Das christliche Medienmagazin

Horst Köhler fordert enge Zusammenarbeit mit Afrika

Der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler hat auf dem Kirchentag in Dortmund eine engere Kooperation zwischen Europa und Afrika gefordert. Weiterhin machte er Christen Mut, mit positiven Vorstellungsvermögen die Gesellschaft zu prägen. Auch die übrigen Podiumsteilnehmer wünschten sich eine bessere Zusammenarbeit.
Von PRO
Horst Köhler (Archivbild) hat beim Deutschen Evangelischen Kirchentag eine engere Kooperation zwischen Afrika und Europa gefordert.
Horst Köhler (Archivbild) hat beim Deutschen Evangelischen Kirchentag eine engere Kooperation zwischen Afrika und Europa gefordert.

Altbundespräsident Horst Köhler hat sich auf dem Kirchentag in Dortmund für eine intensive Zusammenarbeit zwischen Europa und Afrika stark gemacht. Er wünsche sich eine „Utopiefähigkeit“ und träume von einer Zeit, in der „das Mittelmeer kein Massengrab“ mehr sei. Man dürfe zwar die Augen vor der Realität nicht verschließen, aber gerade von Christen wünsche er sich ein „positives Vorstellungsvermögen“.

Europas Verhältnis zu Afrika sei von „jahrhundertelangem Rassismus und jahrzehntelangem Afrika-Pessimismus“ geprägt. Durch die Flüchtlingskrise erlebe nun auch wieder die „Angst vorm schwarzen Mann“ eine „traurige Renaissance“. Dennoch könne Europa gemeinsam mit Afrika einen „Kulturraum der positiven Begegnung“ schaffen. Europa müsse das Zuhören wieder lernen und aufhören Afrika zu belehren.

Weiterhin unterstrich Köhler den „Machtfaktor Jugend“. Die afrikanische Gesellschaft habe ein geringes Durchschnittsalter. Die Jugend sei auf der Suche nach ihrer Rolle in der Welt, Identität und Selbstbewusstsein. Der Altbundespräsident wiederholte abschließend den Wunsch nach einer engen Partnerschaft beider Kontinente, welche die Zukunft der Welt prägen und das 21. Jahrhundert zu einem „afrikanisch-europäischen Jahrhundert“ werden lassen könne.

Afrika als Kontinent der Zukunft

Die Nobelpreisträgerin und ehemaligen Staatspräsidentin Liberias, Ellen Johnson-Sirleaf, pflichtete Köhler in der anschließenden Podiumsdiskussion bei. Obwohl Afrika „heutzutage selbstbewusst“ sei, wünsche sie sich Hilfe von Europa. Afrika sei der Kontinent der Zukunft. Diese wolle man mit einem starken Partner wie Europa gestalten. Allerdings sei Europa nicht da und überlasse Ländern wie China das Feld. Ähnlich argumentierte der Generalsekretär der Gesamtafrikanischen Kirchenkonferenz, Fidon Mwombeki. Es liege im Interesse Europas ein ernsthafter Partner Afrikas zu sein und der Jugend Afrikas eine Perspektive zu bieten.

GHeiß her ging es zwischen der Vorsitzenden des Unterausschusses für Sicherheit und Verteidigung der Europäischen Union, Sabine Lösing und dem EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz, Cristos Stylianides. Lösing warf der EU Militarisierung vor. Diese Bestrebungen seien ausschließlich gegen Migration gerichtet und dienten der Ressourcen-Sicherung in Afrika. Es gehe nicht um Afrika, sondern um eigene Interessen. Weiterhin beklagte sie, dass Gelder für Entwicklungshilfe in militärische Projekte flößen. Gegen diese Vorwürfe wehrte sich Stylianides entschieden und betonte, dass die EU der größte humanitäre Geldgeber sei. Einigkeit herrschte zwischen beiden Politikern in Bezug auf Korruptionsbekämpfung und Bildungsaufgaben.

Von: Martin Schlorke

Helfen Sie PRO mit einer Spende
Bei PRO sind alle Artikel frei zugänglich und kostenlos - und das soll auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden. Unterstützen Sie jetzt PRO mit Ihrer Spende.

Diskutieren Sie mit!

Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihre Meinung sagen. Gerne klar, ehrlich, prägnant – aber bitte immer respektvoll, damit sich viele Menschen mit unterschiedlicher Meinung beteiligen. Daher achten wir besonders auf eine respektvolle Debattenkultur.
Jeder Leserkommentar wird vor der Veröffentlichung geprüft. Bitte beachten Sie dazu unsere Kommentar-Richtlinien. Manchmal kann es etwas dauern, bis ein Kommentar freigeschaltet ist. Sie haben ab Veröffentlichung sieben Tage Zeit, einen Artikel zu kommentieren. Danach wird der Kommentarbereich automatisch geschlossen.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen