Greta Gerwigs „Narnia“: Das steckt hinter der Neuverfilmung

Im Februar erscheint Greta Gerwigs neuer „Narnia“-Film. Jetzt gibt es den Trailer zu sehen. Bei der Vorstellung sprach Gerwig darüber, wie „Narnia“-Erfinder C. S. Lewis und seine theologischen Bücher ihre Arbeit beeinflusst haben.
Von Swanhild Brenneke
Regisseurin Greta Gerwig bei der Vorstellung des neuen Narnia-Trailers

Die „Narnia“-Romane von Autor C. S. Lewis hätten sie schon ihr Leben lang begleitet und ihr geholfen, ihre Vorstellungskraft und ihre Sicht auf die Welt zu schärfen. Das sagte die amerikanische Regisseurin Greta Gerwig vor wenigen Tagen bei der Premiere des Trailers zu ihrem neuen Film „Das Wunder von Narnia“ (englischer Originaltitel: „The Magician’s Nephew“). Schon im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass die erfolgreiche „Barbie“-Regisseurin an einer Neuverfilmung der Bücher von Lewis arbeitet.

Sie sei zwar ohne Fernsehen aufgewachsen, sagte Gerwig bei der Vorstellung des Trailers in New York. Allerdings hätten ihre Eltern ihr die BBC-Trilogie der „Chroniken von Narnia“ aus den 80er-Jahren gezeigt. Zu den Büchern sagte sie, sie könne sich an keine Zeit erinnern, in der sie diese nicht kannte. „Diese Bücher haben mich geschaffen“, zitiert die „Christian Post“ die Filmemacherin.

Gerwig berichtete, sie habe schon im Jahr 2020 mit den ersten Entwürfen für ein Drehbuch zur Neuverfilmung von „Narnia“ begonnen. Davor habe sie jahrelang Zitate aus den Büchern gesammelt, die ihr als Inspiration gedient hätten. „Alles hat mit meiner unfassbaren Liebe für die Bücher begonnen“, sagte sie.

Um das Drehbuch zu schreiben, habe sie auch einige der theologischen Bücher von C. S. Lewis gelesen. „Überrascht von Freude“ (Originaltitel: „Surprised by joy“) habe ihr am besten gefallen. Auch mit anderen Autoren, von denen Lews sich beeinflussen ließ, wie dem schottischen Schriftsteller und Pfarrer George MacDonald, habe sie sich auseinandergesetzt.

Ihre Recherchen hätten sie zudem auch an die Geburts- und Wirkungsorte von Lews geführt, wie Oxford, Cambridge und Belfast. Sie habe den Mann hinter den Büchern verstehen wollen.

Auf die Frage, ob Lewis‘ Glaube sie beeinflusst habe, sagte Gerwig: Als Kind habe sie in einem Kirchenchor gesungen. Und: „Film und Glaube gehen immer Hand in Hand.“ Mit ihrer Interpretation von „Narnia“ wolle sie vor allem das Gefühl des Staunens bewahren und für die Zuschauer zugänglich machen. Sie wünsche sich, dass die Zuschauer „lachen, weinen und sich fühlen, als wenn sie sich in einem epischen Abenteuer befinden“.

Kontroversen gab es im Vorfeld über die Sprecherstimme des Löwen Aslan, der viele Parallelen zu Jesus Christus aufweist. Den spricht in Gerwigs Adaption die oscarprämierte Schauspielerin Meryl Streep. In der Version des Films aus dem Jahr 2005 spricht ihn Schauspieler Liam Neeson. Konservative Christen hätten kritisiert, dass eine Frau die Stimme des Löwen spricht, berichtet die „Christian Post“. Das untergrabe die theologische Symbolik in Lewis‘ Arbeit.

Lewis‘ Familie hingegen macht das nichts aus. Seine Stiefsöhne David und Douglas Gresham hätten vor kurzem in einem Statement bekannt gegeben, dass sie die Arbeit von Regisseurin Gerwig vollkommen unterstützen. „In unseren fortlaufenden Gesprächen mit Greta Gerwig haben wir ihre aufrichtige Begeisterung für die Narnia-Reihe persönlich erlebt. Ihre lebenslange Liebe zu C. S. Lewis ist für alle, die an diesem Film mitwirken, deutlich spürbar“, heiße es dort.

Die vorigen „Narnia“-Verfilmungen aus den Jahren 2005 bis 2010 wurden von Disney zusammen mit Walden Media produziert. Die Trilogie umfasst die Filme vom zweiten bis vierten „Narnia“-Buch: „Der König von Narnia“, „Prinz Kaspian von Narnia“ und „Die Reise auf der Morgenröte“. Gerwig hat sich mit ihrem Film nun dem ersten Buch der Reihe gewidmet: „Das Wunder von Narnia“.

Neben Meryl Streep als Stimme des Löwen Aslan wirken Emma Mackay (bekannt aus „Sex Education“) als Weiße Hexe Jadis, Ex-Bond-Darsteller Daniel Craig als Magier Andrew Ketterley und Carey Mulligan („Drive“) als Flora Kirke und „Game of Thrones“-Schauspieler Ciarán Hinds mit. Die Hauptfiguren Digory Kirke und Polly Plummer werden von den Newcomern David McKenna („Lord Of The Flies“) und Beatrice Campbell („Der phönizische Meisterstreich“) gespielt.

Gerwigs „Das Wunder von Narnia“ soll ab dem 12. Februar weltweit in die Kinos kommen, darunter vor allem IMAX‑Kinosäle. Ab dem 2. April soll der Film dann bei Netflix im Streaming zu sehen sein.

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