichneten den Appell, wie das Büro der ehemaligen hannoverschen Landesbischöfin am Mittwoch mitteilte. Anlass ist eine internationale Großkundgebung iranischer Vereine am Samstag in Paris.

Die Erklärung wurde vom ehemaligen Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, initiiert. Es könne keinen Zweifel daran geben, dass politische Hinrichtungen im Iran zunehmen, schreibt er. Die iranischen Behörden nutzten das Klima des Krieges als Deckmantel, um die Repression zu verschärfen. Religiöse Minderheiten seien besonders betroffen.

Christenverfolgung im Iran

Auch Christen zählten zu den Opfern von Menschenrechtsverletzungen in der Islamischen Republik Iran, wie die Erklärung unter Berufung auf einen Bericht des Generalsekretärs der Vereinten Nationen hervorhebt. „Im Laufe der Jahre wurden viele christliche Pastoren im Iran verhaftet oder sogar ermordet, weil sie das Christentum predigten oder auf der freien Ausübung christlicher Gottesdienste bestanden.“

Zu den geplanten Protesten in Paris würden mehr als 100.000 Teilnehmer erwartet, hieß es. Ziel der Demonstration sei es, die internationale Gemeinschaft zum Handeln aufzurufen. Die Initiatoren setzten sich zudem für die Errichtung einer demokratischen iranischen Republik ein, wie sie im Zehn-Punkte-Plan der Präsidentin des Nationalen Widerstandsrates Iran (NWRI), Maryam Rajavi, dargelegt ist.

epd
Helfen Sie PRO mit einer Spende
Bei PRO sind alle Artikel frei zugänglich und kostenlos - und das soll auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden. Unterstützen Sie jetzt PRO mit Ihrer Spende.

Ihre Nachricht an die Redaktion

Sie haben Fragen, Kritik, Lob oder Anregungen? Dann schreiben Sie gerne eine Nachricht direkt an die PRO-Redaktion.

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen