Hilfswerk Missio sorgt sich um Christen im Libanon

International herrscht Erleichterung über eine angekündigte Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. Doch angesichts der israelischen Ansage, den Libanon außen vor zu lassen, wächst die Sorge kirchlicher Hilfswerke über dort lebende Christen.
Im Libanon herrscht ein politisches Aufbruchsgefühl

Das katholische Hilfswerk Missio sorgt sich um Tausende Christen im Libanon. Dort stünden rund 5.000 christliche Familien vor einer humanitären Katastrophe, erklärte Missio-Präsident Dirk Bingener am Mittwoch in Aachen. Die zwischen den USA und dem Iran verhandelte 14-tägige Waffenruhe müsse auch für den Südlibanon gelten, forderte der Theologe. Er reagierte damit auf die Ankündigung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, dass die Waffenruhe nicht für den Südlibanon gelte und dort weitergekämpft werden solle.

„Nur wenn alle beteiligten Akteure zu einer befristeten Feuerpause bereit sind, kann Raum für humanitäre Hilfe, Schutz der gesamten Zivilbevölkerung und neue politische Gespräche entstehen“, erklärte Pfarrer Bingener. Wegen der bisher zerstörten Infrastruktur könne die Versorgung der Christen im Süden Libanons nur sehr schwer aufrechterhalten werden, berichteten Missio-Partner aus der Region.

Missio Aachen appelliert an die Bundesregierung und die Europäische Union, ihren diplomatischen Einfluss auf die USA, Israel und den Iran gleichermaßen zu nutzen, damit die vereinbarte Waffenruhe auch im Südlibanon durchgesetzt wird.

Bingener: Libanon bei Entwaffnung der Hisbollah unterstützen

Darüber hinaus sollten sie diplomatische Initiativen starten, um den libanesischen Staat bei der Entwaffnung der proiranischen Schiitenmiliz Hisbollah zu unterstützen. „Diese für die Sicherheit Israels und des Libanons notwendige Entwaffnung darf nicht in eine neue innere Zerreißprobe des Landes führen“, mahnte Bingener. Notwendig sei der klare Wille, den Libanon vor einem weiteren Absturz zu bewahren. „Wer Frieden im Nahen Osten will, darf den Südlibanon nicht ausklammern.“ Die internationale Gemeinschaft müsse alles daransetzen, dass aus einer begrenzten Feuerpause ein umfassender Prozess der Deeskalation werde.

epd
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