Ein Netzwerk aus mehr als 70 evangelikalen und freikirchlichen Organisationen, Missionswerken und Kirchenbünden hat sich zur Initiative „Vision 2033“ lose zusammengeschlossen. Ziel ist laut Angaben der Website: „Jeder Mensch in Deutschland soll bis 2033 vom Evangelium hören und Gottes Liebe erleben“.
Zu den Partnerorganisationen der „Roundtable“-Aktion – kein Verein, kein Dachverband – gehören unter anderem der Bund freier evangelischer Gemeinden, „ProChrist“, ERF Medien, „BibelTV“, die „Lausanner Bewegung“ Deutschland, „Operation Mobilisation“, „Alpha Deutschland“, „Open Doors“, „Vineyard Deutschland“, die Evangelische Allianz Deutschland und der Bund Freier Pfingstgemeinden.
Kirchen nicht dabei
Die beiden Volkskirchen – EKD und Deutsche Bischofskonferenz – fehlen bisher. Der Sprecher der Aktion, Bastian Decker, Pastor und Evangelist beim Bund Freier Pfingstgemeinden (BFP), erklärt gegenüber PRO, die Gespräche liefen weiter: „Jeden Monat kommen neue Partner hinzu.“
Was auf der Website der Aktion als „ökumenische Breite“ beschrieben wird, ist bislang noch eine evangelikale Binnenaktion.
Die Aktion hat nach Deckers Angaben ihre Wurzeln in internationalen Missionsnetzwerken, in denen seit Jahren über die evangelistische Durchdringung ganzer Länder und Kontinente diskutiert wird. Evangelist Werner Nachtigal griff diesen Impuls auf und brachte ihn in Deutschland ins Spiel. Decker startete daraufhin die Vernetzungsarbeit innerhalb Deutschlands. Er hat Persönlichkeiten aus verschiedenen Denominationen an einen Tisch gebracht – darunter Roland Werner, Evi Rodemann, Reinhardt Schink und Konstantin Kruse. Jürgen Klopp, einer der prominentesten Christen in Deutschland, sei „leider noch nicht dabei“. Decker sagt das im Gespräch mit PRO mit einem Lachen.
Das Jahr 2033 sei bewusst symbolisch gewählt: Es markiere das 2.000-jährige Jubiläum von Tod, Auferstehung und Aussendung Jesu Christi. „Historisch exakt ist das Datum nicht“, räumt Decker im Gespräch ein, „aber es gibt uns ein gemeinsames Ziel.“
„Geistlicher Schulterschluss – kein Feldzug“
Wie will „Vision2033“ so „jeden Menschen in Deutschland“ erreichen, wenn die etablierten Kirchen bislang nicht mitziehen? Die Initiative setzt bewusst auf keinen einheitlichen Aktionsplan. „Es gibt keine Methode, die alle Menschen in Deutschland erreichen würde“, erklärt Decker gegenüber PRO. Stattdessen soll jede Partnerorganisation ihre eigenen missionarischen Wege einbringen – von Medienpräsenz über Gemeindeschulungen bis zu persönlicher Alltagsevangelisation.
Als bis jetzt einzige feste Haltepunkte sind gemeinsame Online-Gebetsaktionen rund um Ostern oder Pfingsten in den kommenden Jahren vorgesehen. Den Auftakt bildete ein geistlicher Schulterschluss mit über 70 Partnern am 21. Januar 2026, der erste öffentliche Auftakt war eine Gebetsveranstaltung am 12. Mai 2026, an dem nach Angaben Deckers mehrere Hundert Geräte live zugeschaltet waren; die Aufzeichnung verzeichnet inzwischen rund 2.200 Aufrufe.
Auch organisatorisch steckt die Initiative noch in den Kinderschuhen. Alle Beteiligten arbeiten ehrenamtlich, einen genauen Fahrplan gibt es noch nicht. Woran man den Erfolg messen will? Auch das ist vage. Für Decker wäre es ein Erfolg, wenn er 2033 mit verschiedenen Menschen ins Gespräch kommt und dabei feststellt, dass ihnen schon jemand von Jesus erzählt hat. Als nächsten Schritt plant das Netzwerk, eine Vollzeitstelle zu schaffen, die über Spenden finanziert werden soll. „Wir sind eine Initiative, kein Feldzug“, betonte Decker. „Wir wollen das Dach sein, unter dem Christen in Deutschland gemeinsam missionarisch aktiver werden. Eine Art geistlicher Schulterschluss.“