Die Ereignisse um den Verius-Immobilien-Fonds weiten sich aus. Auch zwei Kirchenkreise und ein Bistum haben hier Geld angelegt und verloren. Das hat eine gemeinsame Recherche von SZ, NDR und WDR ergeben. Dabei handelt es sich um zwei Hamburger Kirchenkreise und das Bistum Augsburg.
Wie viel genau die einzelnen Gesellschaften investiert haben, ist bisher unklar. Beim Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Hamburg-Ost „fällt die Ausschüttung der Erträge“ dieses Jahr geringer aus, heißt es auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes. Nicht betroffen von den Kürzungen seien die Renten- und Pensionsansprüche der Beschäftigten.
Verius sollte das Geld in Immobilienprojekte investieren, geriet den Recherchen zufolge aber in Schieflage. „Konkrete Anlagesummen legen wir grundsätzlich nicht offen“, zitiert der epd den Sprecher des Kirchenkreises Hamburg-West/Südholstein, Felix Wienen. Auch der Kirchenkreis Hamburg-Ost macht zur Höhe der Investition „grundsätzlich keine Angabe“.
In Zukunft noch detailliertere Prüfungen
„Dass es zu diesem Verlust gekommen ist, bedauern wir. Als Kirchenkreis tragen wir Verantwortung für die uns anvertrauten Mittel, und diesem Anspruch ist die Anlage im Ergebnis nicht gerecht geworden“, sagte Wienen. Der Kirchenkreis habe auf Grundlage der damals vorliegenden Unterlagen, aufsichtsrechtlicher Einordnungen und Empfehlungen externer Berater gehandelt.
Unabhängigen christlichen Journalismus häufiger bei Google sehen
PRO bei Google bevorzugenDa die Investition nur einen Anteil von unter einem Prozent der Geldvermögensanlagen ausgemacht habe, seien die finanziellen Auswirkungen begrenzt geblieben. Um solche Fälle künftig zu vermeiden, würden einzelne Anlageentscheidungen jetzt „noch detaillierter“ durch Externe geprüft, hieß es. Das Investment in den Verius-Fonds sei rückblickend eine Fehlentscheidung gewesen, hieß es vom Kirchenkreis Hamburg-Ost.
Auch das Bistum Augsburg bestätigte Verluste. „Neben der Investition einer niedrigen siebenstelligen Summe in den Verius-Fonds wurden damals zwei weitere Sonderinvestments getätigt, die zum heutigen Stand positive Ergebnisse erbracht haben“, sagte ein Sprecher der Diözese. Mit den von den Kirchensteuerzahlern zur Verfügung gestellten Mitteln werde „grundsätzlich äußerst sorgsam“ umgegangen.