Um die Stabilität in Venezuela wiederherzustellen, plädiert die katholische Kirche im Land für einen Personalwechsel. Dieser sei notwendig, um Vertrauen in die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Institutionen herzustellen. Allein das reiche jedoch nicht aus, sagte Erzbischof Jesús González de Zárate dem US-Magazin „National Catholic Reporter“. Er fordert vielmehr einen „grundlegenden Wertewandel“.
Konkret meine er dabei Werte wie Wahrheit, Gerechtigkeit, Verantwortung, Integrität und eine gerechte Verteilung der Ressourcen des Landes. Seine Kirche bemühe sich täglich, Vertrauen durch soziale Projekte und Bildungsangebote zu fördern. Vor allem junge Menschen stünden im Mittelpunkt solcher Angebote. Bereits vor dem Angriff der USA habe sich die Kirche in einem schwierigen Umfeld zu behaupten gewusst und sich engagiert, ohne sich mit dem Regime eins zu machen. Im Interview dankte der Erzbischof deswegen allen Angehörigen der Kirche für ihren Einsatz. Zudem fordert er die Freilassung aller politischen Gefangenen in Venezuela.
Internationale Hilfe ist notwendig
Der Bischof sieht die Lösung der aktuellen Probleme zwar bei den Venezolanern selbst, hält ausländische Hilfe gegenüber dem US-Magazin jedoch für „notwendig“. Ohne eine Zusammenarbeit mit der Bevölkerung bleibe diese allerdings wirkungslos.
Sorgen mache ihm zudem die Migrationssituation. Er verwies auf „ungünstige Veränderungen in der Migrationspolitik einiger Länder gegenüber Venezolanern“. Deswegen stehe er mit Bischofskonferenzen anderer Länder in Kontakt.