Abiy Ahmed ist seit April 2018 Premierminster Äthiopiens

Abiy Ahmed ist seit April 2018 Premierminster Äthiopiens

Nobelpreis für äthiopischen Friedensstifter

Der äthiopische Premierminister Abiy Ahmed bekommt den diesjährigen Friedensnobelpreis. Eines der Verdienste des evangelischen Christen ist der Friedensschluss mit dem Nachbarland Eritrea.

Der diesjährige Friedensnobelpreis geht an Abiy Ahmed, den Premierminister von Äthiopien. Die Auszeichnung bekommt er für seine Initiative, den Krieg zwischen seinem Land und dem nördlichen Nachbarn Eritrea zu beenden. Bei dem Krieg starben zwischen 1998 und 2000 rund 70.000 Menschen. Seitdem herrschte in der Grenzregion ein Zustand zwischen Krieg und Frieden; Äthiopien hielt Gebiete besetzt, die damals von einer Schiedskommission Eritrea zugesprochen wurden.

Ahmed handelte in den ersten drei Monaten seiner Amtszeit eine Friedensvereinbarung mit Eritreas Präsidenten Isaias Afewerki aus, die beide im Juli 2018 unterzeichneten. Entscheidend sei dabei gewesen, dass Ahmed die Beschlüsse einer internationalen Schiedskommission von 2002 bedingungslos anerkannte, heißt es in der Erklärung des Nobel-Komitees. Auch habe Ahmed in anderen Konflikten in Nordostafrika vermittelt, etwa zwischen Eritrea und Dschibuti oder Somalia und Kenia.

Nobelpreis soll zu weiterer Versöhnungsarbeit ermutigen

„Auch wenn noch viel Arbeit zu tun ist: Abiy Ahmed hat in Äthiopien wichtige Reformen angestoßen, die vielen Menschen Hoffnung geben auf ein besseres Leben und eine hellere Zukunft“, schreibt das Nobel-Komitee in seiner Begründung weiter. Er habe den Notstand in seinem Land aufgehoben, tausende politische Gefangene freigelassen, oppositionelle Gruppen legalisiert und die Zensur der Medien beendet. Außerdem habe er zur Stärkung der Demokratie beigetragen, indem er „freie und faire Wahlen“ durchgeführt habe.

Das Nobel-Komitee räumte ein, dass manch einer die Preisverleihung an Ahmed für zu früh halten könnte. Jedoch verdienten seine Bemühungen Anerkennung und Ermutigung. Das Komitee hoffe, der Preis werde Ahmed „in seiner wichtigen Arbeit für Frieden und Versöhnung stärken“ – mit positiven Effekten für die ganze Region.

Ahmed ist der Sohn eines muslimischen Vaters und einer orthodoxen christlichen Mutter. Er selbst gehört einer Pfingstkirche an. Der 43-Jährige hat in diesem Jahr bereits den Hessischen Friedenspreis erhalten.

Von: Jonathan Steinert

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei der Christlichen Medieninitiative pro e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus