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Heinrich-Böll-Stiftung bedauert „Agent*In“

Die Heinrich-Böll-Stiftung hat sich für das Online-Lexikon „Agent*In“ entschuldigt. Die Plattform erscheint den Initiatoren als „nicht geeignet, die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung zu Antifeminismus zu führen“. Das schreibt der Vorstand der Stiftung in einer Stellungnahme zum Portal, das nach Kritik mittlerweile aus dem Netz genommen wurde.
Von Jörn Schumacher
Barbara Unmüßig und Ellen Überschär (v.l.) sind zusammen der Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, die der Partei Bündnis 90/Die Grünen nahesteht. Livia Cotta (re.) ist Geschäftsführerin der Stiftung.
Barbara Unmüßig und Ellen Überschär (v.l.) sind zusammen der Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, die der Partei Bündnis 90/Die Grünen nahesteht. Livia Cotta (re.) ist Geschäftsführerin der Stiftung.

„Wir bedauern sehr, dass durch die gewählte Form manche an antidemokratische Methoden erinnert werden und entschuldigen uns bei denjenigen, die sich möglicherweise persönlich verletzt fühlen“, schreiben Barbara Unmüßig und Ellen Ueberschär, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, auf der Webseite der Stiftung.

Die Internetseite Agentin.org war am Dienstag offline gestellt worden. Die Initiatoren sahen die Seite im Wiki-Stil als „Antifeminismus-kritisches Online-Lexikon“. Das Portal hatte Artikel zu Personen und Verbänden gesammelt, die sich mit angeblich antifeministischem Denken hervortun. Darunter waren auch etliche konservative Christen. Die Mittel für das Portal stellte das Gunda-Werner-Institut in der Heinrich-Böll-Stiftung bereit. Genannt waren unter anderem der Rektor der Freien Theologischen Hochschule in Gießen, Stephan Holthaus, der Evangelist Ulrich Parzany, der Vorsitzende des Arbeitskreises für evangelikale Theologie, Christoph Raedel, sowie der Pädagoge und Theologe Philip Kiril von Preußen. Das Christliche Medienmagazin pro wurde als „Kirchenpolitische Vertretung“ gelistet.

Debatte gewünscht

Ziel der Initiatoren war es, dass unterschiedliche Lebensentwürfe selbstbestimmt und in Freiheit gelebt werden können. „Bedauerlicherweise hat die gewählte Form die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung zu Antifeminismus überlagert“, heißt es von der Stiftung. In dem Netzwerk arbeiten 180 Ehrenamtliche, die sich wissenschaftlich mit Antifeminismus beschäftigen.

In der Stellungnahme erklären die Verantwortlichen: „Die Heinrich-Böll-Stiftung steht im In- und Ausland für eine Bildungsarbeit, die sich für Demokratie, Menschenrechte und Gerechtigkeit einsetzt und dabei in ihrer Arbeit vom Respekt für Andersdenkende geprägt ist, aber auch die Meinungsäußerungs- und Wissenschaftsfreiheit verteidigt.“ Die Kritik am Portal „Agent*In“ nähmen sie zum Anlass, „die bisherige Veröffentlichung zu überprüfen“. Es solle „zeitnah intern“ eine Beratung stattfinden und eine öffentliche Debatte geführt werden. „Das Ergebnis werden wir mitteilen. Solange ruht das Projekt.“ (pro)

Von: js

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