Jugendliche besorgter denn je

Krisen prägen das Leben von Jugendlichen, seit sie denken können. Das hat Auswirkungen auf ihr Wohlbefinden. Trotzdem gibt es Hoffnung.
Jugendlicher

Die Jugendlichen in Deutschland sind laut einer Studie besorgter denn je. Ursache seien die Vielzahl von Krisen und Problemen wie Kriege, Energieknappheit, Inflation und Klimawandel, heißt es in der am Mittwoch in Berlin vorgestellten Sinus-Studie „Wie ticken Jugendliche?“. Die Sorge um Umwelt und Klima, die schon in der Vorgängerstudie 2020 als virulent beschrieben wurde, wachse in der jungen Generation weiter an.

Dazu komme eine beträchtliche Verunsicherung durch die schwer einzuschätzende Migrationsdynamik und die dadurch angestoßene Zunahme von Rassismus und Diskriminierung. Auch sei für viele Jugendliche der Übergang ins Berufs- und Erwachsenenleben aufgrund der unkalkulierbaren gesellschaftlichen Entwicklungen angstbesetzt.

Der für die junge Generation typische Optimismus sei aber noch nicht verloren gegangen, heißt es weiter. Eine Rolle spiele dabei, dass die Befragten, „seit sie denken können“, mit vielfältigen Krisen leben. Entsprechend werde ihr Optimismus nicht eingeschränkt durch die Sehnsucht nach einer Vergangenheit, die es so für sie nie gab.

Für die Sinus-Studie wurden den Angaben zufolge insgesamt 72 qualitative Fallstudien mit Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren zwischen Juni und September 2023 gemacht. Die Studienreihe „Wie ticken Jugendliche?“ wird vom in Heidelberg und Berlin ansässigen Sinus-Institut seit 2008 alle vier Jahre durchgeführt. Auftraggeber sind neben der Bundeszentrale für politische Bildung unter anderem der Bund der Deutschen Katholischen Jugend und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung.

epd
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