Die indonesische Regierung fürchtet, dass Terroristen zu Weihnachten Kirchen angreifen könnten

Die indonesische Regierung fürchtet, dass Terroristen zu Weihnachten Kirchen angreifen könnten

Indonesien will Kirchen zu Weihnachten besser schützen

Weil Terroranschläge drohen, werden während der Weihnachtsfeiertage in Indonesien mehr als 160.000 Sicherheitskräfte die Kirchen im Land schützen. Das sind rund doppelt so viele wie im Vorjahr. Auch Jungmitglieder einer muslimischen Organisation werden im Einsatz sein.

Der Geheimdienstexperte Stanislaus Rijanta von der Universitas Indonesia hat vor der Gefahr islamistischer Anschläge besonders zu Weihnachten gewarnt. Ein Bombenanschlag auf das Polizeihauptquartier in Nord-Sumatra im November und ein Messerattentat auf den Sicherheitsminister Wiranto im Oktober seien ein Beleg für erhöhte Terroraktivitäten. „Weihnachts-und Neujahrsfeiern sind bevorzugte Ziele“, sagte Rijanta laut der Katholischen Nachrichtenagentur KNA. Die Anschläge im Herbst werden der Organisation Dschama’a Anscharut Daulah zur Last gelegt. Sie soll Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat haben.

Für den Schutz der Kirchen an Weihnachten sollen Polizei-, Militär- und Behördenmitarbeiter zum Einsatz kommen. Aber auch Jungmitglieder der muslimischen Massenorganisation Nahdat al-Ulama sollen dabei helfen, Kirchen zu schützen. Die Organisation hat etwa vierzig Millionen Mitglieder, davon etwa sieben Millionen Jungmitglieder, und definiert sich als religiöse, erzieherische und soziale Organisation. Einer Mitteilung der KNA zufolge teilte der Vorsitzende der Jugendabteilung dieser Organisation, Jakut Cholil Koumas, mit: „Die Anhänger anderer Religionen zu schützen, einschließlich der Christen, ist gleichbedeutend mit dem Schutz Indonesiens.“ Auch Touristenattraktionen sollen bewacht werden. Dies seien die Ziele, auf die sie sich fokussieren müssten, betonte der Leiter des Nationalen Polizei-Verkehrskorps, Istiono. „Wir wollen sichergehen, dass alles friedlich abläuft“, sagte er.

Verstärkte Maßnahmen gegen Terror

Kirchen, die bereits in den vergangenen Jahren Ziele von Anschlägen waren, sollen besonders geschützt werden. Zu diesen zählt zum Beispiel die Marienkirche in der Stadt Surabaya, der zweitgrößten Stadt Indonesiens. Seit 2016 haben Islamisten und islamistische Terrorgruppen ihre Aktivitäten gegen die christliche Minderheit, moderate Muslime und die islamische Minderheit der Schiiten und Ahmadi erhöht. Doch auch die indonesischen Sicherheitskräfte erhöhten den Druck gegen Terroristen. Seit Beginn des Jahres wurden laut KNA bereits mehr als 100 mutmaßliche Terroristen festgenommen.

Im Jahr 2016 hatte Indonesien infolge eines Selbstmordattentates auf Christen ein Antiterrorgesetz verabschiedet. Es sollte weitere Anschläge auf die Christen und Kirchen im Land verhindern. Seitdem versuchen die Sicherheitsorgane des Landes verstärkt den Terror zu unterbinden. Das Programm soll auch eine tolerante Kultur gegenüber anderen Religionen fördern. Dennoch kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Anschlägen. Menschenrechtler kritisierten das Gesetz, da es die Befugnisse des Militärs und der Polizei erhöht.

Christen sind in Indonesien eine Minderheit. Etwa zehn Prozent der rund 264 Millionen Einwohner des Landes sind Christen. Indonesien ist das Land mit der weltweit größten Anzahl an Muslimen.

Von: Stephan Mannl

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