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Impfen ist der Moses aus der Pandemie?

Mit Corona-Impfung auf dem Weg in das gelobte Land. Winfried Kretschmann, der Pharao und Apokalypsen biblischen Ausmaßes. Eine Glosse.
Von PRO
Impfung Corona
Schiefe Vergleiche in der Pandemie – auch gerne mal mit biblischem Bezug

Wie sagt man so schön: „Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich“. Ein aktuelles Beispiel: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann sprach auf dem Landesparteitag der Grünen am Samstag davon, dass er wegen seiner Corona-Politik massiv kritisiert wurde. Zitat: „Ich bin weder der Pharao, der unterdrückt, noch der Moses, der befreit.“ 

Er sieht sich wohl eher als Aaron und spricht im Namen von Moses: „Das Impfen ist der Moses, der uns aus dieser Pandemie herausführt“. Und wir sind dann das erwählte Volk und befinden uns auf dem Weg in das gelobte Land. Halleluja. Aber wir nörgeln und kritisieren, stellen uns gegen Mose, … müssen wir nach der Pandemie auch 40 Jahre in die Wüste? Wer ist dann Gott? Karl Lauterbach oder Uğur Şahin, der Mitgründer von Biontech? Fragt sich auch noch, ob wir nach der Pandemie in einem Land leben, in dem Milch und Honig fließt.

Jetzt mal ehrlich, warum muss der Bibel-Wortschatz immer dann herausgeholt werden, wenn es um Katastrophen geht? Die „Apokalypse“ folgt auf die „11. Plage“ und gibt der „Katastrophe biblischen Ausmaßes“ die Klinke in die Hand. Letzteres sieht Kretschmann in der Corona-Pandemie und Markus Söder meinte zur aktuellen Lage, es sei „kurz vor Apokalypse“. Eigentlich ja typisch Mensch. An Gott wird nur gedacht, wenn es um schlimme Ereignisse geht: „Ich rufe dich an in der Not…“. Dabei geht es in der Bibel nicht um die Betonung von Leid, sondern um Hoffnung. Gerade in der Adventszeit. 

Von: Marc-Lukas Seidlitz

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8 Antworten

  1. Corona wurde ganz zu Anfang sogar als Strafe Gottes bezeichnet! Ist mir aber auch schon aufgefallen, das die Bibel immer bei negativen Sachen rausgeholt wird.

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  2. In älteren Bibeln, bei Mt. 24, Mk. 13 und Lk.21, vor 1960 , sind in diesen Ev. neben Zunahme von Kriegen,Straftaten,Erdbeben auch die Pest (o.Seuchen) extra erwähnt.Also keine Strafe sondern eher Mahnung und Prophetische Aussagen.und ein jeder muss erkennen wie er mit dieser Welt umfassenden Seuche umgeht.

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  3. Also ich freue mich ja über eine gute Glosse und amüsiere mich gerne, aber hier hinkt so gut wie jeder Vergleichsversuch 😉 Auch werden in der Glosse zwei Dinge vermischt, wovon nur eines mit Kretschmann zu tun hat: die unberechtigte Erwartung an die Allmacht der Politiker und die Apokalypse. Das hat nichts miteinander zu tun. Wo ist nun des Sinn des Ganzen?

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  4. Liebe Redaktion, die Kommentarfunktion funktioniert bei diesem Artikel nicht, gibt es eine “Erklärung” dafür? Lieber Gruß

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    1. Bei diesem Artikel? Du hast doch gerade dies hier kommentiert? Oder was gibt es genau für ein Problem?
      Grüße, die PRO-Redaktion

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  5. Alle Dinge sind mit Gott zu deuten nichts passiert ohne, dass Gott es nicht weiß. Gutes und schlechtes. Hiob hat mit voller Wucht den persönlichen Niedergang seines Unternehmens und seiner Familie erlebt obwohl er gläubig war. Am ende ist er als gesegneter aus dieser Sache herausgekommen, da Hiob nicht versucht hat privates unglück ohne Gott zu deuten. Hiob blieb bei Gott und er hat das schwere aus Gottes Hand genommen. Wenn wir ein Hauch der Weißheit von Hiob annehmen könnten, dann wären unsere billigen Erklärungsversuche staub.

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    1. Mit Verlaub: auf Hiob wäre ich jetzt nicht gekommen. Hiob steht doch für einen Menschen, der nun wirklich nicht für die Katastrophe verantwortlich ist, das ist doch eine Kernaussage dieses Buches.
      Wie wäre es mit der folgenden Deutung:
      Corona kann uns als Spiegel dienen. Ist es nicht als Konsequenz unseres westlichen Geiz-Geistes zu bezeichnen, wenn wir über Afrika bei der Verteilung der Impfstoffe hinweggehen und jetzt aus Botswana mit Omikron heimgesucht werden?
      Ist es nicht unsere eigene Unfähigkeit, bei der Wahrheit zu bleiben, die uns in einer verzerrten Widergabe durch der Realität durch manche Medien entgegenkommt?
      Ist nicht unser Hyperindividualismus, unsere Ego-zentriertheit, die uns in den ängstlichen Rückzug gehen lässt und unser Denken und Handeln auf unsere eigenen vier Wände beschränkt, statt mutig gesellschaftlich wirksam zu handeln?
      Ist es nicht die uns eigene Sündenbock-Mentalität, die uns auf den “Nicht-geimpften” herumrtrampeln lässt, statt uns an die eigene Nase zu fassen und uns frage lässt: wo sind “wir” Geimpfte zu unvorsichtig gewesen, im Glauben, jetzt jegliche Vorsicht ausser acht lassen zu können. Womöglich haben WIR so die aktuelle Welle entscheidend getriggert und nicht die Nicht-geimpften, die im Durchschnitt sicher vorsichtiger waren?
      Wir brauchen Opfer und seien es unsere eigenen Kinder, die als allerletzte von Corona betroffen sind, die aber jetzt unbedingt geimpft werden müssen durch Beschluss von Menschen, die im Durchschnitt sicher viele Jahrzehnte weniger unter potentielle Spätschäden der Impfung zu leiden hätten.
      Und angesichts unserer offensichtlichen Unfähigkeit, mit dieser Seuche fertig zu werden:
      Wo sind die Aufrufe unserer Kirchen zum Gebet? Hiob hat gebetet.
      NB: Der atheistische Publizist Yuval Harari (“eine kurze Geschichte der Menschheit”) schweigt sich aus. Über lange Strecken hat er in seinem letzten Werk verkündet, wir Menschen hätten doch alles im Griff, Gott brauche es nicht mehr. Das war VOR Corona.
      Wie wäre es , Kirche füllte jetzt diese mediale Lücke? Weihnachten wäre doch keine schlechte Zeit dafür.
      Das Licht kam doch in die Dunkelheit oder wie war das noch gleich?

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