Konvertiten sind in Flüchtlingsheimen oft Bedrohungen und Übergriffen ausgesetzt

Konvertiten sind in Flüchtlingsheimen oft Bedrohungen und Übergriffen ausgesetzt

Konvertiten besser schützen

Flüchtlinge, die vom Islam zum Christentum konvertiert sind, erleben oft Bedrohung und Ablehnung in ihren Unterkünften in Deutschland. Ado Greve vom Hilfswerk Open Doors gab beim Kongress „Christenverfolgung heute“ einen Überblick über ihre Situation.

Mehr als 40 Prozent der Flüchtlinge in Deutschland kommen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. In diesen Ländern gebe es extreme Christenverfolgung, sagte Ado Greve, Öffentlichkeitsreferent des Hilfswerks Open Doors. Das zeige auch der Weltverfolgungsindex, der diese Länder unter den zehn Staaten mit der höchsten Verfolgung listet.

Zum christlichen Glauben konvertierten viele Flüchtlinge erst, wenn sie in Deutschland angekommen seien. Oft hätten sie sich schon in ihren Heimatländern für das Christentum interessiert, sich wegen drohenden Gefahren aber nicht taufen lassen oder sich öffentlich bekehrt. Das sei ein Grund für die Massentaufen, die in den vergangenen Monaten in vielen Gemeinden stattgefunden hätten. Greve betonte, dass diese Taufen nicht leichtfertig geschähen, zum Beispiel, um die Chancen auf Asyl in Deutschland zu erhöhen. „Die Vorbereitung ist sehr gründlich“, sagte er. Auch die Pfarrer würden Taufen nicht „einfach so“ durchführen.

Ado Greve vom Hilfswerk Open Doors

Ado Greve vom Hilfswerk Open Doors

In den Flüchtlingsunterkünften hätten die Konvertiten es dann oft besonders schwer. Von ihren muslimischen Landsleuten seien sie häufig gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt oder würden bedrängt. Seit Anfang dieses Jahres habe sich die Lage zwar etwas entspannt, sagte Greve. Das liege daran, dass weniger Flüchtlinge nach Deutschland kämen und die Ankömmlinge nun dezentral untergebracht würden. Es gebe mittlerweile weniger Massenunterkünfte.

Auf BAMF-Anhörungen besser vorbereiten

Trotzdem fänden weiterhin Angriffe auf Konvertierte statt. Sie müssten deshalb besser geschützt werden, forderte Greve. Mehr christliches Personal in Flüchtlingsunterkünften und mehr christliche Übersetzer bei den Anhörungen zur Asylbewerbung im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) seien nötig. Viele Konvertiten würden trotz ihres Übertritts zum Christentum abgeschoben, obwohl sie es mit dem Glauben ernst meinten und ihnen in den Heimatländern der Tod drohe.

Kirchengemeinden sollten deshalb mehr Engagement zeigen, sagte Greve. Zum Beispiel, indem sie die Flüchtlinge besser auf ihre Anhörungen im BAMF vorbereiteten. Bei den Anhörungen müsse außerdem das Zeugnis des Pfarrers, der die entsprechende Taufe durchgeführt hatte, stärker einbezogen werden. Auch die Regierung sei gefordert. Das Asylgesetz und das Verbot einer Abschiebung für Konvertiten müsse besser eingehalten werden. Außerdem solle die Situation in den Herkunftsländern für Christen intensiver überprüft werden.

Der Kongress „Christenverfolgung heute“ findet dieses Jahr zum fünften Mal im Christlichen Gästezentrum Schönblick in Schwäbisch Gmünd mit mehreren hundert Teilnehmern statt. Neben dem Schönblick gehört auch die Evangelische Nachrichtenagentur idea zu den Veranstaltern. Noch bis zum 15. November gibt es Vorträge und Seminare zu aktuellen Entwicklungen beim Thema Christenverfolgung weltweit.

Von: Swanhild Zacharias

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