Kardinal Marx: „Wahrheit geht vor Reichweite“

Die Wahrung und Verteidigung der Menschenwürde ist für den Münchner Kardinal Reinhard Marx die höchste Verantwortung des Journalismus. Der Münchner Erzbischof forderte einen Schutz journalistischer Arbeit vor Ausbeutung durch Techunternehmen.
Von Johannes Blöcher-Weil
Kardinal Marx (Archivbild) hat ganz klare Hausaufgaben an den Journalismus adressiert

Der Münchner Erzbischof Reinhard Kardinal Marx hat im Verbandsmagazin der Katholischen Publizistinnen und Publizisten dafür geworben, weiter den Menschen in den Mittelpunkt der Berichterstattung zu stellen: „Auch und gerade der Mensch, der keine Lobby und keine Reichweite hat“.

Es gehe darum, Menschen, über die berichtet wird, nicht zu entwürdigen oder zum Objekt einer Erzählung zu machen. Journalisten müssten der Versuchung widerstehen, aus dem Leid eines Einzelnen Aufmerksamkeit zu schlagen. Er forderte in dem Beitrag dazu auf: „Halten wir an einem Journalismus fest, der der Wahrheit mehr verpflichtet ist als der Reichweite!“

Es brauche einen Journalismus, der die Menschenwürde hochhalte, Vielfalt schütze und die Qualität über die Quote stelle. Dazu gehöre es auch, das Urheberrecht im digitalen Zeitalter zu wahren. Die Werke von Medienschaffenden dürften nicht zur „billigen Ressource“ verkommen.

Auch die Kirche ermahnte Marx dazu, sich an Fakten und die Wahrheit zu halten. Kirche könne nur dann ihre Maßstäbe glaubwürdig vertreten, wenn sie ihnen auch in ihrer eigenen Kommunikation gerecht werde.

Die Gesellschaft Katholischer Publizistinnen und Publizisten Deutschlands e.V. (GKP) ist ein Zusammenschluss von mehr als 550 Medienschaffenden, der zur Meinungsbildung in der Publizistik beiträgt. Reinhard Kardinal Marx war lange Jahre Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und als Vorsitzender der Publizistischen Kommission auch der „Medienbischof“ der katholischen Kirche.

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