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Kern: Unterschiedliche Sicht auf Bibel aushalten

Christen sollten es aushalten, beim Bibellesen zu unterschiedlichen Einsichten zu kommen. Das betonte der Pastor Steffen Kern. Er forderte bei der Allianzkonferenz dazu auf, mit Verstand an die Bibel heranzugehen und ihre Aussagen im Kontext zu sehen.
Von PRO
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Steffen Kern ist Vorsitzender des Evangelischen Gemeinschaftsverbandes Württemberg und predigte auch schon mehrmals bei der Evangelisationsveranstaltung ProChrist

Foto: Steffen Kern

Steffen Kern ist Vorsitzender des Evangelischen Gemeinschaftsverbandes Württemberg und predigte auch schon mehrmals bei der Evangelisationsveranstaltung ProChrist

Christen ringen regelmäßig um verschiedene theologische Themen und Fragen. Dabei sollten sie unterschiedliche Sichtweisen auf die Bibel aushalten, sagte Pastor Steffen Kern im Rahmen der Allianzkonferenz.

„Gott redet zu uns auf eine einzigartige Weise durch die Bibel“, betonte der Theologe, der dem Evangelischen Gemeinschaftsverband Württemberg vorsitzt. Die gesamte Heilige Schrift sei Gottes Wort: „Gott offenbart sich in der Geschichte. Er hat Menschen dazu gebraucht, diese Heilsereignisse zur Weitergabe an die Welt festzuhalten. Hierbei war der Heilige Geist am Werk.“ Die Bibel sei vertrauenswürdig und verlässlich. Gott gebrauche die Bibel als sein Wort: „Als Kirche sind wir Geschöpf des Wortes und achten die Schrift als konstitutives Gegenüber“. Den dreieinigen Gott bezeichnete Kern als Mitte der Schrift.

Das Wort Gottes formuliere nicht einfach verfügbare „absolute“ Wahrheiten, sondern setze die Menschen zu Gott in Beziehung. Die Bücher der Bibel, ihr Inhalt und ihre Entstehung seien Teil der Geschichte. Deswegen müsse man auch wissenschaftlich mit der Bibel arbeiten, um sie zu verstehen. „Wir müssen sie lesen, übersetzen und den Kontext erschließen.“

Mit Verstand die Bibel lesen

Dafür brauche es historische Arbeit und rationale Methoden: „Gott schließt den Verstand nicht aus.“ Aus Kerns Sicht behält die Bibel einen Wahrheitsvorsprung und Vertrauensvorschuss. Christen müssten sie forschend und betend lesen: „Gott lässt uns das Entscheidende verstehen.“ Beim Lesen der Bibel sollten Leser neben dem heilsgeschichtlichen auch den historischen und den sachlichen Kontext bedenken. „Manchmal kommen wir dann zu verschiedenen Einsichten bei klassischen Streitfragen wie etwa der Taufe, der Geistesgaben oder der Ethik“, sagte Kern, „aber das halten wir aus.“

Sich Bibelverse um die Ohren zu werfen, bringe niemanden weiter. Es sei wichtig, um die Bibel zu ringen und bei diesem Ringen beieinander zu bleiben. „Gott hält die unterschiedlichen Einsichten aus“, sagte Kern. „Und wir sollten manche Unterschiede auch stehen lassen und Bibeltexte nicht vorschnell harmonisieren.“ Wer die Bibel betrachte, könne Gottes Linien entdecken. Nicht auf jede theologische Frage erhalte man ein Antwort.

An Jesus glauben, nicht an die Bibel

Zugleich warnte Kern davor, die Wahrheit der Bibel beweisen zu müssen. Sie erweise sich selbst als wahr: „Ein mathematisches Gesetz kann ich zweifelsfrei beweisen und darlegen. Die Bibel hat ein ganz anderes Wahrheitsverständnis. Nämlich, dass Jesus der Herr ist, der trägt und vergibt. Wer mathematisch an die Bibel herangeht, wird immer scheitern.“

Liebhaber des Evangeliums würden Menschen eher überzeugen als Rechthaber, betonte Kern. „Wir glauben nicht an die Bibel, sondern aufgrund der Bibel an Jesus Christus.“ Der Theologe wünschte sich, dass Christen nicht verbissen für die Bibel argumentieren, sondern gelassen Jesus Christus aufgrund und mit der Bibel bezeugen. In Anlehnung an den Theologen Adolf Schlatter empfahl er: „Wende dich ganz dem Text zu, und wende den Text ganz auf dich an. Lege jeden Text aus dem Kontext aus! Halte dich an das, was du verstehst. Von hellen Stellen fällt ein Licht auf die dunklen.“

Von: Johannes Blöcher-Weil

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