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Kermani mit Zeitungspreis geehrt

Der Schriftsteller Navid Kermani ist am Mittwoch mit dem Bürgerpreis der Zeitungen geehrt worden. Anlass war vor allem sein Einsatz für Toleranz nach den sexuellen Übergriffen durch Migranten in der Kölner Silvesternacht.
Von Anna Lutz
Navid Kermani hat gemeinsam mit anderen nach der Silvesternacht in Köln eine Botschaft der Toleranz in vier Zeitungen veröffentlicht

Foto: pro/Anna Lutz

Navid Kermani hat gemeinsam mit anderen nach der Silvesternacht in Köln eine Botschaft der Toleranz in vier Zeitungen veröffentlicht

Der Deutsch-Iraner Navid Kermani ist Publizist, Buchautor und Orientalist. Die Jury des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, bestehend aus Chefredakteuren, würdigte mit der Auszeichnung nach eigenen Angaben Kermanis Engagement für Toleranz und eine zivile Gesellschaft. Insbesondere erhalte er den Preis für seine als Folge der Kölner Silvesternacht 2016 mit anderen prominenten Rheinländern formulierte „Kölner/Rheinischen Botschaft”. Darin forderte er, sexuelle Übergriffe nicht zu tolerieren und bandenmäßige Kriminalität zu bekämpfen. Zudem brandmarkt der Text ein behördliches Versagen und spricht sich gegen Pauschalverdächtigungen gegen Migranten aus. Der Text ist in vier Zeitungen der Region erschienen.

Zum Hintergrund: In der Silvesternacht waren am Hauptbahnhof in Köln zahlreiche Frauen Opfer sexueller Übergriffe durch Nordafrikaner geworden. Presse und Behörden hatten zunächst nicht auf den Vorfall reagiert, erst nach und nach wurde das Ausmaß der Verbrechen bekannt.

Zeichen gegen Rechts setzen

Kermani sagte bei der Preisverleihung im Axel-Springer-Haus in Berlin, es sei ihm geradezu peinlich, dass er für etwas ausgezeichnet werde, für das er nur gemeinsam mit vielen anderen verantwortlich sei. Nach der Silvesternacht habe es eine Sprachlosigkeit in Köln gegeben. „Wir merkten, dass da ein Gesang von Rechts anschwoll“, erinnerte er sich. Das sei der Moment gewesen, ein Zeichen zu setzen. Natürlich sei die Mehrheit der Gesellschaft gegen Gewalt an Frauen. Das sei aber kein Grund, die Basis des Zusammenlebens über Bord zu werfen. Deshalb sei die „Botschaft“ erschienen. „Ohne die vielgescholtene ,Lügenpresse‘ wäre das nie bekannt geworden, was in Köln passiert ist“, lobte er die Arbeit der Medien.

Zeitungen seien heutzutage ganz entscheidend, weil Menschen wie der derzeit in der Türkei inhaftierte Journalist Deniz Yücel vor Ort seien, beobachteten, was tatsächlich geschehe und darüber informierten. Das könne sonst niemand leisten.

Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger und Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, sagte über den Preisträger, er verstehe es, von der „Schönheit Gottes und der Hässlichkeit des Islamismus“ zu berichten und zugleich für Toleranz zu werben. Das sei der „Geist, der heutzutage gebraucht wird“.

Text, der in jedes Schulbuch gehört

Als einen Autor, dessen Bandbreite seinesgleichen suche, würdigte der Soziologe und Autor Wolf Lepenies Kermani. So berichte er als Reporter von den Flüchtlingsrouten dieser Welt, verfasse aber auch Kinderbücher. Der Grundton all seines Tuns sei der „Patriotismus für die Demokratie“. Er warne die Mehrheitsgesellschaft davor, Einheitlichkeit herstellen zu wollen und Multikulturalismus zu ersticken. Sein Text zur Silvesternacht sei ein deutliches Zeichen gegen Fremdenhass gewesen. „Dieser Text gehört in jedes Schulbuch“, sagte Lepenies.

Der Bürgerpreis wird seit dem Jahr 2010 vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger für herausragendes bürgerschaftliches Engagement ausgeschrieben und ist mit 20.000 Euro dotiert. In den Vorjahren ging der Preis an Elisabeth Ehninger, Gründerin des Vereins „Dresden – Place to be”, der eine positive Willkommenskultur in der sächsichen Stadt etablieren will. Auch die christliche Aktivistin gegen Menschenhandel, Gaby Wentland, wurde von den Zeitungsmachern schon mit dem Preis geehrt. (pro)

Von: al

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