Rezension

Junge Glaubenssucher der Gen Z

Eine Reportage von Arte begleitet drei junge Berliner auf der Suche nach Halt, Sinn und Gemeinschaft in der Hinwendung zu Gott und dem christlichen Glauben.
Eine Rezension von Norbert Schäfer
Lorenzo vor einem Kirchenkreuz

Arte begleitet in einer 31-minütigen Reportage unter dem Titel „Re: Die Gen Z entdeckt den Glauben“ junge Menschen, die im christlichen Glauben nach Orientierung und Halt suchen. Die vom RBB produzierte Sendung lief am 2. November und ist bis zum 1. November 2027 in der Mediathek verfügbar.

Im Mittelpunkt stehen Lorenzo (17), Leni (18) und Noa (22). Lorenzo findet in seinem Glauben einen Umgang mit der Abwesenheit seines Vaters. „Diese Lücke ist gefüllt worden durch Gott“, sagt er, und weiter: „Ich fühle mich, seit Jesus Christus in meinem Leben ist, sehr vervollständigt.“ Vor einem halben Jahr hat sich der junge Mann taufen lassen. Vorher hatte er sich intensiv mit anderen Religionen beschäftigt.

Leni folgt in sozialen Medien christlichen Influencern. Sie habe „ohne den Einfluss der Eltern“ zum Glauben gefunden, heißt es in der Reportage. Leni beschreibt das Gebet als Gespräch mit Gott, einem Gegenüber, das ihr zuhört und sie annimmt. Die junge Frau arbeitet im Gottesdienst als Lektorin einer Kirchengemeinde in Berlin-Staaken mit.

Gründe, zu glauben: Krisen, Kriegsgefahr und Klimawandel

Noa verbindet mit ihrem christlichen Glauben die Gewissheit, dass ihr Leben Sinn hat. Sie geht in eine Freikirche, eine Baptistengemeinde in Berlin-Schöneberg. Dort bereitet sie sich darauf vor, den Gottesdienst zu moderieren. Die Reportage schildert, wie drei junge Menschen Hoffnung, Sicherheit und Zuversicht aus dem christlichen Glauben gewinnen, und Kraft aus der Gemeinschaft mit Glaubensgeschwistern schöpfen.

Die Reportage zeigt, dass christlicher Glauben, christliche Inhalte in sozialen Medien und Mitarbeit in Kirchengemeinden für manche junge Menschen wieder an Bedeutung gewinnen. Pfarrer Viktor Weber führt dies unter anderem auf die Erfahrung von Krisen, Kriegsgefahr und Klimawandel sowie auf den Wunsch junger Menschen, nach verbindlicher Gemeinschaft, zurück. Ein kritischer Seitenblick streift die sogenannten Christfluencer. Die Botschaft: In sozialen Medien können vereinfachende religiöse Botschaften besonders wirksam sein.

Die Sendung liefert dankenswerterweise keine repräsentative Untersuchung über die Religiosität einer ganzen Generation. Vielmehr schildert sie drei persönliche Glaubensgeschichten junger Christen, an denen die Sehnsucht nach Sinn sichtbar wird. Offen bleibt allerdings, wie verbreitet diese Sehnsucht unter anderen jungen Menschen dieser Generation ist, und in welchen Religionen oder Weltanschauungen neben dem Christentum die Gen Z darauf ebenfalls Antworten sucht.

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